Wirtschaft

Die US-Daten stimmen eher zuversichtlich. Der ISM des verarb. Gewerbes stieg im Mai unerwartet stark von 52,7 auf 54 (erw. 53). Gleiches beim Dienstleistungsindex, der von 53,6 auf 54,5 (erw. 53,8) anzog. Die neuen Stellen (+172.000) übertrafen im Mai ebenfalls die Prognosen (115.000). In den beiden Vormonaten wurde diese Zahl bereits um insg. 93.000 aufwärts korrigiert. Der Anstieg der Gehälter um +0,3% ggü. Vm. bzw. +3,4% ggü. Vj. entsprach den Prognosen. In der Eurozone stieg die Inflation von +3% auf +3,2% ggü. Vj., die Kerninflation unerwartet von +2,2% auf +2,5% ggü. Vj. Das BIP im Q1 wurde von +0,1% ggü. Vq. abwärts auf -0,2% ggü. Vq. korrigiert, was enttäuschte. In China sank der PMI des verarb. Gewerbes (RatingDog) im Mai stärker als erwartet von 52,2 auf 51,8 (erw. 51,3), während der Dienstleistungsindex mit seinem Anstieg von 52,6 auf 54,4 (erw. 52,3) positiv überraschte.

Künstliche Intelligenz

Alphabet plant angeblich ein Fund Raising über $ 80 Mrd. zur Sicherung seiner Rechenkapazitäten und seines Zugangs zu Energie – eine Voraussetzung für den Ausbau seiner KI-Aktivitäten. Die Transaktion verdeutlicht den beispiellosen Investitionsbedarf ($ 190 Mrd. 2026), aber auch die Risiken der Kapitalverwässerung und -konzentration auf Rechenzentren. Meta erwägt offenbar eine ähnliche Massnahme, trotz Verzögerungen bei seinen Modellen.

Märkte

Die erfreulichen US-Arbeitsmarktdaten trieben die 10Y-Renditen über 10bp in $ und in € in die Höhe, was Aktien belastete (USA -2,6%; Europa -0,5%; Schwellenländer -2%), vor allem Halbleiterwerte (-5%). Diese gestiegene Risikobereitschaft beflügelte den $ (Dollar-Index: +1,2%), belastete Gold (-5,2%!) jedoch, das ohnehin unter den höheren Renditen leidet. Die Barrelpreise stiegen diese Woche um 1,3%, eröffneten heute Morgen (aufgrund der Spannungen im Nahen Osten) jedoch ganze 4,5% höher. Diese Woche im Fokus: KMU-Vertrauensindex (NFIB), Handelsbilanz, Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes, Vertrauen der Privathaushalte (Univ. Michigan) in den USA; Sentix-Anlegervertrauensindex und EZB-Sitzung in der Eurozone; Handelsbilanz, Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Übernachtungsstatistiken April/Wintersaison (BFS), Konsumklima-Umfrage Mai (Seco), Ergebnis der Anleihe der Schweizerischen Eidgenossenschaft (SNB) und Verkehrsstatistiken des Flughafens Zürich Mai.

Darüber veranstaltet SOFTWAREONE seinen Investors‘ Day. AMS-Osram und Interroll halten ihre Hauptversammlungen ab.

Aktien

AIRBUS (peripherer Wert) lieferte im Mai 81 Flugzeuge aus, d.h. +59% ggü. Vj. Seit Anfang 2026 beträgt das Liefervolumen insg. 262 Maschinen, d.h. 30% des Jahresziels von 870. Im HJ2 wird sich zeigen, ob das Jahresziel erreicht werden kann.

Wir setzten COREWEAVE auf die Liste der peripheren US-Werte, mit einem Kursziel bei $ 200. CoreWeave zählt zu einer neuen Generation von auf KI-basierten Cloud-Anbietern, die von der Nachfrage durch KI-Labore und grosser Technologiekonzerne profitieren. Das Potenzial ist enorm (Auftragsbuch von $ 99 Mrd.), die Aktie aber volatil: Ihr Erfolg hängt davon ab, ob das Unternehmen diese Nachfrage mit einem Geschäftsmodell rentabilisieren kann, das massive Investitionen erfordert.

Wir setzten ORACLE auf die Liste der US-Core Holdings, mit einem Kursziel bei $ 300. Die Aktie ermöglicht eine ausgewogene Positionierung in der nächsten Phase des KI-Zyklus: solide regelmässige Umsätze (Datenbanken, Cloud-Anwendungen, Support) und starked Wachstum der KI-spezifischen Cloud-Infrastruktur (OCI). Der Auftragsbestand, insbes. die umfangreichen Verträge mit OpenAI (Stargate-Projekt), bieten eine hohe Transparenz für die kommenden Jahre. Die grösste Herausforderung besteht darin, dieses Auftragsbuch durch Erträge, Gewinne und Liquidität zu monetisieren.

Transport- und Freizeitsektoren: Die International Air Transport Association (IATA) hat ihre Prognose für die Zunahme des Passagieraufkommens im Jahr 2026 von zuvor 4,9% auf +2,1% gesenkt und die Prognose für den Gesamtgewinn der Fluggesellschaften auf $ 23 Mrd. halbiert.

Anleihen

Die US-Renditen zogen nach den robusten Konjunkturdaten und der ausbleibenden Einigung im US-Iran-Konflikt an (2Y +14bp / 10Y +10bp). In Europa dominierten Inflationsängste und die Renditen schlossen ebenfalls höher (Bund: +10bp), trotz des überraschenden Rückgangs des BIP im Q1 (-0,2% ggü. Vq., erw. +0,1%) in der Eurozone. Der Markt erwartet, dass die EZB ihre Zinsen auf ihrer Sitzung am Donnerstag wohl um 25bp anhebt. Die Spreads von HY-Unternehmensanleihen verengten sich (-10bp) in Europa, erweiterten sich aber in den USA (+9 bp).

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Märkte eröffneten heute früh nach Verlusten der Wall Street am Freitag und von Asien im Minus. Die neuen Stellen in den USA rückten eine mögliche Zinssenkung in weite Ferne – ein Nackenschlag für die Indizes. Zudem verschärfte sich die Lage im Nahen Osten am Wochenende, und ein Ausweg aus der Krise ist nicht in Sicht. Auf ihrer Sitzung am Donnerstag dürfte die EZB ihre Zinsen anheben. In den USA stehen VPI und PPI an.

Währungen

Die soliden US-Arbeitsmarktdaten lösten am Freitag einen starken Anstieg des $ aus. Die Schusswechsel zwischen Iranern und Israelis und der starke Ölpreisanstieg (+5,05%) stützen die Aufwertung des USD: $/CHF bei 0,7970, $/JPY bei 160,17. Der € bleibt bei €/$ 1,1520 unter Druck, ein Durchbrechen der UL 1,15 würde einen Test von €/$ 1,1409 auslösen, WL 1,1644. Im Fokus stehen diese Woche US-VPI und EZB-Sitzung (Zinserhöhung um 0,25% erwartet). Der CHF gab leicht auf €/CHF 0,9185 nach, UL 0,91, WL 0,9235. Der Goldpreis steht bei 4.304,7 $/Uz.

Grafik des Tages

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