Wirtschaft

Die US-Statistiken waren zufriedenstellend. Das Haushaltsvertrauen verbesserte sich im Juni weniger stark als erhofft von 90,6 auf 91,2 (erw. 94,4). Im selben Monat sank der ISM des verarb. Gewerbes leicht von 54 auf 53,3 und damit stärker als erwartet (53,9), verharrt aber im Expansionsbereich (>50). Die US-Wirtschaft schuf im Juni zwar 49.000 neue Stellen statt der erwarteten 109.000, und in den beiden Vormonaten erfolgten Abwärtskorrekturen (-74.000). In der Eurozone erholten sich die EU-Vertrauensindizes im Juni: Industrie von -7,9 auf -7,7 (erw. -7,1), Dienstleistungssektor von 2,6 auf 3,2 (erw. 2,9), Wirtschaft von 93,7 auf 95 (erw. 94,3). Die Inflationsrate verlangsamte sich im Juni unerwartet stark von +3,2% ggü. Vj. auf +2,8% (erw. 3%). In China überraschten die PMIs mit ihrem Anstieg von 50 auf 50,3 im verarb. Gewerbe (erw. 50,1) und im Dienstleistungssektor von 50,1 auf 50,2 (erw. 49,9) im Juni positiv.

Künstliche Intelligenz

Laut SemiAnalysis könnte sich „Kyber“, die ehrgeizigste Etappe der NVIDIA-Roadmap, bis 2028 verzögern. Es sei keine Verzögerung von „Rubin“ insgesamt, sondern der Übergang von NVL72 zu NVL144 mit „Rubin Ultra“, d.h. von 72 auf 144 GPUs/Rack. Der Engpass sei die Grossserienproduktion der zentralen Rack-Karte zur Unterstützung der High Speed-Verbindungen zwischen den GPUs. NVIDIA würde daher zunächst bei Blackwell und dann bei Rubin in NVL72 bleiben. NVIDIA muss noch bestätigen, doch der Markt reagiert bei den betroffenen Unternehmen.

Märkte

Die positiven Inflationsdaten in der Eurozone und die weniger aggressive Rhetorik der Notenbanken auf ihrem Treffen in Sintra dämpften die Erwartungen an einen Anstieg der kurzfristigen Renditen, bremsten den Anstieg der Langfristrenditen jedoch nicht (USD: +12bp; EUR: +8bp). Davon profitierten die globalen Aktienmärkte, vor allem in Europa nach den angekündigten Reformen in Deutschland (USA: +1,9%; Europa +2,7%; Schwellenländer: +0,9%). Der Goldpreis zog aufgrund der USD-Abwertung um 0,5% (Dollar-Index) ebenfalls um +2,3% an. Der Ölpreis blieb relativ stabil (-0,1%). Diese Woche im Fokus: ISM des Dienstleistungsgewerbes, Handelsbilanz, Sitzungsprotokoll der Fed und Konsumentenkredite in den USA; Sentix-Anlegervertrauen, Erzeugerpreisindex und Einzelhandelsumsätze in der Eurozone; Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes sowie Devisenreserven in China.

Schweizer Markt

In dieser Woche erwarten wir die Arbeitslosenzahlen und das Konsumklima des Seco sowie die Ergebnisse der SNB und ihre Devisenreserven im Juni.

Auf Unternehmensseite legen Barry Callebaut und Ems-Chemie ihre Halbjahreszahlen vor, während Infracore, ein Spezialist für Krankenhausimmobilien, am 9. Juli mit einer erwarteten Marktkapitalisierung von über CHF 800 Mio. die Börse gehen dürfte.

Aktien

AIRBUS (peripherer Wert) habe laut Bloomberg allein im Juni 90 Flugzeuge ausgeliefert, d.h. insgesamt 350 im ersten Halbjahr. Bestätigt sich diese hervorragende Zahl, würde das Vertrauen in die Aktie steigen, da das wichtigste Risiko noch immer im ungewissen Hochfahren der Produktion liegt. Fortsetzung folgt.

BUREAU VERITAS (Core Holding) schloss eine Vereinbarung mit Triton Partners über den Verkauf seiner Sparte für die Prüfung und Inspektion von Kohle, Erdöl und Petrochemie. Sie erzielt einen Umsatz von EUR 450 Mio. (d.h. 7% des Gesamtumsatzes), wobei Wachstum und operative Marge niedriger sind als die der Gruppe. Dies steht im Einklang mit dem „Plan Leap 2028“.

ENGIE (peripherer Wert) hat sich 4 Stromnetzprojekte in Peru gesichert und wird über 400 km neue Stromleitungen errichten. Die Investition in regulierte Vermögenswerte beträgt USD 230 Mio. Die Inbetriebnahme soll im Jahr 2031 erfolgen.

JABIL wurde auf die Liste der peripheren US-Werte gesetzt: Der US-EMS-Auftragsfertiger, ein Lieferanten von Nvidia, Amazon und Meta, hat seine Umsatz- und Ergebnisprognose seit Jahresbeginn immer wieder angehoben. Erwartet wird ein durchschnittliches GpA-Wachstum von ca. 25% pro Jahr bis 2028, bei einem Forward-KGV von 21x, d. h. ein PEG-Ratio von unter 1x.

LONZA (peripherer Wert): Erweiterung der Zusammenarbeit mit einem US-Unternehmen um zwei Produkte für die kommerzielle Herstellung, mit Optionen auf 2 zusätzliche Programme. Die Vereinbarung gilt für mehrere Standorte, umfasst alle US-Standorte und wird durch Kapazitäten in der EU ergänzt. Die Ankündigung ist positiv zu bewerten und unterstreicht den Outsourcing-Bedarf von Biopharma-Unternehmen.

Anleihen

Die 10Y-US-Rendite legte im Wochenverlauf 12bp zu, wobei der stärkste Anstieg nach den JOLTS am Dienstag erfolgte, die weiter einen robusten Arbeitsmarkt bestätigen. Andere Konjunkturdaten (NFP, ISM-Indizes) zeigen dagegen eine Stabilisierung des Zyklus. In Europa zog die 10Y-OAT um 9bp an, die 10Y-Bund 8bp, da die PMIs in der Eurozone die Erwartungen übertrafen und die Arbeitslosenquote rückläufig war. Diese Woche im Marktfokus: ISM des Dienstleistungsgewerbes in den USA, der heute ansteht, und Sitzungsprotokoll der Fed am Mittwoch.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die europäischen Märkte eröffneten heute früh uneinheitlich. Die geopolitische Lage im Nahen Osten entspannt sich: die Ölpreise sanken wieder auf Vorkriegsniveaus gesunken und dämpften die Inflationsrisiken etwas. Diese Woche stehen Handelsbilanz, ISM und Verkäufe von Bestandswohnungen in den USA an, in der Eurozone PPI und Einzelhandelsumsätze.

Währungen

Die unerwartet schwachen US-Arbeitsmarktdaten dämpften den Aufwärtstrend des $ in den letzten Wochen. €/$ kann die WL 1,1472 nicht knacken, die UL 1,1335 ist kritisch. Der CHF festigt sich auf $/CHF 0,8055 und €/CHF 0,9200. Unsere Spannen $/CHF 0,80-0,8140, €/CHF 0,9140-0,9238. Der Markt wird angesichts einer neuen drastischen Intervention der BoJ immer nervöser: $/JPY 162,30, UL 160,50, WL 162,84. Golds steht bei 4.153 $/Uz.

Grafik des Tages

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