Monday Report

Wirtschaft

Die in den Vereinigten Staaten veröffentlichten Statistiken fielen erneut uneinheitlich aus. Erfreulich war der Anstieg des ISM-Index des Dienstleistungsgewerbes, bei dem ein Rückgang erwartet wurde, von 61,7 auf 61,9. Die enttäuschende Zahl der neuen Stellen vom September (194.000 ggü. erwarteten 500.000) ist zu relativieren: In den beiden Vormonaten wurde sie nach oben korrigiert (+169.000), ein Stellenabbau war lediglich im Staatsdienst zu verzeichnen, die Stundenlöhne ziehen weiter kräftig an (+0,6% ggü. Vm., +4,6% ggü. Vj.). In der Eurozone sorgt der Rückgang des Anlegervertrauens im Oktober von 19,6 auf 16,9 für Enttäuschung, desgleichen die Einzelhandelsumsätze vom August (+0,3% ggü. Vm., 0% ggü. Vj.). In China schliesslich zog der PMI-Index des Dienstleistungsgewerbes im September deutlich von 46,7 auf 53,4 an.

Klima

Der Präsident der Weltbank und der Generaldirektor der IEA weisen in einer gemeinsamen Stellungnahme darauf hin, dass derzeit rund 8.500 Kohlekraftwerke über ein Drittel des weltweit verbrauchten Stroms erzeugen und über 20% der weltweiten CO2-Emissionen ausstossen, so dass die Erreichung der Klimaziele ohne ihre Stilllegung nicht möglich sein wird. Dennoch sollen in den kommenden fünf Jahren über 300 weitere Kraftwerke in Betrieb gehen...

Märkte

Die Einigung um die Anhebung der Schuldenobergrenze in den Vereinigten Staaten verlieh den Märkten, die nach wie vor durch die Zunahme der Inflationsrisiken (Rohöl: +4%, Kupfer: +2,8%) belastet werden, etwas Auftrieb. So legten Aktien (MSCI World) 0,7% zu, die Renditen von Staatsanleihen zogen kräftig an (+15 bp in den USA bzw. +6 bp bis +7 bp in EUR). Trotz der Stabilität des Dollars erzielte Gold +0,2%. Diese Woche im Fokus: KMU-Vertrauen (NFIB-Index), Verbraucherpreisindex, Einzelhandelsumsätze, Fed-Protokoll, Industrieproduktion und Vertrauen der privaten Haushalte (Universität Michigan) in den Vereinigten Staaten, Industrieproduktion und Handelsbilanz in der Eurozone, Verbraucherpreisindizes, Im- und Exporte, BIP des 3. Quartals, Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Investitionen in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Verkehrsaufkommen September (Flughafen Zürich) sowie Erzeuger- und Importpreise September (BFS). Ansonsten legen folgende Unternehmen Umsätze bzw. Ergebnisse vor: Givaudan, Bossard, Temenos, Bystronic, VAT und Gurit.

Aktien

APPLE (US-Core Holding): In der juristischen Auseinandersetzung mit Epic Games kann Apple einen Erfolg verbuchen und muss nur bei der Payment-Funktion Zugeständnisse machen. Apple wird gegen das Urteil, das alternative Zahlungsmethoden vorschreibt, in Berufung gehen und versucht damit, die Umsetzung hinaus zu zögern.
DIAGEO (Core Holding): Nielsen teilt mit, dass die Spirituosenumsätze in Europa im 3. Quartal um +12% gegenüber 2019 und die Umsätze von Diageo um +26% gestiegen sind. Dies bestätigt die jüngsten Verlautbarungen des Managements hinsichtlich eines guten 2. Halbjahres 2021.
ROCHE (Core Holding): Gantenerumab (Alzheimer-Krankheit) wurde aufgrund von Daten, die eine signifikante Reduzierung von Amyloid-Plaques im Gehirn zeigen, von der FDA der Status einer „Breakthrough Therapy“ erteilt. Dieser Status gestattet eine beschleunigte Beantragung der Zulassung nach Abschluss der Phase III, der für das 2. Halbjahr 2022 erwartet wird.
TSMC (peripherer asiatischer Wert) legt am 14. Oktober die Zahlen für sein 3. Quartal vor, aus denen Informationen zur aktuellen Knappheit bei Halbleitern hervorgehen dürften.
ZALANDO (peripherer Wert): Asos präsentierte heute früh den Erwartungen entsprechende Zahlen für 2021 und überraschte gleichzeitig mit dem Rücktritt seines CEO sowie einer Gewinnwarnung für 2022. All diese Faktoren belasten den Online-Retailsektor, so auch Zalando.

Anleihen

Die Zunahme der Inflationserwartungen hat in der Vorwoche einen kräftigen Renditeanstieg bewirkt. 10-jährige US-Papiere standen bei 1,61% (+15 bp) bei einer Breakeven-Inflation von 2,51% (+13 bp). Trotz der enttäuschenden Zahl der neuen Stellen (194.000, erwartet: 500.000) dürfte diese Zahl ausreichen, damit die Fed auf ihrer nächsten Sitzung den Beginn ihres Tapering bestätigen wird. Bei Unternehmensanleihen haben sich die Spreads im europäischen und US-amerikanischen HY-Segment erweitert (+14 bp bzw. +4 bp). Dennoch schnitt in den USA das HY- besser als das IG-Segment ab (-0,27% ggü. -0,95%) und schloss in Europa gleichauf (-0,43% ggü. -0,40%).

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse
Die Indizes erholten sich ausgehend von ihren technischen Unterstützungslinien und schlossen die Woche uneinheitlich. Ab Mittwoch stehen die ersten Quartalsergebnisse (US-Banken) sowie an der makroökonomischen Front das FOMC-Protokoll, die US-VPI und -PPI sowie in der Eurozone der ZEW-Index und die Industrieproduktion an. Bei einem Barrelpreis von über $ 80 könnte die Inflation die Suppe versalzen.
Währungen
Der $ wird weiterhin durch den Renditeanstieg bei 10-jährigen US-Papieren gestützt: €/$ 1,1578, $/CHF 0,9270, wir erwarten folgende Spannen: €/$ 1,15-1,1700, $/CHF 0,9230-0,94. Der Devisenmarkt erwartet für Dezember einen Zinsanstieg beim £, das nach oben tendiert: £/$ 1,3660, €/£ 0,8475, £/CHF 1,2660. Der CHF festigt sich auf 1,0730 für €/CHF.

Grafik des Tages

Performance

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