Monday Report

Wirtschaft

Die in den USA veröffentlichten Statistiken sorgten alles in allem für eine angenehme Überraschung. Mit Ausnahme des Frühindikators der Kansas City-Fed, dessen Rückgang von 31 auf 24 im November enttäuschte, verbuchten der Frühindikator der Philadelphia-Fed und der Empire Manufacturing (NY) einen unerwartet starken Anstieg von 23,8 auf 39 bzw. von 19,8 auf 30,9. Im Oktober waren die Einzelhandelsumsätze (+1,7% ggü. Vm.) sowie die Industrieproduktion (+1,6% ggü. Vm.) überraschend stark gestiegen. Die kleine Enttäuschung bei den Baubeginnen (-0,7% ggü. Vm.) wird durch die Zunahme der Baugenehmigungen (+4% ggü. Vm.) im Oktober sowie des Vertrauens der Wohnungsbauunternehmen (NAHB-Index) von 80 auf 83 im November mehr als kompensiert. In der Eurozone bestätigt die 2. Schätzung ein BIP-Wachstum von 2,2% ggü. Vq. im 3. Quartal.

Klima

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Märkte

Die neuen Corona-Beschränkungen in Europa schlagen sich im Moment noch nicht nennenswert auf die Risikobereitschaft der Anleger nieder, belasten jedoch den Euro (rund -1% ggü. USD bzw. rund -0,5% ggü. CHF) und drücken die Renditen 10-jähriger Staatsanleihen (rund -10 bp). Aktien sind eher stabil (+0,3% in den USA bzw. -0,1% in Europa), die Kreditspreads erweitern sich vor allem im High Yield-Segment. Die Festigung des Dollars (Dollarindex: +0,9%) belastet Gold (-0,2%) und trägt zum Rückgang des Kupfer- (-0,9%) und des Rohölpreises (-4,1%) bei. Diese Woche im Fokus: Frühindikatoren (Chicago- und Richmond-Fed), PMI des Verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes sowie Auftragseingänge über langlebige Güter in den Vereinigten Staaten, Vertrauen der privaten Haushalte, PMI des Verarbeitenden und des Dienstleistungsgewerbes sowie Wachstum der Geldmenge M3 in der Eurozone, Ein- und Fünf-Jahres-Kreditzinsen in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Beschäftigungsbarometer 3. Quartal (BFS), Statistiken Parahotellerie 3. Quartal (BFS) und BIP 3. Quartal (Seco). Ansonsten legen folgende Unternehmen Geschäftszahlen vor: Julius Bär, Carlo Gavazzi und Dottikon ES. Bei U-blox, Clariant, Inficon, Swiss Life und Calida steht der Investors‘ Day an.

Aktien

EPIROC (Core Holding): Die „Netto-Null-2050“-Klimaziele der Gruppe wurden von der Science Based Target Initiative validiert.
NOVARTIS (Core Holding): Dem deutschen Handelsblatt zufolge seien der schwedische Investmentfonds EQT und die Familie Strüngmann (BioNTech-Aktionär) an der Übernahme von Sandoz zum Preis von über CHF 20 Mrd. interessiert. Die Brüder Andreas und Thomas Strüngmann sind die Gründer der Hexal AG (zu Anfang der 2000er Jahre zweitgrößter Generika-Hersteller Deutschlands), die 2005 von Sandoz übernommen wurde.
UBS (peripherer Wert) hat den früheren Morgan Stanley-Präsidenten Colm Kelleher zum Nachfolger von Präsident Axel Weber sowie Lukas Gaehwiler zum Vizepräsidenten ernannt. Kelleher wird auf der Jahreshauptversammlung im April den Aktionären zur Abstimmung vorgeschlagen.
VESTAS (Core Holding) hat am Samstag mitgeteilt, Opfer einer Cyberattacke geworden zu sein, die zahlreiche IT-Systeme und Daten betroffen hat. Dies ist nach der jüngsten Abwärtskorrektur des Ebit-Ziels für 2021 und angesichts der im 4. Quartal auszuliefernden Aufträge kein guter Zeitpunkt, obwohl die Gruppe bekräftigt, dass die Geschäftstätigkeit aufrecht erhalten wurde. Wir empfehlen, vorerst keine Änderung an dieser Position vorzunehmen, und werden wieder berichten, sobald die Folgen bekannt sind.

Anleihen

Unter dem Einfluss der Unsicherheit um Geldpolitik und Inflation bleibt die Renditevolatilität hoch. In den USA war die Rendite 10-jähriger Treasuries am Mittwoch auf 1,65% gestiegen, um die Woche bei 1,54% (-2 bp) zu schliessen. In Europa rechnet der Markt nicht mehr mit einer ersten Zinserhöhung durch die EZB im Jahr 2022, Staatsanleihenrenditen schliessen deutlich niedriger (10-jährige Bund: -8 bp). Unternehmensanleihen verbuchten eine schwierige Woche, die Spreads haben sich im High Yield-Segment (USA +17 bp / Europa +7 bp) sowie in der Investment Grade-Kategorie (USA +4 bp / Europa +3 bp) deutlich erweitert.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse
Nach einer konturlosen Woche gehen wir in eine verkürzte Woche (die US-Märkte sind am Donnerstag wegen Thanksgiving geschlossen und am Freitag nur teilweise geöffnet). In dieser Woche wird auch die Nominierung des Fed-Chefs (Powell oder Brainard) bekannt gegeben. An der makroökonomischen Front stehen in den USA die Auftragseingänge über langlebige Güter und Immobiliendaten sowie in der Eurozone das Verbrauchervertrauen und die PMI-Indizes an. Wir bleiben zuversichtlich.
Währungen
Der rasche Anstieg der Covid-19-Fälle in Europa und der Lockdown in Österreich haben den Druck auf den Euro, der gegenüber dem CHF auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren auf 1,0465 für €/CHF einbricht und gegenüber dem $ auf 1,1270 für €/$ nachgibt, weiter verstärkt. Wir rechnen mit folgenden Spannen: €/$: 1,1180-1,1420, €/CHF: 1,0400-1,0580. Der $ bestätigt seine Festigung; $/CHF: 0,9280, £/$: 1,3424; wir halten vorerst an unserer positiven Beurteilung des $ fest. Der Goldpreis steht bei 1.846 $/Unze.

Grafik des Tages

Performance

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