Monday Report

Wirtschaft

Die US-Statistiken fallen einmal mehr uneinheitlich aus. Erfreulich sind die Auftragseingänge über langlebige Güter (+1,8% ggü. Vm.) und vor allem der Anstieg des Manufacturing-ISM von 59,9 auf 61,1 im September. Enttäuschung bereiten der Frühindikator der Dallas-Fed, der im September von 9 auf 4,6 fiel, sowie das Vertrauen der privaten Haushalte (Rückgang von 115,2 auf 109,3). In der Eurozone konnten sich die EU-Vertrauensindizes im September gut behaupten (Industrie: von 13,7 auf 14,1, Wirtschaft: von 117,6 auf 117,8), mit Ausnahme des Dienstleistungssektors (von 16,8 auf 15,1), die Verbraucherpreise zogen weiter an (+0,5% ggü. Vm., +3,4% ggü. Vj.). In China sorgt der amtliche PMI des Verarbeitenden Gewerbes (Rückgang von 50,1 auf 49,6) im September für Enttäuschung, während der Caixin-Index von 49,2 auf 50 stieg und der PMI-Index des Dienstleistungssektors von 47,5 auf 53,2 anzog.

Klima

Dem Copernicus-Atmosphärenüberwachungsdienst der EU zufolge haben die verheerenden Waldbrände dieses Sommers (z.B. in Nordamerika und Sibirien) 2,5 Mrd. Tonnen CO2 freigesetzt, d.h. 6% der jährlichen weltweiten Emissionen aus sämtlichen Emissionsquellen. Dieser Wert entspricht ungefähr den jährlichen Emissionen Indiens oder mehr als dem dreifachen Wert der deutschen Emissionen. Dies ist ein konkretes Beispiel für eine Rückkopplungsschleife: Der Klimawandel zieht Phänomene nach sich, die wiederum die Emissionen beschleunigen.

Märkte

Das Scheitern der Anhebung der Schuldenobergrenze und die Konjunkturpakete in den Vereinigten Staaten sowie der Anstieg der Energiekosten (Rohölpreis: +5,4%) belasten die Anlegerstimmung, so dass Aktien verlieren (MSCI World: -2,5%) und sich die Kreditspreads des High Yield-Segments erweitern, während die Renditen von Staatsanleihen stabil sind. Der Dollar festigt sich (Dollarindex: +0,8%), desgleichen Gold (+0,2%). Dies ist ein Zeichen für die Zunahme der Risikoaversion. Diese Woche im Fokus: Services-ISM und Arbeitsmarktbericht in den Vereinigten Staaten, Sentix-Anlegervertrauensindex, Erzeugerpreisindex und Einzelhandelsumsätze in der Eurozone, PMI-Index des Dienstleistungssektors (Caixin), Devisenreserven und Geldmengenaggregate in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Einzelhandelsumsätze August (BFS), Inflation September (BFS), Beherbergungsstatistiken August (BFS), Herbstprognosen (KOF), Arbeitslosigkeit September (Seco) und Devisenreserven per Ende September (SNB). Ansonsten legt Aryzta heute seine Geschäftszählen 2020/21 vor, während Chronext zum Wochenschluss sein Debüt an der Schweizer Börse feiert.

Aktien

ADOBE (Aufnahme in die Liste der US-Core Holdings) ist einer der grössten Softwareanbieter weltweit. Zu den Topsellern zählen Photoshop, Acrobat und InDesign. Die Nachfrage nach diesen Softwareprodukten zieht angesichts der Digitalisierung stark an.
ASML (peripherer europäischer Wert) hat auf seinem Investors‘ Day am 28. September die Umsatzprognose für 2025 auf € 24-30 Mrd. angehoben.
PEPSICO (Core Holding) stellt am Dienstagabend die Zahlen des 3. Quartals 2021 vor. Es ist mit einem weiteren soliden Quartal hinsichtlich des organischen Umsatzwachstums, des EBIT und des Gewinns je Aktie zu rechnen. Angesichts der Zuwächse im 1. Halbjahr und der voraussichtlichen Leistung im 3. Quartal könnte die Gruppe ihre Ziele für das Geschäftsjahr (organisches Wachstum und Gewinn je Aktie) anheben, selbst wenn im 3. Quartal der Kostenfaktor (Rohstoffe und Transport) die Margen belasten dürfte.
ROPER (peripherer US-Wert) verkauft TransCore, den seit 17 Jahren gehaltenen Spezialisten für Transportinfrastrukturen, an das singapurianische Unternehmen ST Engineering. Der Erlös in Höhe von USD 2,7 Mrd. soll in die laut Roper gut gefüllte Übernahmepipeline fliessen.
SANDVIK (Core Holding) übernimmt CNC, den amerikanischen Spezialisten für CAD/CAM-Softwarelösungen für die Fertigungsindustrie, der in die Sparte Design & Planning Automation integriert wird. Diese Transaktion bewirkt eine Zunahme der Umsätze um rund USD 60 Mio. (0,6% des Gruppenumsatzes) und eine Verbesserung der Marge.

Anleihen

Die US-Renditen schlossen die Woche quasi unverändert. Angesichts des Rückgangs der Realzinsen (-4 bp auf -0,92%), der durch den Anstieg der Inflationserwartungen (+5 bp auf 2,38%) kompensiert wurde, standen 10-jährige US-Staatsanleihen bei 1,46% (+1 bp). In Europa zogen die Renditen der Peripherieländer etwas an (10-jährige italienische Anleihen: +3 bp). Bei Unternehmensanleihen bewirkte die Risikoaversion eine Erweiterung der Spreads in Europa (IG +1 bp / HY +17 bp) und den USA (IG +4 bp / HY +11 bp). Hinsichtlich Wertentwicklung verbuchte das High Yield-Segment in der Baissephase in den USA (+20 bp ggü. IG) eine Über- und in Europa (-22 bp ggü. IG) eine Unterperformance.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse
Die Kommentare zur US-Inflation und der Beginn des Tapering verunsichern die Aktienmärkte, die stärker volatil sind und technische Unterstützungslinien testen. Der drohende Kollaps von Evergrande und der Energieengpass in China haben heute früh die asiatischen Märkte belastet. Am Freitag stehen die US-Arbeitsmarktdaten an, der bisherige Aufwärtstrend könnte sich umkehren.
Währungen
Gestützt durch die Anleiherenditen, festigte sich der Greenback weiter gegenüber den meisten Währungen: €/$ 1,1610, $/CHF 0,93, £/$ 1,3550 heute früh. Der Goldpreis fiel um 40 $, bevor er wieder auf 1.760 $/Unze stieg. Wir rechnen mit folgenden Spannen: €/$ 1,15-1,17, $/CHF 0,9210-0,94, €/CHF 1,0740-1,0845.

Grafik des Tages

Performance

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