Monday Report

Wirtschaft

Die in den USA veröffentlichten Statistiken bestätigen die konjunkturelle Dynamik und sich abzeichnende inflationäre Spannungen: Die Verbraucherpreise (+0,9% ggü. Vm., +5,4% ggü. Vj.) wie auch die Erzeugerpreise (+7,3% ggü. Vj.) stiegen erneut stärker als erwartet. Das KMU-Vertrauen (NFIB-Index) war im Juni überraschend stark von 99,6 auf 102,5 gestiegen, die Einzelhandelsumsätze hatten um 0,6% ggü. Vm. angezogen. Etwas enttäuschend war der Rückgang des Vertrauens der privaten Haushalte im Juli von 85,5 auf 80,8, die Industrieproduktion war um nur 0,4% ggü. Vm. gestiegen. In der Eurozone blieb die Industrieproduktion im Mai hinter den Erwartungen zurück (-1% ggü. Vm., +20,5% ggü. Vj.). In China übertrafen die Einzelhandelsumsätze (+12,1% ggü. Vj.), die Industrieproduktion (+8,3% ggü. Vj.) und die Investitionen (+12,6% ggü. Vj.) im Juni die Erwartungen. Das BIP des 2. Quartals (+1,3% ggü. Vq.) entspricht den Erwartungen.

Klima

Die EU-Kommission präsentierte ihren „Fit für 55“-Plan (Senkung der CO2-Emissionen zwischen 1990 und 2030 um 55%). Der Fokus liegt auf der Fahrzeug-Elektrifizierung, der Energieeffizienz und dem Anteil erneuerbarer Energien an der Stromproduktion. Das ETS-System (Emissionshandelssystem) wird auf den See- und Strassentransport sowie auf Heizungen erweitert. Eine CO2-Einfuhrsteuer könnte für bereits betroffene europäische Sektoren (Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel und Elektrizität) eingeführt werden.

Märkte

Die Sorge um die Aufschwungdynamik und die Rhetorik von Jerome Powell führten trotz der Inflationsdaten zum Rückgang der Staatsanleihenrenditen. Die Kurse von Staatsanleihen zogen um 0,5%-0,6% an, während europäische und US-amerikanische Aktien 0,6% bzw. 1,0% verloren, Rohstoffe (ausser Kupfer) und Schwellenländeraktien sich hingegen gut behaupteten. Der Rückgang des Brent-Preises (um 2,7%) dürfte nach der OPEC-Einigung und dem Beschluss zur Steigerung der Produktion an diesem Wochenende anhalten. Diese Woche im Fokus: Vertrauen der Wohnungsbauunternehmen (NAHB-Index), Zahl der Baugenehmigungen und Baubeginne, Frühindikatoren (Chicago- und Kansas City-Fed), PMI-Indizes des Verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes (keine Veränderung erwartet) in den Vereinigten Staaten, EZB-Sitzung, Vertrauen der privaten Haushalte sowie PMI des Verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes in der Eurozone, Finanzierungssätze in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Aussenhandel und Uhrenexporte Juni und 2. Quartal (EZV). Ansonsten legen folgende Unternehmen Geschäftszahlen vor: SGS, SFS, Kühne+Nagel, UBS, Medacta, EFG International, Georg Fischer, Julius Bär, Novartis, Valora, Temenos, Sika, Sulzer, Givaudan, V-Zug, ABB, Belimo, Cembra, Leonteq, Roche, Schindler und Lonza.

Aktien

ASML (peripherer Wert) wird am Mittwoch die Zahlen des 2. Quartals vorstellen. Die Aktie hat seit Jahresbeginn bereits 43% zugelegt, dieses Quartal wird trotz hoher Auftragseingänge für 2021 wohl kein starker Kurskatalysator sein.
EXPERIAN (Core Holding) kann auf ein solides 1. Quartal mit einem organischen Wachstum von +22% ggü. Vj. zurückblicken. Experian rechnet nunmehr mit einem organischen Umsatzwachstum von 9%-11% für sein Geschäftsjahr 2022 (zuvor: 7%-9%) und hofft auf eine starke Steigerung der EBIT-Marge.
ROCHE (Core Holding): Gutes langfristiges Sicherheitsprofil von Hemlibra bei Patienten mit Hämophilie A mit Hemmkörpern (keine neuen Fälle von Thrombosen oder thrombotischer Mikroangiopathie) bei einer bestätigten Wirksamkeit (82,6% der Patienten hatten keine behandlungsbedürftigen Blutungen). Dieses Profil steht für ein 5-Jahres-Umsatzpotenzial von CHF 5 Mrd. (2020: CHF 2 Mrd.).
TSMC (peripherer Wert): Der Umsatz ist im 2. Quartal um 28% auf einen Rekordwert von $ 13,29 Mrd. gestiegen. Für das 3. Quartal rechnet TSMC mit einem Umsatz von $ 14,6 bis $ 14,9 Mrd. Das Unternehmen plant den Bau neuer Werke in den USA und Japan.
UNILEVER (Core Holding) wird am Donnerstag die Zahlen für das 2. Quartal/1. Halbjahr 2021 präsentieren. Dank der Erholung der US- und Schwellenländermärkte, des besseren Produktmix und der Preiserhöhungen könnte sich das organische Umsatzwachstum deutlich beschleunigt haben.

Anleihen

Die US-Kurve verflachte sich weiter, im 10-Jahres-Segment sanken die Renditen um 7 bp auf 1,29%. Dieses Segment hatte nach dem erneuten massiven Anstieg der Verbraucherpreise (+0,9% im Monatsvergleich) auf 1,41% angezogen, um am Donnerstag und Freitag vor dem Hintergrund der Sorge um das Wachstum der Weltwirtschaft angesichts der Delta-Variante wieder zu sinken. Bei Unternehmensanleihen haben sich die Spreads in sämtlichen Kategorien, insbesondere aber im US-HY-Segment (+13 bp) erweitert. In Europa waren Hybrid-Anleihen (+0,32%) in der 2. Woche in Folge die Performance-Spitzenreiter.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse
Zum Wochenschluss drehten die Indizes nach unten, es kommen Zweifel auf; heute früh blieben die Indizes auf Talfahrt und verloren im Durchschnitt über 1%. Diese Woche stehen Quartalszahlen (SGS, PM, Halliburton, UBS, SAP, Coca etc.) sowie an der makroökonomischen Front die PMI-Indizes (EU und USA) und US-Immobiliendaten an. Die Korrektur könnte einige Tage dauern.
Währungen
Erneut steigende Covid-19-Zahlen in Europa und die Angst vor neuen Lockdowns schicken € und £ auf Talfahrt: €/$ 1,1785 und £/$ 1,3720; ein Durchbrechen der €/$-Unterstützungslinie von 1,1770 würde den Weg zu 1,1705 ebnen. Der CHF bleibt fest bei 1,0845 für €/CHF. Der Goldpreis steht bei 1.804 $/Unze. Unsere Spannen: €/$ 1,1705-1,1850, $/CHF 0,9100-0,9250, £/USD 1,3700-1,3900.

Grafik des Tages

Performance

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