Wirtschaft

Die US-Statistiken fielen recht uneinheitlich aus. Im März sank das KMU-Vertrauen (NFIB) von 98,8 auf 95,8 (erw. 97,9). Gleiches beim Vertrauen der Immobilienentwickler (NAHB), dass im Apr. von 38 auf 34 (erw. 37) sank. Im März schrumpfte die Industrieproduktion um 0,5% ggü. Vm. (+0,1% ggü. Vm.), wurde durch die Aufwärtskorrektur im Vormonat um +0,2% ggü. Vm auf +0,7% ggü. Vm. aber neutralisiert. In der Eurozone stieg die Industrieproduktion im Feb. unerwartet stark (+0,4% ggü. Vm, erw. +0,3%), war im Vormonat jedoch von -1,5% ggü. Vm. auf -0,8% ggü. Vm. nach oben korrigiert worden. In China sanken die Häuserpreise erneut (-0,2% ggü. Vm.), allerdings überraschte das BIP im Q1 mit +5% ggü. Vj. (erw. +4,8%) positiv. Im März enttäuschten die Einzelhandelsumsätze (+1,7% ggü. Vj., erw. +2,4%), während sich die Industrieproduktion um +5,7% ggü. Vj. unerwartet stark erholte (erw. +5,3%).

Künstliche Intelligenz

Der Wettlauf um KI steht vor einem physikalischen Engpass: Der Bedarf an Rechenleistung, der sich durch den Vormarsch autonomer Agenten noch erhöht, übersteigt die installierten Kapazitäten, sodass Forschungslabore ihre Ressourcen auf bestehende Modelle beschränken müssen. Und Verstärkung wird dauern: Fast 40% der neuen US-Datenzentren könnten in diesem Jahr verspätet fertiggestellt werden, da sie durch die Überlastung der Stromnetze, den Arbeitskräftemangel und behördliche Verzögerungen behindert werden.

Märkte

Die Hoffnungen auf eine Deeskalation des Konflikts im Nahen Osten beflügelt die Risikobereitschaft der Anleger in der letzten Woche sowie die Aktienindizes in den USA (+4,6%), den Schwellenländern (+3,2%) und in Europa (+1,9%). Die 10Y-Renditen gaben in USD um 7-8bp und in EUR etwas stärker nach, als der Ölpreis um rund 5% zurückging. Der Dollar-Index sank um 0,6%, was dem Goldpreis Auftrieb verlieh (+1,8%). Diese Woche im Fokus: Einzelhandelsumsätze und PMI des verarb. und des Dienstleistungsgewerbes in den USA; Haushaltsvertrauen sowie PMI des verarb. und des Dienstleistungsgewerbes in der Eurozone; 1- und 5-Jahres-Kreditzinsen in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Aussenhandel/Uhrenexporte März/Q1 (BAZG), Lohnentwicklung 2025 (BFS), Ergebnisse der SNB im Q1, Übernachtungsstatistiken März (BFS).

Ansonsten legen folgende Unternehmen diese Woche ihre Zahlen vor: Temenos, ABB, Peach Property, Phoenix Mecano, SGS, Schindler, Galderma, Nestlé, Roche, Vontobel, Holcim, Kühne+Nagel, BB Biotech und Inficon.

Aktien

ACCOR (peripherer Wert): Laut Extendam-Barometer stieg der Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) im März in Europa ggü. Vj. um 3,9%, in Frankreich um 4,2%. Positive Vorzeichen für die Geschäftsentwicklung der Gruppe.

ASTRAZENECA (Core Holding) bestätigt den klinischen Erfolg von Tozorakimab bei chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) mit einer 3. Phase-III-Studie, die die Therapie bei ehemaligen Rauchern und in der Gesamtpopulation untersuchte. Sie umfasste ehemalige und aktuelle Raucher aller Schweregrade der Lungenfunktionsbeeinträchtigung. Die Therapie verfügt über ein Umsatzpotenzial von 3-5 Mrd. $.

ENERGIEsektor: Angesichts der Krise im Nahen Osten erwartet die IEA nun für 2026 einen Rückgang des Ölangebots um 1,5 Mio./bld gegenüber 2025. Im März rechnete sie noch mit einem Anstieg um 1,1 Mio./bld. Die IEA erwartet für 2026 zudem einen Nachfragerückgang um 80Tsd. Mio./bld.

SSE (peripherer Wert) schloss die letzte Woche mit einem Rückstand von 6% auf den Versorgungssektor. Die britische Regierung prüft derzeit Möglichkeiten, die Strom- von den Gas-preisen zu entkoppeln. Die Folge wäre ein Rückgang der Strompreise (das Ziel!) und damit automatisch auch ein Rückgang der Gewinne der Stromerzeuger, darunter SSE: Fortsetzung folgt.

ZURICH INSURANCE (peripherer Wert): Das Unternehmen kehrte mit einer Emission über 150 Mio. $ an den Markt für Katastrophenanleihen zurück, die einen mehrjährigen Schutz gegen benannte Stürme in den USA und Erdbeben ermöglicht.


Anleihen

Die 10Y-US-Rendite schloss die Woche 7bp niedriger. Grund war die Deeskalation am Freitag, die auf eine erneute Öffnung der Strasse von Hormus und ein baldiges Ende des Konflikts hoffen liess; jedoch stiegen die Spannungen am Wochenende erneut. Diese Entwicklung löste eine Rallye riskanter Anlagen auf breiter Front und in Europa einen Rückgang der 10Y-Bund und der 10Y-OAT um 10bp bzw.13bp aus. Nach der Verschärfung der Spannungen am Wochenende richtet der Markt sein Augenmerk diese Woche auf die aktuellen Entwicklungen im Iran.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Wieder eine Woche mit geopolitischen Sorgen. Während am Freitag noch alles auf eine Einigung hindeutete, trübte sich die Lage am Wochenende erneut ein. Daher eröffneten die europ. Indizes im Minus, im Gegensatz zu Asien, wo die Kurse im Plus blieben. Die Berichtssaison ist in vollem Gange, während an der Konjunkturfront Einzelhandelsumsätze und PMIs in den USA sowie der ZEW-Index in der Eurozone anstehen.

Währungen

Trotz zahlreicher Wendungen am Wochenende ist die Strasse von Hormus erneut zu. Nach seinem Einbruch am Freitag steigt der Ölpreis daher um 5%, wodurch der Euro zum Wochenbeginn unter Druck steht: €/$ 1,1761, €/CHF 0,9198. Wir rechnen mit folgenden Spannen: €/$ 1,1674-1,18, €/CHF 0,9165-0,9255. Der $ bleibt fest bei $/CHF 0,7822, UL 0,7770, WL 0,7941 und $/JPY 158,90, UL 158,1, WL 160. Das £ korrigiert auf £/$ 1,3510, UL 1,3385, WL 1,3600. Der Goldpreis sinkt auf 4.792 $/Uz.

Grafik des Tages

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Performance

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