Wirtschaft

Die US-Statistiken stimmten recht zuversichtlich. Das KMU-Vertrauen (NFIB) erholte sich im Dez. stärker als erwartet von 99 auf 99,5 (erw. 99,2). Positiv überraschte auch die Kerninflation (o. Energie und Nahrungsmittel), die im Dez. weniger stark stieg als erwartet (+0,2% ggü. Vm., erw. +0,3% bzw. +2,6% ggü. Vj., erw. +2,7% ggü. Vj.). Die Einzelhandelsumsätze erholten sich ebenfalls stärker als erwartet (+0,6% ggü. Vm., erw. +0,5%). Zudem stieg die Industrieproduktion im Dez. um +0,4% ggü. Vm. (erw. +0,1% ggü. Vm.). Umgekehrt verschlechterte sich das Vertrauen der Immobilienpromoter im Jan. von 39 auf 37 (erw. 40). In der Eurozone zog die Industrieproduktion um +0,7 ggü. Vm. an und überraschte positiv (erw. +0,5%). In China schnitt der Warenhandel deutlich besser ab als erwartet: Die Exporte und Importe stiegen auf 6,6% bzw. 5,7 ggü. Vj. und übertrafen die Prognosen damit deutlich.

Künstliche Intelligenz

Apple gab eine bahnbrechende Vereinbarung mit Google über die Integration seiner KI-Modelle in Siri bekannt. Apple umgeht so die enormen Kosten für das Training von Modellen und behält die Kontrolle über die Nutzererfahrung. Mit der Entscheidung, Lizenzen zu kaufen, statt Modelle selbst zu entwickeln, positioniert sich Apple als Vermittler zwischen OpenAI und Google, was darauf hindeutet, dass die Kontrolle über den Vertrieb wichtiger sein könnte als die Kontrolle über die Modelle.

Märkte

Die von D. Trump am Wochenende angedrohte Anhebung der Zölle für bestimmte europäische Länder wegen Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf Grönland, schüren zum Auftakt des WEF in Davos noch immer starke internationale Spannungen. Daher schlossen die 10Y-Renditen in USD die letzte Woche 5bp höher, in EUR gaben sie dagegen einige bp ab. Der USD-Index zog um +0,3% an, was den Anstieg von Gold um +2% nicht hinderte. Schwellenländer- (+2,3%) und europ. Aktien (+0,8%) schnitten besser ab als US-Werte, die zurückfielen (-0,4%). Diese Woche im Fokus: PCE-Inflation und PMI des verarb. und Dienstleistungsgewerbes in den USA; Haushaltsvertrauen sowie PMI des verarb. und Dienstleistungsgewerbes in der Eurozone; BIP für Q4., Häuserpreise, Einzelhandelsumsätze, Investitionen und Industrieproduktion in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: WEF in Davos, Erzeuger- und Importpreisindex vom Dezember (BFS).

Ansonsten legen folgende Unternehmen ihre Zahlen vor: Belimo, DocMorris, Komax, Barry Callebaut, Schlatter, Galenica, Huber+Suhner, Aryzta, HBM, SFS, Autoneum, BB Biotech, Gurit und Mikron.

Aktien

AIRBUS (peripherer Wert) lieferte im Jahr 2025 793 Maschinen aus, nach 766 2024 und 735 2023: Das Liefertempo beschleunigt sich weiter. Der Konzern erhielt darüber hinaus 1.000 Aufträge, die sein Auftragsbuch auf einen Rekord von 8.754 Stück erhöhen – das 11-Fache des Liefervolumens von 2025.

ASM INTERNATIONAL (Core Holding) legte vorläufige Zahlen für Q4 vor, die alle Erwartungen übertrafen. Die solide Leistung spiegelt die Robustheit des Segments Advanced Logic/Foundry wider, was mit dem von TSMC zuletzt angekündigten Investitionsvolumen im Einklang steht. Bemerkenswert ist die unerwartete Erholung der chinesischen Nachfrage zum Quartalsende, da der Markt mit einem Rückgang gerechnet hatte. Wir haben unseren fundamentalen Wert angehoben.

ENGIE (peripherer Wert) erhielt den Zuschlag für sein erstes Hybridprojekt für Solarenergie mit einem Batteriespeichersystem in Indien: 200 MW Solarenergie und ein Batteriespeichersystem von 100 MW/600 Mwh, das bis zu 6 Std. Solarenergie speichern kann.

Wir setzten SK HYNIX auf unsere Liste der peripheren asiatischen Werte. Mit einem Marktanteil von über 60% bei HBM-Speichern hat sich die Gruppe als unumgänglicher Akteur in der KI-Infrastruktur etabliert. Diese dominante Position wird durch Partnerschaften mit Nvidia und anderen Technologiegiganten gestärkt, so dass die Nachfrage bis 2027 nachvollziehbar ist. Der technologische Vorsprung wird auch durch die HBM der 4. Generation bestätigt.



Anleihen

Die 10Y-US-Rendite legte im Wochenverlauf 6bp zu. Grund waren überwiegend die unerwartet niedrigen Anträge auf Arbeitslosengeld, denn der Markt hatte dies als Signal für die Robustheit des US-Arbeitsmarktes interpretiert. In Europa schloss die 10Y-OAT die Woche unverändert, die 10Y-Bund dagegen 3bp niedriger, da die Woche von eher positiven Konjunkturdaten in Europa (unerwartet solide Industrieproduktion und Sentix-Anlegervertrauensindex) geprägt war. Diese Woche steht im Zeichen von Spannungen rund um Grönland und Diskussionen auf dem WEF in Davos.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Indizes eröffneten heute früh aufgrund der Konfrontation mit den USA wegen Grönland tief im Minus. Den Auftakt der Berichtssaison gaben insbesondere Netflix, Intel, Procter, Rio Tinto, Ericsson. An der Konjunkturfront stehen in den USA das BIP und verschiedene Inflationsdaten an, in der Eurozone der ZEW-Vertrauensindex und der VPI. Die Wall Street ist heute geschlossen (Martin Luther King’s Day).

Währungen

Die Drohungen von Trump, neue Zölle gegen Europa zu erheben, haben einen Anstieg der Risikoaversion ausgelöst; Europa könnte Gegenmassnahmen ergreifen. Heute früh steht der € unter Druck bei 1,1620; ein Durchbrechen der UL 1,1570 könnte einen Test der UL 1,1390 durch das Währungspaar bewirken. In diesem Spannungsfeld legten Edelmetalle und der CHF weiter zu: €/CHF 0,9290, XAU 4.670 $/Uz., XAG 93,20 $/Uz. Der $ steht fest bei $/CHF 0,7993, UL 0,7900, WL 0,8057. Unsere Spannen: €/$ 1,1500-1,1700, €/CHF 0,9250-0,9333.

Grafik des Tages

Performance

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