Monday Report

Wirtschaft

Die in den Vereinigten Staaten veröffentlichten Statistiken waren eher enttäuschend: Das Konsumentenvertrauen war im August von 125,1 auf 113,8 gesunken, die Zahl der neuen Stellen blieb mit 235.000 weit hinter den erwarteten 733.000 zurück. Die inflationistischen Spannungen halten an: Die Stundenlöhne steigen um 0,6% ggü. Vm. (+4,3% ggü. Vj.). Der ISM-Index blieb im Verarbeitenden Gewerbe stabil bei 59,9, während er im Dienstleistungssektor von 64,1 auf 61,7 sank. In der Eurozone geben die Vertrauensindizes der EU-Kommission von 119 auf 117,5 für die Wirtschaft, von 14,6 auf 13,7 für die Industrie und von 19,3 auf 16,8 für den Dienstleistungssektor nach. Der Aufwärtsdruck auf die Verbraucherpreise hält an: +0,4% ggü. Vm. (+3% ggü. Vj.). In China war ein Rückgang von 50,4 auf 50,1 bzw. von 53,3 auf 47,5 bei den PMI-Indizes des Verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes (das stärker von den Beschränkungen betroffen ist) zu konstatieren.

Klima

Die Europäische Investitionsbank (EIB) kündigt die Schaffung ihres „Climate and Environment Advisory Council“ unter dem Vorsitz von Christine Lagarde an. Diese Ankündigung ist eine Etappe des 2020 verabschiedeten Fahrplans der EIB, der die Umsetzung des „Grünen Deals“ im Umfang von EUR 1.000 Mrd. durch die EIB und den Europäischen Investitionsfonds sowie die Ausrichtung der Finanzierungsströme auf die Ziele des Pariser Übereinkommens vorsieht. Kurz gesagt: Die EIB wandelt sich immer mehr zur EU-Klimabank.

Märkte

Erneut „Risk-on“-Woche an den Märkten: Der angekündigte Rücktritt des japanischen Premierministers Suga verlieh der Tokioter Aktienbörse Auftrieb (+5,4%). Die Schwellenländerindizes legten ebenfalls deutlich zu (+3,4%), die Industrieländerbörsen erzielten +1%. Gold (+1,4%) ist Nutzniesser der Dollarschwäche (Dollar-Index: (-0,7%), während die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen in den USA leicht und in der Eurozone etwas stärker steigen. Diese Woche im Fokus: Erzeugerpreise und Konsumentenkredite in den Vereinigten Staaten, Sentix-Anlegervertrauens- und ZEW-Index sowie EZB-Sitzung in der Eurozone, Handelsbilanz, Devisenreserven, Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes sowie Geldmengenaggregate in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Arbeitslosigkeit August (Seco) und Devisenreserven per Ende August (SNB). Ansonsten legen folgende Unternehmen ihre Geschäftszahlen für das erste Halbjahr vor: Burkhalter, Partners Group, Villars, BKW, Poenina, Groupe Minoteries, Romande Energie, La Mobilière, Fundamenta und Medacta.

Aktien

AMAZON (US-Core Holding) plant den Verkauf eigener Fernsehgeräte in den USA bereits ab Oktober, wie Business Insider berichtet. Die Geräte sollen u.a. von TCL entwickelt und hergestellt werden.
SYMRISE (EU-Core Holding) hat eine Minderheitsbeteiligung von 25% am US-Unternehmen Kobo Products, einschliesslich einer Klausel über die künftige Verteilung des restlichen Kapitals, erworben. Damit kann Symrise sein Angebot an natürlichen Inhaltsstoffen für Kosmetika dank der Führungsposition von Kobo bei UV-Filtern sowie Pudern und Pigmenten für dekorative Kosmetik ausbauen. Die finanziellen Details der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Symrise steigt am 20. September in den DAX auf.
TSMC (peripherer asiatischer Wert) wird am Freitag, den 10. September, seine Monatsumsätze veröffentlichen. Im ersten Halbjahr betrug das Umsatzwachstum +18% ggü. Vj.
VW und STELLANTIS (periphere Werte): In München eröffnet erstmals die IAA, deren zwei Hauptthemen eine Lawine an neuen E-Autos und die Knappheit bei Halbleitern sein werden. Nach einer guten Kursentwicklung und sehr guten Halbjahreszahlen korrigiert der Autosektor jetzt, da nach der Zuspitzung der Halbleiterkrise in diesem Sommer die Zahlen des 3. Quartals ungewiss sind, obwohl der Konsens seine Schätzungen bislang nicht revidiert hat und die Bewertungen sehr moderat sind (KGV 2021: 7,5). Vorerst ist Vorsicht geboten!
ZALANDO (peripherer Wert) wird am 20. September in den DAX aufsteigen. Dies dürfte die Aktie stützen.

Anleihen

Obwohl die Zahl der neuen Stellen in den Vereinigten Staaten mit 235.000 weit unter den erwarteten 733.000 lag, bewirkte der unerwartet kräftige Anstieg der Löhne (0,6% ggü. Vm., erwartet: 0,3%) eine Versteilerung der Kurve mit einem Anstieg der langfristigen Renditen. Angetrieben durch den Anstieg der Realzinsen (+6 bp) stiegen die 10-Jahres-Renditen in der Berichtswoche um 2 bp auf 1,32%. Bei Unternehmensanleihen blieben die High Yield-Indizes im Aufwind; so verengten sich die Spreads in den USA (-15 bp) wie auch in Europa (-9 bp) deutlich, wo sie den tiefsten Stand (355 bp) seit Ausbruch von Covid-19 markierten.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse
Nach den enttäuschenden Arbeitsmarktzahlen vom Freitag, wodurch das Tapering weiter in die Ferne rückt, wird das Börsenklima in dieser Woche stark schwanken, denn gute und weniger gute Nachrichten werden sich abwechseln. Da in dieser Woche kaum makroökomische Zahlen anstehen und die EZB kein Licht ins Dunkel bringen wird, dürften die Märkte eher richtungslos oszillieren. Also ist vorsichtiger Optimismus angezeigt.
Währungen
Die enttäuschenden US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag rücken den allmählichen Abbau der Fed-Stimulierungsmassnahmen weiter in die Ferne. Der € konsolidiert seine Gewinne gegenüber dem $ und dem CHF: €/$ 1,1865, €/CHF 1,0864; wir rechnen mit folgenden Spannen: €/$ 1,1770-1,1940 und €/CHF 1,0760-1,09. Das £ festigt sich gegenüber dem $ und dem CHF: 1,3840 bzw. 1,2680. Der Goldpreis steht bei 1.826 $/Unze.

Grafik des Tages

Performance

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