Die zweite Säule: Eine Selbstverständlichkeit für Freiberufler?

Ganzheitliche Vermögensberatung | Juni 2018

Alexandre Genet

Finanzplaner, Bordier & Cie

Freiberufler und Selbständigerwerbende im weitesten Sinn sind nicht zur obligatorischen beruflichen Vorsorge im Rahmen der zweiten Säule verpflichtet, können sich aber auf freiwilliger Basis versichern. Allerdings kann sich ein Selbständigerwerbender, der keine Angestellten hat, nicht allein in einer Vorsorgekasse versichern, die nicht seinem Berufsverband angeschlossen ist.

Freiberufler und Selbständigerwerbende im weitesten Sinn sind nicht zur obligatorischen beruflichen Vorsorge im Rahmen der
zweiten Säule verpflichtet, können sich aber auf freiwilliger Basis versichern. Allerdings kann sich ein Selbständigerwerbender,
der keine Angestellten hat, nicht allein in einer Vorsorgekasse versichern, die nicht seinem Berufsverband angeschlossen ist.

Als Beispiel seien ein selbständiger Facharzt und sein Assistent angeführt. Angenommen, beide sorgen über eine
Pensionskasse, die Angehörigen der medizinischen Berufe vorbehalten ist, im Rahmen der BVG-Mindestversicherung vor. Für
den selbständigen Facharzt ist diese erste Ebene der BVG-Vorsorge fakultativ. Allerdings kann er zusätzlich eine
überobligatorische, ebenfalls fakultative BVG-Lösung bei einer anderen Pensionskasse (die wiederum sämtliche Berufe
abdeckt) wählen, sofern er seinen Arbeitnehmer in das Versichertenkollektiv einbezieht.

Für Selbständigerwerbende, die ein hohes Einkommen erzielen, ist die Mitgliedschaft in einer Pensionskasse eine
Selbstverständlichkeit. So beläuft sich das im Rahmen eines überobligatorischen Vorsorgeplans nach AHV versicherbare
Einkommen derzeit auf maximal 846.000 Franken.

Bei diesem versicherten Betrag können die Sparbeiträge im Rahmen der zweiten Säule bis zu 25% reichen, d.h. 211.000
Franken jährlich, die vom steuerbaren Einkommen in Abzug gebracht werden können. Selbst bei Sparbeiträgen von 20% ist der dank der zweiten Säule realisierte Steuerabzug bei einem versicherten Jahreseinkommen von 200.000 Franken bereits höher als bei einer gebundenen dritten Säule. Auch wenn der selbständige Zeichner eines 3a-Kontos (gebundene dritte Säule) seine Beiträge bis zur Höhe von 20% von seinem Jahreseinkommen absetzen kann, so beläuft sich der Höchstbetrag derzeit auf 33.840 Franken jährlich (wenn er nicht bereits einer Vorsorgekasse angehört).

Mit einer zweiten Säule ist ein Selbständigerwerbender nicht nur zur Zeichnung einer oder mehrerer Lösungen der gebundenen dritten Säule berechtigt, wobei er den gleichen Steuerabzug wie ein Arbeitnehmer (derzeit maximal 6.768 Franken) geltend machen kann, sondern er hat daneben auch die Möglichkeit, im Rahmen seiner zweiten fakultativen Säule Einkäufe vorzunehmen.

Mit einem Einkauf kann er seine Altersvorsorge verbessern, indem er punktuell private Ersparnisse in seine zweite Säule
einzahlt. Gleichzeitig kann er mit einem Einkauf eine erhebliche Steuerersparnis erzielen, denn der Einkaufsbetrag ist in voller
Höhe vom steuerbaren Einkommen abzugsfähig (während es keine Möglichkeit eines Einkaufs in die gebundene dritte Säule
gibt). Finanziell sehr vorteilhaft ist ferner die Tatsache, dass ein Selbständigerwerbender die Hälfte des Einkaufsbetrags, den er in seine zweite Säule eingezahlt hat, von seinem AHV-pflichtigen Einkommen in Abzug bringen kann.

Alexandre Genet

Alexandre Genet

Finanzplaner,
Bordier & Cie

Dieser Artikel ist Teil der Ganzheitlichen Vermögensberatung vom Juni 2018, siehe auch: