Wirtschaft

Die US-Statistiken waren durchwachsen. Die Abschwächung des Preisauftriebs von +2,7% auf +2,4% ggü. Vj. (erw. +2,5% ggü. Vj.) im Jan. überraschte positiv. Im gleichen Monat übertrafen auch die neuen Stellen mit +130.000 die Prognosen (+65.000). Allerdings waren die Korrekturen der neuen Stellen (von +48.000/Monat auf +15.000/Monat nach Korrektur) für 2025 sehr negativ. Die Stagnation der Einzelhandelsumsätze im Dez. (erw. +0,4% ggü. Vm.) enttäuschte. Gleiches galt für die Verschlechterung des KMU-Vertrauens (NFIB) im Jan. von 99,5 auf 99,3 (erw. 99,8). In der Eurozone stieg das Anlegervertrauen (Sentix) im Feb. von -1,8 auf +4,2 (erw. 0) stärker als erwartet. In China fiel der Rückgang der Erzeugerpreise im Jan. unerwartet moderater aus (-1,4% ggü. Vj., erw. -1,5%), während der Anstieg der Verbraucherpreise (+0,2% ggü. Vj., erw. +0,4%) noch zu schwach ist.

Künstliche Intelligenz

Die Märkte hatten in den letzten 3 Jahren auf das Potenzial der KI gesetzt, ändern jetzt aber ihre Sichtweise: Identifiziert werden die Verlierer statt der Gewinner. Software, Gewerbeimmobilien, Brokerage, Plattformen: Anleger stossen aggressiv alle Branchen ab, in denen KI menschliche Vermittler ersetzen oder ihre bisherige Premium-Expertise zu einem generellen Standard machen könnte. In vielen „bedrohten“ Branchen könnte KI Kosten und Personal reduzieren, ohne das Geschäftsmodell zu beeinträchtigen.

Märkte

Die schwachen US-Konjunkturdaten und ermutigenden Inflationsdaten verursachten einen starken Rückgang der 10Y-Renditen in USD (-16bp) und EUR (-10bp). Daher verlor der Dollarindex 0,7%, während Gold ein leichtes Plus von +1,1% verzeichnete. Auch Schwellenländeraktien zogen an (+3,2%) und überflügelten die USA (-1,4%) und Europa (+0,1%). Nur Nippon-Aktien liefen nach dem hist. Wahlsieg von S. Takaishi besser (+5,7% in USD). Diese Woche im Fokus: Vertrauen der Immobilienpromoter (NAHB), Industrieproduktion, Aufträge für langl. Güter, Sitzungsprotokoll der Fed, BIP für Q4 (1. Schätzung), PCE-Inflation und PMIs des verarb. und Dienstleistungsgewerbes in den USA; PMIs des verarb. und Dienstleistungsgewerbes, Industrieproduktion und Haushaltsvertrauen in der Eurozone.

Schweizer Markt

In dieser Woche steht die 1. Schätzung des BIP für das 4. Quartal 2025 (Seco) an.

Von der Unternehmensfront erwarten wir die Geschäftszahlen bzw. die Ergebnisse von: DKSH, Phoenix Mecano, Coop, Amrize, EFG International, Straumann, Sunrise, Zurich, Glencore und Sika.

Aktien

Streichung von DSM-FIRMENICH von der Liste unserer europäischen peripheren Werte. Der Verkauf der Sparte ‚Animal Nutrition & Health‘ und der damit verbundene Aktienrückkauf stellen keinen erhofften Katalysator für eine Kurserholung dar. Der Anteil der Vitamin-Sparte wird sinken, aber weiterhin belastend sein (siehe Beteiligung von 20% + Kreditlinie/FCF des Unternehmens). Zudem ist das Umfeld für Inhaltsstoffe weiter schwach. Das Unternehmen tut sich schwer, das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

Wir setzten RELX erneut auf die Liste unserer europäischen Core Holdings. Nach der Einführung des Anthropic-Plug-ins wurde Relx wie ein austauschbarer SaaS-Anbieter gehandelt, obwohl Relx eine Plattform mit proprietären Daten und verifizierten Inhalte bietet, die LLMs brauchen, um zuverlässige Ergebnisse zu generieren.

Nach der jüngsten Erholung strichen wir SIEGFRIED von der Liste unserer Schweizer Conviction-Werte, da das Ausscheiden des CEO, das magere einstellige Wachstum und die noch immer hohe Bewertung das Risiko-Rendite-Profil belasten. Wir nahmen daher unsere Gewinne mit.



Anleihen

Die 10Y-US-Rendite gab in der letzten Woche um 16bp nach, da die Korrektur der neuen Stellen im letzten Jahr stark unter den Erwartungen lag (und erneut die Schwäche des Arbeitsmarktes unterstrich) und der VPI hinter dem Konsens zurück blieb. In Europa gaben die 10Y Bund und die 10Y OAT im Zuge der generellen Risk-Off-Stimmung der Märkte im gleichen Zeitraum 9 bzw. 11bp ab. Diese Woche legt der Markt sein besonderes Augenmerk auf die BIP-Schätzungen für Q4 in den USA, das Protokoll der Fed-Sitzung und die PCE-Inflation.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die US-Märkte stiessen vergangene Woche trotz der Positivmeldungen von der Arbeitsmarkt- und Inflationsfront an ihre Grenzen. Die Woche begann ruhig (Schliessung der Börsen in den USA, Kanada und China), Europa startet im Plus. An der Konjunkturfront stehen in den USA viele Immobilienmarktdaten, der Leading Index und der viel beachtete Core PCE Price Index an; in der Eurozone dagegen ZEW und PMIs.

Währungen

In einem lustlosen Markt (USA und China sind geschlossen) konsolidiert €/$ auf 1,1860, UL 1,1760, WL 1,1990. Der Euro dürfte auf mittelfristig den Erwartungen an Zinssenkungen in den USA profitieren, die am Freitag auf 50% stiegen. Die wesentlichen geopolitischen Risiken haben Bestand und stützen den CHF: $/CHF 0,7687, UL 0,76, WL 0,7770, €/CHF 0,9120, UL 0,9050, WL 0,9200. Gold steht bei 5.008$/Unze, UL 4.670$, WL 5.120$.

Grafik des Tages

Performance

This document has been issued for information purposes and is exclusively supplied by Bordier & Cie SCmA in the framework of an existing contractual relationship with the recipient of this document. The views and opinions contained in it are those of Bordier & Cie SCmA. Its contents may not be reproduced or redistributed by unauthorized persons. The user will be held liable for any unauthorized reproduction or circulation of this document, which may give rise to legal proceedings. All the information contained in it is provided for information only and should in no way be taken as investment, legal or tax advice provided to third parties. Furthermore, it is emphasized that the provisions of our legal information page are fully applicable to this document and namely provisions concerning the restrictions arising from different national laws and regulations. Consequently, Bordier Bank does namely not provide any investment services or advice to “US persons” as defined by the Securities and Exchange Commission rules. Furthermore, the information on our website – including the present document – is by no mean directed to such persons or entities.