Monday Report

Wirtschaft

Die in den Vereinigten Staaten veröffentlichten Statistiken sorgten für etwas Enttäuschung. Das KMU-Vertrauen (NFIB), bei dem ein Anstieg erwartet wurde, sank im Oktober von 99,1 auf 98,2, das Vertrauen der privaten Haushalte (Universität Michigan) ging im November von 71,7 auf 66,8 zurück. Der Anstieg der Verbraucherpreise beschleunigt sich weiterhin: +0,9% ggü. Vm. und +6,2% ggü. Vj. In der Eurozone sorgten das Sentix- und das ZEW-Anlegervertrauen im November mit ihrem Anstieg von 16,9 auf 18,3 bzw. von 21 auf 25,9 für eine positive Überraschung. Zuversichtlich stimmen auch die Daten aus China, wo, abgesehen von einer kleinen Enttäuschung bei den Investitionen (+6,1% ggü. Vj.), die Einzelhandelsumsätze (+4,3% ggü. Vj.) und die Industrieproduktion (+3,5% ggü. Vj.) im Oktober besser als erwartet ausfielen.

Klima

Goldman Sachs zufolge sind die Kosten zur Finanzierung fossiler Energien seit 2011 gestiegen. Beispielsweise haben sich die Kosten für die Finanzierung von Offshore-Ölförderprojekten zwischen 2011 und 2020 von rund 11% auf rund 22% verdoppelt, während sich die Kosten zur Finanzierung erneuerbarer Energien zwischen 2010 und 2020 von rund 9% auf 5% fast halbiert haben. Der finanzielle Druck auf fossile Energien kann diesen Trend nur verstärken; wir finden, dass die Märkte in dieser Hinsicht gute Arbeit leisten.

Märkte

Der stärkere Anstieg der US-Inflation treibt die Renditen von Staatsanleihen in die Höhe (USA: +11 bp, UK/CHF/EUR: rund +3 bp bis 5 bp), ohne Aktien (Industrieländer: -0,2%, Schwellenländer: +1,7%) bzw. Unternehmensanleihen allzu sehr zu belasten. Gold (+2,9%) ist trotz des starken Dollars (Dollar-Index: +0,9%) Nutzniesser der Inflationsängste. Diese Woche im Fokus: Einzelhandelsumsätze, Frühindikatoren (Empire Manufacturing, Kansas City-Fed und Philadelphia-Fed), Vertrauen der Wohnungsbauunternehmen (NAHB), Baugenehmigungen und Baubeginne in den Vereinigten Staaten, Handelsbilanz und Fahrzeugzulassungen in der Eurozone.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Wohnimmobilienpreisindex 3. Quartal (BFS), Aussenhandel und Uhrenexporte Oktober (EZV) sowie Produktion, Auftragseingänge und Umsätze des Sekundärsektors im 3. Quartal (BFS). Ansonsten legen folgende Unternehmen Geschäftszahlen vor: Sonova, Orascom DH und Klingelnberg. Bei Comet, Dormakaba und Allreal steht der Investors‘ Day an.

Aktien

BECTON, DICKINSON & Co (peripherer US-Wert) hat am Freitag seine Ziele für 2025 bei konstanten Wechselkursen aktualisiert: Wachstum des Umsatzes und des Gewinns je Aktie um 5,5% bzw. mindestens 10% jährlich. Schlüssel für eine Kurserholung wird die Leistung des Managements sein, wobei die Entscheidung der FDA über die Wiederaufnahme des Vertriebs der Alaris-Infusionspumpe 2022 eine erste entscheidende Etappe sein wird.
DORMAKABA (Core Holding): Anlässlich ihres Investors‘ Day hat die Gruppe ab 2021-22 die Ziele für das jährliche organische Wachstum mit 3%-5% sowie für die Ebitda-Marge mit 16%-18% beziffert, wobei sie ab 2023-24 eine Kapitalrendite von 30% anstrebt. Diese Zahlen entsprechen unseren Hochrechnungen und ergeben einen fundamentalen Wert von CHF 790.
SONOVA (Core Holding) hat heute früh gute Zahlen für das erste Halbjahr vorgelegt. Umsatz und EBITA liegen um 2% bzw. 5% über den Erwartungen. Die Ziele für 2021/22 (bei konstanten Wechselkursen) wurden bestätigt (Anstieg des Umsatzes um 24%-28% und des bereinigten EBITA um 34%-42%) und berücksichtigen Lieferengpässe sowie den Anstieg der Kosten.

Anleihen

Die Inflationserwartungen in den USA sind angesichts des unerwartet starken Preisauftriebs gestiegen, die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen schlossen die Woche bei 1,56% (+11 bp). Bei Unternehmensanleihen sind die Spreads in den Vereinigten Staaten unverändert, während sie sich in Europa bei IG-Papieren um 4 bp erweiterten und sich im HY-Segment um 3 bp verengten. Mit Blick auf die Performance schnitt das HY-Segment in Europa (+0,05% ggü. IG mit -0,32%) sowie in den USA (-0,13% ggü. IG mit -0,92%) besser als die IG-Kategorie ab.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse
Die Inflation und die Stimmung der US-Haushalte kühlten die Aktienmärkte etwas ab, so dass diese keine fünfte Hausse-Woche in Folge verbuchten. Kurz vor dem Ende der Ergebnissaison präsentieren Walmart, Home Depot sowie Cisco ihre Quartalsergebnisse. An der makroökonomischen Front stehen die Einzelhandelsumsätze, die Industrieproduktion und die Baubeginne an. Vorerst halten wir an unserer positiven Beurteilung fest.
Währungen
Der $ hat sich gegenüber dem € rasch auf 1,1450 für €/$ gefestigt, nächste €/$-Unterstützungslinie bei 1,1375. Das £ bleibt unter Druck bei 1,3417 für £/$. Die chinesisch-amerikanischen Spannungen bezüglich Taiwans, die Migrationskrise an der polnischen Grenze und das erneute Aufflammen von Covid-19 in Europa stützen den CHF: €/CHF 1,0530, nächste €/CHF-Unterstützungslinie bei 1,05. Der Goldpreis steigt auf 1.863 $/Unze.

Grafik des Tages

Performance

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