Wirtschaft

Die US-Statistiken waren recht uneinheitlich. Das Vertrauen der Einkaufsmanager im verarb. Gewerbe überraschte im März mit seinem Anstieg von 51,6 auf 52,4 (erw. 51,5) positiv, im Dienstleistungssektor sank es von 51,7 auf 51,1 (erw. 52). Der Anstieg der Importpreise (+1,3% ggü. Vm. bzw. +1,3% ggü. Vj.) und der Exportpreise (+1,5% ggü. Vm. bzw. +3,5% ggü. Vj.) kam unerwartet schnell, noch vor den Folgen des Krieges im Nahen Osten. In der Eurozone verschlechterte sich Haushaltsvertrauen aufgrund der höheren Energiekosten im März stärker als erwartet von -12,3 auf -16,3 (erw. -14,2). Wie in den USA stieg der PMI des verarb. Gewerbes unerwartet stark von 50,8 auf 51,4 (erw. 49,6), während der Dienstleistungsindex im März von 51,9 auf 50,1 (erw. 51,1) sank und enttäuschte. In China stiegen die Gewinne der Industrie im Feb. im Vorjahresvergleich um 15,2%.

Künstliche Intelligenz

Der Softwaresektor steht weiter unter Druck. Die durchgesickerten Informationen über Claude Mythos, dem nächsten Modell von Anthropic, das im Bereich Cybersicherheit als Quantensprung präsentiert wird, lösten eine neue Verkaufswelle von Software- und Cybersicherheitsaktien aus: Investoren befürchten, dass diese Neuentwicklungen die aktuellen digitalen Schutzmechanismen ebenso schnell überflüssig machen könnten wie herkömmliche SaaS-Tools.

Märkte

Der Krieg im Nahen Osten trübt die Marktstimmung und schürt Volatilität. Aktien liefen im Wochenverlauf uneinheitlich (USA: -2,1%, Schwellenländer: -1,7%, Europa: +0,4% sowie Schweiz: +2%). Die Staatsanleihenrenditen legten in USD +5bp und in EUR ~+10bp zu. Der Dollar-Index stieg um 0,4%. Der Anstieg der Renditen und des USD belastete Gold (-1,3%). Diese Woche stiegen die Ölpreise nur um 0,9%, wobei es jedoch zu sehr starken Tagesschwankungen kam. Diese Woche im Fokus: Einzelhandelsumsätze, ISM des verarb. und Dienstleistungsgewerbes, Haushaltsvertrauen und Arbeitsmarktbericht in den USA; EU-Vertrauensindizes (Wirtschaft, Industrie, Dienstleistungen), Verbraucherpreisindex und Arbeitslosenquote in der Eurozone; PMI des verarb. und Dienstleistungsgewerbes in China.

Schweizer Markt

In dieser, aufgrund des Karfreitag-Feiertags verkürzten Woche im Fokus: Konjunkturbarometer März (KOF), Volumen der Devisenmarktinterventionen im Q4 (SNB), Einzelhandelsumsätze Februar (BFS), Dienstleistungsumsätze Januar (BFS), PMIs der Einkaufsmanager März und Inflation März (BFS).

Ansonsten legen folgende Unternehmen diese Woche ihre Zahlen vor: Jungfraubahn, Adval Tech, Romande Energie, SoftwareONE, Valartis, Varia US, Asmallworld, Aevis, Lastminute und Montana Aerospace.

Aktien

ENGIE (peripherer Wert) wird im Rahmen eines Stromabnahmevertrags (Power Purchase Agreement – PPA) mit der Egyptian Electricity Transmission Company (EETC) seinen weltweit grössten Onshore-Windpark für 900 MW errichten und betreiben.

RIO TINTO (peripherer Wert): 2i grosse Aluminiumhütten mit jeweils 1,6Miot./Jahr wurden im Nahen Osten von iranischen Raketen getroffen. Die Schäden werden derzeit beziffert. Diese Ereignisse verschärften die Sorge um die Produktionskapazitäten in der Region, die 9% des weltweiten Angebots repräsentieren. Für Rio Tinto ist dies eine positive Nachricht, da das Aluminiumgeschäft rund 13% des EBITDA ausmacht.

SK HYNIX (peripherer Wert) und Micron mussten nach der Veröffentlichung von TurboQuant, eines Algorithmus von Google, der darauf abzielt, den Speicherbedarf von LLM zu reduzieren, Kursverluste hinnehmen. Diese Korrektur folgt einer natürlichen Dynamik: Wenn die Preise für Speicherkapazität derartige Niveaus erreichen, sucht die gesamte Wertschöpfungskette mit Hochdruck nach Alternativen. Die Fundamentaldaten –beschleunigter Vormarsch von HBM und wachsende Bedeutung der Inferenz – sind jedoch nach wie vor robust und untermauern die These, dass dieser Zyklus länger anhalten wird als die vorherigen.



Anleihen

Die 10Y-US-Rendite legte diese Woche aufgrund des anhaltenden Krieges im Iran 5bp zu. Der vorläufige PMI des verarb. Gewerbes für März übertraf die Prognosen, der Dienstleistungsindex enttäuschte. In Europa war derselbe Aufwärtstrend der Renditen zu beobachten: Die 10Y-OAT stieg um 8bp, die 10Y-Bund um 5bp, während die Erwartungen an eine Zinserhöhung nach Erreichen eines Höchststandes nachliessen: Die Inflationsängste traten angesichts der Sorge um das Wachstum an zweite Stelle. Die Entwicklung des Iran-Konflikts wird auch diese Woche im Mittelpunkt des Marktinteresses stehen.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Vor der Meldung der NFP am Freitag, die hoffentlich keinen Stellenabbau in den USA in diesem Monat belegen, steht die Lage im Nahen Osten erneut im Marktfokus. Die Hoffnung auf eine Einigung bewirkte, dass die Märkte heute früh nicht weiter nachgaben. Da der Ölpreis nicht sinken will, bleibt die Stimmung spürbar angespannt, zumal der Ölpreis bereits am Dienstag bei der Vorlage der Inflationsdaten der Eurozone wieder steigen könnte.

Währungen

Durch die Entsendung zusätzlicher US-Truppen ist die Einnahme der Insel Charg denkbar. Die Huthi-Miliz droht mit der Behinderung des Verkehrs durch die Bab el-Mandab. Daher verteuert sich Rohöl auf 115,6$/bl. Kurzfristig festigt sich der $ weiter: $/CHF 0,7997, UL 0,79, WL 0,8065. €/$ bleibt bei 1,1500 unter Druck, UL 1,1450, WL 1,1580. Der Devisenmarkt wartet mit Spannung auf die Inflationsdaten der EU (Anstieg erwartet). Der CHF gibt auf €/CHF 0,9196 nach, UL 0,91, WL 0,9223. Gold steht bei 4.523 $.

Grafik des Tages

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Performance

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