Wirtschaft

Die US-Statistiken entsprachen den Erwartungen. Das Vertrauen der Einkaufsmanager im verarb. Gewerbe erholte sich im Jan. leicht von 51,8 auf 51,9 (erw. 52) und blieb im Dienstleistungssektor bei 52,5 (erw. 52,9) unverändert. Die PCE-Inflation stieg im Nov. wie erwartet um +0,2% ggü. Vm. (+2,8% ggü. Vj.). In der Eurozone verbesserte sich das Haushaltsvertrauen im Jan. unerwartet stark von -13,2 auf -12,4. Positiv überraschte im Jan. der Anstieg des PMI des verarb. Gewerbes von 48,8 auf 49,4 (erw. 49,2). Enttäuschend fiel der Dienstleistungsindex mit einem Rückgang von 52,4 auf 51,9 (erw. 52,6) aus, verharrt aber weiter im Expansionsbereich. In China stieg das BIP im Q4 wie erwartet um 4,5%. Der Konsum war enttäuschend: Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Dez. ggü. Vj. lediglich um 0,9%. Dagegen beschleunigte sich die Industrieproduktion von +4,8% ggü. Vj. auf +5,2% ggü. Vj.

Künstliche Intelligenz

In Davos stellten führende Branchenvertreter ihre Vision für die Zukunft der KI vor. Der CEO von OpenAI rechnet mit einer Korrektur und einer Konsolidierungsphase, die notwendig sei, damit sich der noch junge Markt strukturieren kann und die wahren Sieger aus dem allgemeinen Hype hervorgehen können. Microsoft CEO Nadella plädiert für eine breite Anwendung von KI über den Tech-Sektor hinaus, damit die Begeisterung nicht nachlässt.

Märkte

Das WEF in Davos hat für eine leichte Entspannung im Grönlandkonflikt gesorgt, doch bleiben die Spannungen zwischen den USA, Kanada und Iran hoch. Zudem tragen Gerüchte über koordinierte Interventionen zur Abfederung der Yen-Abwertung zu einem Anstieg des Goldpreises bei (über +8% letzte Woche). Die 10Y-Rendite blieb in USD stabil, zog in der Eurozone dagegen an (ausg. in Frankreich, wo der Haushaltsstreit durch die Anwendung von Verfassungsartikel 49.3 endete). US-Aktien stiegen um 0,4%, europäische Werte gaben nach, während Schwellenländeraktien 1,1% zulegten. Der Dollar-Index sank um 1,8%. Diese Woche im Fokus: Fed-Sitzung, Häuserpreise (FHFA und S&P Cotality), Haushaltsvertrauen und Aufträge für langl. Güter in den USA; BIP im Q4, EU-Vertrauensindizes (Wirtschaft, Industrie, Dienstleistungen) und Arbeitslosenquote in der Eurozone; Gewinne der Industrie in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Übernachtungsstatistiken Dezember (BFS), Aussenhandel / Uhrenexporte Dezember und für 2025 (BAZG), Wohnimmobilienpreisindex im Q4 (BFS) und Konjunkturbarometer Januar (KOF).Ansonsten legen folgende Unternehmen ihre Zahlen vor: Logitech, Lonza, Landis+Gyr, Bucher, Givaudan, Interroll, ABB, Emmi, Roche und StarragTornos.

Aktien

ASTRAZENECA (Core Holding) führt am 30.1. nach Börsenschluss das Delisting seiner ADS (American Depositary Shares) und Schuldtitel durch, da seine Stammaktien und Schuldtitel fortan direkt an der NYSE notiert werden. ADS-Inhaber erhalten 1 Stammaktie für jeweils 2 ADS. Die 1. Notierung der Aktien an der NYSE erfolgt am 2.2.

MICROSOFT, SAP (Core Holding) und SERVICENOW legen diese Woche ihre Zahlen vor, die akribisch analysiert werden. Sie geben Aufschluss darüber, ob die Integration von KI de facto Zusatzumsätze bringt: Der Markt hegt Bedenken bzgl. der Kapitalrendite (ROI) der massiven Investitionen in diesem Sektor.

