Wertschwankungsreserven

Ganzheitliche Vermögensberatung | März 2021

Alexandre Genet

Alexandre Genet

Finanzplaner, Bordier & Cie

Im Rahmen der beruflichen Vorsorge werden von den Arbeitnehmern und ihren Arbeitgebern gezahlte Sparbeiträge zur Altersvorsorge an den Finanzmärkten investiert. In manchen Jahren sind die Anlagerenditen niedriger als von den Pensionskassen veranschlagt. Daher sind die Vorsorgeeinrichtungen zur Bildung von Wertschwankungsreserven (WSR) für den Ausgleich von Schwankungen an den Finanzmärkten verpflichtet.

Je höher die Reserven einer Pensionskasse (über die Deckungsquote von 100% hinaus) sind, desto besser kann sie eventuelle Verluste kompensieren. Im Fall übermässig hoher Reserven schmälern diese allerdings die an die Versicherten ausgezahlte Rendite. Die Höhe der von einer Pensionskasse zu bildenden WSR ist von der gewählten Anlagestrategie abhängig und entspricht in der Regel zwischen 10% und 25% des Vorsorgevermögens.

„Auch wenn dieser Begriff dem durchschnittlichen Versicherten nicht geläufig ist, können Wertschwankungsreserven in steuerlicher Hinsicht eine wichtige Rolle für den Arbeitgeber spielen.“

Während WSR für den an eine „Standard“-Pensionskasse angeschlossenen Arbeitgeber steuerlich neutral sind, wird ihre Bildung von manchen Stiftungen der überobligatorischen beruflichen Vorsorge an den angeschlossenen Arbeitgeber delegiert. Die Zahlung von WSR durch den Arbeitgeber an das Vorsorgewerk entspricht betrieblichen Aufwendungen, die vom steuerpflichtigen Einkommen des Selbständigen (oder dem zu versteuernden Gewinn der Gesellschaft) abzugsfähig sind. Daher kann ein Selbständiger, der keine Kapazitäten für Einkäufe in seine zweite Säule mehr hat, mit einer Strategie zur Anlage in eine gesonderte Pensionskasse wie beispielsweise Elite oder PensUnit durch die Zahlung von WSR sein steuerpflichtiges Einkommen dennoch mindern.

WSR wirken sich steuerlich für einen Selbständigen genau so auf sein steuerpflichtiges Einkommen aus wie Einkäufe in die zweite Säule. Selbst wenn nur 50% des Einkaufsbetrags von dem AHVpflichtigen Einkommen eines Selbständigen in Abzug gebracht werden können, sind es hier 100% der eingezahlten WSR, die von seinem AHV-pflichtigen Einkommen abzugsfähig sind. Es besteht die Möglichkeit, in einem bestimmten Jahr einen Einkauf in die zweite Säule mit dem privaten Konto vorzunehmen und gleichzeitig mit dem Firmenkonto der Einzelfirma (oder der Gesellschaft) WSR in die Pensionskasse einzuzahlen.

WSR werden teilweise durch die Rendite des Vorsorgeguthabens finanziert. In den Stiftungen der überobligatorischen beruflichen Vorsorge, die Partner der Bank Bordier sind, werden diese Reserven regelmässig vom Arbeitgeber an das Vorsorgewerk überwiesen und erhöhen gegebenenfalls die Austrittsleistungen, die bei Auflösung der Kasse (oder bei Ausscheiden eines Versicherten) an die Versicherten fällig werden. Beispielsweise wird im Rahmen der Vorsorgestiftung Elite der Teil der WSR, der den Versicherten gutgeschrieben wird, anhand eines objektiven Verteilerschlüssels unter Berücksichtigung der Altersgutschriften und des Vorsorgeguthabens der einzelnen Versicherten berechnet.

Dieser Artikel ist Teil der Ganzheitlichen Vermögensberatung vom März 2021, siehe auch:

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