Wirtschaft

Die US-Statistiken stimmen recht zuversichtlich. Das Vertrauen der KMU (NFIB-Index) verschlechterte sich im Mai leicht (von 95,9 auf 95,3, erw. 96). Dagegen erholte sich das von der Univ. Michigan gemessene Vertrauen der Privathaushalte von 44,8 auf 48,9 (erw. 46) unerwartet stark. Die Verbraucherpreise stiegen um 0,5% ggü. Vm. und im Vorjahresvergleich um +3,8% auf +4,2%, wie erwartet. In der Eurozone verbesserte sich das Anlegervertrauen (Sentix) im Juni von -16,4 auf -13,4 (erw. -14) unerwartet stark. In China überraschte der Aussenhandel positiv (Exporte +19,4% ggü. Vj., Importe +27,4% ggü. Vj.). Der Anstieg der Verbraucherpreise stabilisierte sich im Mai bei +1% ggü. Vj., während die Erzeugerpreise von 2,8% ggü. Vj. auf +3,9% ggü. Vj. stiegen und bestätigen, dass die Deflationsphase der chinesischen Wirtschaft vorüber ist.

Künstliche Intelligenz

Anthropic brachte „Fable“ auf den Markt, sein fortschrittlichstes KI-Model, dessen Implementierung umgehend von Sicherheitsbedenken überschattet wurde. Nach Aufdeckung eines möglichen „Jailbreaks“ verhängte Washington unter Verweis auf Cyberrisiken strenge Zugangsbeschränkungen, die die wachsende Bedeutung von Souveränitätsfragen in Bezug auf die „Frontier“-Modelle und das Risiko eines zunehmend fragmentierten KI-Wettrennens zeigen.

Märkte

Offenbar wurde gestern Abend ein Abkommen zwischen den USA/Iran erzielt, das am Freitag in der Schweiz unterzeichnet wird. Dies hat die Risikobereitschaft heute Morgen angefacht, so dass die meisten Trends der letzten Woche anhalten dürften (Öl: -6,3%; US-Aktien: +0,6%; europ. Aktien: +1,7%; Rendite 10-jähriger Staatsanleihen (USD: 6bp, EUR-Renditen: -4bp, trotz der Zinserhöhung der EZB um 0,25%; Dollar-Index: -0,3%). Der Goldpreis sank (-3,2%) wie auch Schwellenländeraktien (-0,1%). Diese Woche im Fokus: Industrieproduktion, Vertrauen der Immobilienentwickler, Baubeginne, Baugenehmigungen, Einzelhandelsumsätze und Sitzung der Fed in den USA; Industrieproduktion, Vertrauen der Privathaushalte in der Eurozone; Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Investitionen in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Erzeuger- und Importpreisindex Mai (BFS), Konsumklima-Umfrage Mai (Seco), Übernachtungsstatistiken Mai (BFS), Konsensprognose für den Sommer (BFS & Seco), Aussenhandel und Uhrenexporte Mai (BAZG), Baupreis-index April (BFS) und geldpolitische Einschätzung (SNB).

Börseneinführung von Matador und 1. Notierungstag an der SIX.

Aktien

Aufnahme von APPLIED MATERIALS auf die Liste der US-Core Holdings, um die Positionierung in Halbleiterausrüstern zu erhöhen. Die Gruppe profitiert vom mehrjährigen WFE-Zyklus, der Schub durch die Investitionen der Foundries und Speicherhersteller erhält, und ist in den Bereichen der fortschrittlichen Logik, Speicher, Verpackung und Dienstleistungen gut diversifiziert.

Von einem Abkommen zwischen den USA/Iran würden zyklische Konsumgüterunternehmen profitieren. Wir bevorzugen LVMH und RICHEMONT (Core Holdings) im Luxus-r und STRAUMANN (Core Holding) im Gesundheitssektor.

Letzte Woche setzten die Goldunternehmen ihre Konsolidierung fort. Das Chancen-Risiko-Profil ist mittlerweile günstig. Gold hat unter dem Konflikt gelitten und würde von einer Einigung profitieren. Seine Erholung parallel zum Rückgang des Ölpreises würde Goldaktien Aufwärtspotenzial bieten. Wir setzen auf NEWMONT (peripherer US-Wert).

ORACLE (US-Core Holding) profitiert von der starken Nachfrage nach seinen Cloud-Infrastrukturen und verzeichnet einen Auftragsbestand von $ 638 Mrd. Dies entspricht einem Plus von 363% gegenüber dem Vorjahr. Davon entfallen $ 67 Mrd. auf im Q4 eingeholte neue Aufträge. Der Konzern strebt für 2027 zudem ein Umsatzwachstum um 34% bei konstanten Wechselkursen an, das durch den Ausbau seiner KI-Kapazitäten flankiert wird.

Anleihen

Die US-Inflationsdaten entsprachen insgesamt den Erwartungen (VPI: +4,8% ggü. Vj.). Die Renditen schlossen die Woche aufgrund der möglichen Einigung zwischen den USA/Iran niedriger, die schliesslich am Wochenende bekannt gegeben wurde (2Y -7bp/10Y -5bp). Technisch betrachtet ist das Momentum günstig für die Duration. In Europa erhöhte die EZB ihren Leitzins um 25bp auf 2,25% und schloss weitere Zinsschritte nicht aus. Da der Markt dies bereits vollständig eingepreist hatte, reagierten die EUR-Renditen (Bund -4bp/BTP -8bp) vor allem auf den sinkenden Brent-Preis im Wochenverlauf.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Märkte starteten heute aufgrund der Aussicht auf ein Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran am Freitag deutlich im Plus. Alle Assets (Aktien, Gold, Kryptos) legten zu, die Renditen und der Ölpreis sanken. Diese Woche prägt die Politik mit dem G7 und mehreren Begleitveranstaltungen das Bild und das FOMC tagt (keine Änderung erwartet). In der Eurozone stehen der ZEW und der endgültige VPI für Mai an.

Währungen

Die Ankündigung einer Einigung zwischen den USA/Iran mit der Wiederöffnung der Strasse von Hormus lässt den Ölpreis auf 80$/bl sinken. Der $ liegt im Abwärtstrend: $/CHF 0,7931, UL 0,7860, WL 0,8050. Der € erholt sich gegenüber dem $ auf €/$ 1,1608; ein Durchbrechen der WL 1,1685 ist nötig, um den Trend zu bestätigen; UL 1,1475. Trotz der EZB-Zinserhöhung stagniert €/CHF bei 0,9205, WL 0,9233, UL 0,9100. Gold steigt um 2% auf 4.313 $/Uz.

Grafik des Tages

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Performance

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