Monday Report

Wirtschaft

Die zu Jahresbeginn in den Vereinigten Staaten veröffentlichten Statistiken fielen eher enttäuschend aus. Im Dezember war der ISM im Verarbeitenden Gewerbe von 61,1 auf 58,7 gesunken, im Dienstleistungsgewerbe stand er mit einem Rückgang von 69,1 auf 62 noch stärker unter Druck. Für Enttäuschung sorgte auch die Zahl der neuen Stellen vom Dezember (+199.000). Stärker als erwartet war hingegen der Anstieg der Stundenlöhne (+4,7% ggü. Vj.), desgleichen der Rückgang der Arbeitslosigkeit (3,9%). In der Eurozone sorgten die Einzelhandelsumsätze im November (+1% ggü. Vm.) für eine positive Überraschung. Die Inflation war im Dezember ebenfalls stärker als erwartet gestiegen (+5% ggü. Vj.). In China schliesslich hatten sich im Dezember die PMI-Indizes des Verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes von 49,9 auf 50,9 bzw. von 52,1 auf 53,1 erholt.

Klima

Dem Guardian zufolge haben 2021 über 400 Wetterstationen weltweit die bisherigen Temperaturrekorde übertroffen. So wurden 2021 zehn nationale Temperaturrekorde verzeichnet, darunter 54,4°C im kalifornischen Furnace Creek, 51,8°C in Sweihan in den Vereinigten Arabischen Emiraten, 51,6°C in Oman, 48,8°C im sizilianischen Siracusa, 49,1°C im türkischen Cizre sowie 49,6°C im kanadischen Lytton.

Märkte

Aus dem Protokoll der letzten Fed-Sitzung geht hervor, dass die Teilnehmer eine gegenüber dem ursprünglichen Plan raschere geldpolitische Straffung in Erwägung ziehen. Dies trieb die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen deutlich in die Höhe (USD: +25 bp, EUR: +10 bp, CHF: +14 bp, wieder positiv!). Die Kreditspreads blieben unter Kontrolle, aber Aktien standen unter Druck (MSCI World: -1,6%), desgleichen Gold (-1,7%). Diese Woche im Fokus: KMU-Vertrauen (NFIB-Index), Erzeuger- und Verbraucherpreisindizes, Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Vertrauen der privaten Haushalte (Universität Michigan) in den Vereinigten Staaten, Sentix-Anlegervertrauensindex, Industrieproduktion und Arbeitslosenquote in der Eurozone, Erzeuger- und Verbraucherpreisindizes sowie Handelsbilanz in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Bankenbarometer 2022 (EY), Verkehrsaufkommen Dezember (Flughafen Zürich). Ansonsten legen folgende Unternehmen ihre Umsätze 2021 vor: Sika, Bossard, Geberit, Partners Group (verwaltetes Anlagevolumen 2021) und Zehnder. Der Schweizer Blog Inside Paradeplatz verbreitet Gerüchte, wonach Präsident Antonio Horta-Osorio die Credit Suisse (ohne Empfehlung) verkaufen will oder eine Grossfusion (wobei der Name Unicredit fiel) anstrebt.

Aktien

DEERE, führender Hersteller von Land-, Forst- und Baumaschinen, haben wir mit dem Label Nachhaltigkeit & Dekarbonisierung in die Liste unserer peripheren US-Werte aufgenommen. Wir rechnen damit, dass der Investitionszyklus Auftrieb durch den Umsatzanstieg bei Agrarrohstoffen erhält. Auf mittlere Sicht ist Deere für die Nutzung des Wandels im Landwirtschaftssektor dank digitaler Technologien und Präzisionslandwirtschaft gut positioniert.
EATON (peripherer Wert, Nachhaltigkeit & Dekarbonisierung) übernimmt zum Preis von 600 Mio. $ die Kontrolle über das US-Unternehmen Royal Power Solutions (450 Mitarbeiter), das auf hoch präzise Konnektivitätskomponenten vor allem für Elektrofahrzeuge und elektrische Industrieanwendungen, d.h. auf Märkte mit strukturellen Wachstum, spezialisiert ist.
SYMRISE (Core Holding) hat am Freitag die Übernahme des niederländischen Unternehmens Schaffelaarbos (Umsatz: EUR 25 Mio.), das in Europa bei der Gewinnung von Proteinen aus Eiern für Tiernahrung führend ist, bekannt gegeben. Damit kann Symrise seine Positionen in diesem Bereich, einem der grossen mittel- bis langfristigen Wachstumsfelder, ausbauen. Die Höhe des Kaufpreises wurde nicht genannt.
STELLANTIS und VOLKSWAGEN (periphere Werte): Automotive News meldet, dass die Halbleiterindustrie ihre Produktion weiter steigert, so dass sich 2022 die Versorgungslage für die Automobilindustrie verbessern dürfte.
VEOLIA (peripherer Wert, Nachhaltigkeit & Dekarbonisierung): Nach dem Ablauf des Übernahmeangebots für Suez hält die Gruppe nach eigenen Angaben über 86% des Kapitals. Wir halten an unserer Kaufempfehlung für die Aktie, deren Kurs die Effekte dieser Übernahme noch nicht vollständig eingepreist hat, fest.

Anleihen

In den USA wurde das Fed-Protokoll als „hawkish“ interpretiert, der Markt rechnet nunmehr mit 4 Zinserhöhungen für 2022. Die US-Renditen zogen in sämtlichen Segmenten der Zinskurve um 15 bp bis 25 bp an. Angetrieben von einem starken Anstieg der Realrenditen (+33 bp), sind die Renditen 10-jähriger US-Papiere auf 1,79% (+25 bp) gestiegen und liegen somit über dem Höchststand vom März 2021 (1,75%). In Europa verläuft die Tendenz ähnlich: Die Rendite der 10-jährigen Bund ist um 10 bp auf -0,04% gestiegen. Bei Unternehmensanleihen haben sich die IG-Spreads in Europa und den USA um 3 bp verengt, während die Entwicklung im HY-Segment entgegengesetzt verlief (Europa: -13 bp, USA +13 bp).

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse
Das am Mittwoch veröffentlichte FOMC-Protokoll drückt die Stimmung, denn der Abbau der Fed-Bilanz und die Erhöhung der Zinsen waren erst später erwartet worden. Vor diesem Hintergrund werden die VPI- und PPI-Veröffentlichungen sowie die Entwicklung der Pandemie mit Spannung erwartet und könnten erneut Volatilität auslösen. Wir bleiben auf der Hut.
Währungen
Der € konsolidiert gegenüber dem $ und dem CHF: €/$ 1,1325 und €/CHF 1,0430; die Spannen von 1,1260-1,1370 für €/$ und von 1,0330-1,05 für €/CHF bleiben aktuell. $/CHF steigt leicht auf 0,9211 mit einer starken Unterstützungslinie bei 0,91 und einer Widerstandslinie bei 0,93. Das £ erhält weiteren Auftrieb durch den von der Zinserhöhung ausgehenden Impuls: €/£ 0,8339 und £/$ 1,3575, ein Durchbrechen der Widerstandslinien von 1,36 für £/$ und von 0,8314 für €/£ ist für die Fortsetzung dieser Bewegung erforderlich. Gold steht bei 1.792 $/Unze unter Druck.

Grafik des Tages

Performance

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