Peking soll seinen Technologiegiganten wie Alibaba und Tencent die Bestellung von H200-Chips von NVIDIA (Core Holding) genehmigt haben. Diese stillschweigende Zustimmung beweist den klaren Pragmatismus: Trotz ihrer erklärten Autonomieambitionen sind chinesische Hyperscaler weiter auf amerikanisches Silizium angewiesen, um wettbewerbsfähige KI-Modelle zu trainieren. Eine gute Nachricht für Nvidia: Das Unternehmen sichert sich so einen teilweisen Zugang zum chinesischen Markt.

Am Freitag gab die UBS-Aktie (peripherer Wert) nach einem Interview der Schweizer Finanzministerin in der FuW nach, in dem sie einen entschlossenen Ton bzgl. Kapitalanforderungen anschlug. Sie hält AT1-Anleihen als Kapitalquelle für unzureichend und schätzt den zusätzlichen Kapitalbedarf weiter auf fast USD 26 Mrd. Dennoch bleibt ein Kompromiss zu den „Too-Big-To-Fail“-(TBTF)-Regeln weiterhin wahrscheinlich.



Anleihen

Die 10Y-US-Rendite schloss die Woche unverändert, da der PCE wie erwartet ausfiel und die PMIs leicht unter den Prognosen lagen. In Europa legte die 10Y-Bund dank der unerwartet positiven ZEW-Konjunkturumfrage um 8bp zu. Gleiches galt für die PMIs. In Frankreich gab die 10Y-OAT 3bp ab, da Composite- und Dienstleistungs-PMIs schlechter ausfielen als erwartet und in den Kontraktionsbereich abgleiten. Diese Woche konzentriert sich der Markt auf die Verlautbarungen der Fed, deren Sitzung am Mittwoch keine Änderung der Leitzinsen bringen dürfte.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

In Europa starteten die Börsen aufgrund der schwächelnden Wirtschaft Japans, die die Marktteilnehmer verunsichert, uneinheitlich in die Woche. Diese Woche stehen die FOMC-Sitzung (Status quo erwartet) und die Veröffentlichung zahlreicher Quartalszahlen an: LVMH, ASML, SAP, Microsoft, Meta, Tesla, Apple, Visa, Exxon Mobil.

Währungen

Im Mittelpunkt stand heute Morgen der JPY, da die drohende gemeinsame Intervention von Fed und BoJ zu einer $/JPY-Abwertung von 159,23 am Freitag auf 153,95 heute früh führte. Die geopolitischen Unsicherheit – Gefahr eines sich ausweitenden Konflikts im Nahen Osten und neue Drohungen von Strafzöllen – veranlassen Anleger zu einem Rückzug aus riskanten Anlagen. CHF und Edelmetallpreise setzen ihren Höhenflug fort: $/CHF 0,7790, €/CHF 0,922, XAU/USD 5.095$/Uz., XAG/USD 108$/Uz. Unsere Spannen: €/$ 1,1720-1,1965, $/CHF 0,77-0,7880, $/JPY 151,05-155,65.

Grafik des Tages

Performance

This document has been issued for information purposes and is exclusively supplied by Bordier & Cie SCmA in the framework of an existing contractual relationship with the recipient of this document. The views and opinions contained in it are those of Bordier & Cie SCmA. Its contents may not be reproduced or redistributed by unauthorized persons. The user will be held liable for any unauthorized reproduction or circulation of this document, which may give rise to legal proceedings. All the information contained in it is provided for information only and should in no way be taken as investment, legal or tax advice provided to third parties. Furthermore, it is emphasized that the provisions of our legal information page are fully applicable to this document and namely provisions concerning the restrictions arising from different national laws and regulations. Consequently, Bordier Bank does namely not provide any investment services or advice to “US persons” as defined by the Securities and Exchange Commission rules. Furthermore, the information on our website – including the present document – is by no mean directed to such persons or entities.