Monday Report

Wirtschaft

Die US-Statistiken fielen grösstenteils zufriedenstellend aus. So stieg der Dallas-Frühindikator im April stärker als erwartet (von 28,9 auf 37,3), desgleichen, dank der Einkommenszuwächse um 21% ggü. Vm. im März (Schecks der Regierung), das Haushalsvertrauen (Anstieg von 109 auf 121,7). Das BIP-Wachstum des 1. Quartals lag mit (annualisierten) 6,4% ggü. Vq. etwas unter den Erwartungen, der Deflator hatte sich um annualisierte +4,1% ggü. Vq. beschleunigt. In der Eurozone erholten sich die EU-Vertrauensindizes im April besser als erwartet (Wirtschaft von 100,9 auf 110,3, Dienstleistungen von -9,6 auf 2,1, Industrie von 2,1 auf 10,7), das BIP schrumpfte im 1. Quartal weniger stark als befürchtet (-0,6% ggü. Vq.). In China illustriert der leichte Rückgang der PMI-Indizes des Verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes von 51,9 auf 51,1 bzw. von 56,3 auf 54,9 den Zyklusvorsprung des Landes.

Klima

Auf dem von Präsident Biden initiierten Klimagipfel hat die Generaldirektorin des IWF die G20-Länder dazu aufgerufen, einen internationalen CO2-Mindestpreis vorzuschreiben, ohne sich jedoch zu einem entsprechenden Mechanismus zu äussern. Derzeit existieren über 60 Systeme für CO2-Preise oder -Steuern, aber der Durchschnittspreis beträgt 2 $/Tonne, während der IWF 2019 einen Preis von 75 $/Tonne für 2030 zur Verringerung der Emissionen für erforderlich gehalten hatte.

Märkte

Die guten makro- und mikroökonomischen Zahlen sowie die Bestätigung ihrer entgegenkommenden Politik durch die Fed reichten nicht aus, um die Aktienkurse weiter in die Höhe zu treiben (internationale Aktien gaben 0,2% ab), während die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen um einige bp stiegen. Die Verengung der Kreditspreads, vor allem im High Yield-Segment, bestätigt die anhaltend hohe Risikobereitschaft der Anleger. Gold (-0,3%) leidet etwas unter der Festigung des USD (Dollar-Index: +0,5%), im Gegensatz zu Kupfer (+2,6%) und Rohöl (+1,8%). Diese Woche im Fokus: ISM des Verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes, Arbeitsmarktbericht und Konsumentenkredite in den Vereinigten Staaten, PPI und Einzelhandelsumsätze in der Eurozone, Caixin-PMI-Indizes des Verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes, Devisenreserven und Handelsbilanz in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Beschäftigungsbarometer 2. Quartal (KOF), PMI-Indizes April, Konsumklima (Seco), Inflation April (BFS), Konjunkturumfrage April (KOF), Arbeitslosigkeit April (Seco), Beherbergungsstatistiken März (BFS) und Devisenreserven per Ende April (SNB). Ansonsten legen folgende Unternehmen Geschäftszahlen für das 1. Quartal vor: Oerlikon, Adecco, Geberit, SIG Combibloc, AMS, Alcon, Landis+Gyr (2020), Swiss Steel, Sunrise, Valiant und Aluflexpack (Umsatz).

Aktien

APPLE (US-Core Holding) wartete dank des iPhone 12 (5G) mit einem Rekordumsatz (+54% ggü. Vj.) auf. Allerdings teilte die Gruppe mit, dass sich die Chip-Knappheit auf die iPad- und iMac-Produktion auswirken werde. Hinsichtlich Regulierung hat die EU ein Verfahren gegen Apple wegen unfairen Wettbewerbs (im App Store und gegenüber anderen Musikstreaming-Anbietern) eingeleitet.
EURONEXT (peripherer Wert) wird morgen die bis zum 10. Mai dauernde Kapitalerhöhung für die Übernahme der Borsa Italiana starten. Wir begrüssen diese der Diversifikation der Gruppe förderliche Transaktion und empfehlen die Aktie zur Zeichnung. Ferner hat die Gruppe sehr solide vorläufige Zahlen für das 1. Quartal präsentiert, die nur leicht unter dem Niveau des hervorragenden gleichen Vorjahreszeitraums liegen.
FACEBOOK, GOOGLE und AMAZON (US-Core Holdings) haben in der Vorwoche exzellente Ergebnisse mit einem Topline-Wachstum von 46%, 34% bzw. 44% ggü. Vj. veröffentlicht. Online-Werbung verzeichnet ein sehr dynamisches Wachstum, die Umstellung auf die Online-Formate wird noch bis 2022 dauern. Mit einem Marktanteil von 57% ist Google im Online-Geschäft mit Abstand führend, gefolgt von Facebook und Amazon.
KPN (peripherer Wert) hat zwei Übernahmeangebote (EQT/Stonepeak und KKR) abgelehnt, während der Markt auf einen Preis von über 3 €/Aktie spekuliert hatte. Das EQT/Stonepeak-Angebot wurde ohne Preisverhandlungen abgelehnt, während das Konsortium € 18 Milliarden geboten haben soll (Marktkapitalisierung von KPN: € 12 Milliarden).

Anleihen

Angesichts des Anstiegs des Verbrauchervertrauens (121,7) und des BIP-Wachstums von 6,4% im 1. Quartal drehten die US-Renditen wieder nach oben, so dass die 10-Jahres-Treasury nunmehr bei 1,62% (+6 bp) steht. In Europa zog die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe in der 5. Woche in Folge an und stand am Freitag bei -0,20% (+6 bp), d.h. auf dem Vor-Pandemie-Niveau. Bei Unternehmensanleihen stand die Woche im Zeichen der Risikobereitschaft: Die High Yield-Spreads verengten sich in den USA und Europa um 4 bp bzw. 1 bp, die High Yield-Indizes erzielten +0,21% bzw. +0,19%.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse
Nach guten Geschäftszahlen markierten die Indizes Jahreshochs, bevor sie am Freitag korrigierten. Demnächst stehen weitere Quartalsergebnisse sowie Handelsbilanz, Auftragseingänge über langlebige Güter und PMI-Indizes sowie die Arbeitsmarktdaten in den USA an. Wir bleiben zuversichtlich.
Währungen
Dank positiver US-Indizes kann sich der $ festigen, £ und € erleiden Gewinnmitnahmen: €/$ 1,2035, $/CHF 0,9125, £/$ 1,3825. Für die Fortsetzung dieses Trends ist ein Durchbrechen der €/$-Unterstützungslinie von 1,1980 erforderlich. Der CHF ist Nutzniesser der geopolitischen Spannungen (China, Russland); €/CHF: 1,0980. Der Devisenmarkt ist auf die BoE-Sitzung am Donnerstag gespannt. Der Goldpreis verharrt bei 1.779 $/Unze. $/CHF Unterstützung bei 0,9000, Widerstand bei 0,9225, EUR/CHF Unterstützung bei 1,0915, Widerstand bei 1,1160, £/$ Unterstützung bei 1,3740, Widerstand bei 1,40, €/$ Unterstützung bei 1,1900, Widerstand bei 1,2207.

Grafik des Tages

Performance

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