Wirtschaft

Die US-Daten waren recht durchwachsen. Im Dez. enttäuschte der ISM des verarb. Gewerbes, der von 48,2 auf 47,9 sank (erw. 48,4). Der Dienstleistungsindex überraschte mit dem Anstieg von 52,6 auf 54,4 (erw. 52,2) positiv. Die neuen Stellen (50.000) waren im Dez. unerwartet schwach (70.000). In den Vormonaten wurden sie bereits um -76.000 abwärts korrigiert. Das Haushaltsvertrauen (Univ. Michigan) stieg im Jan. stärker als erwartet (53,5) von 52,9 auf 54. In der Eurozone sank die Kerninflation im Dez. von +2,4% auf +2,3% ggü. Vj., die allgemeine Inflation von +2,1% auf +2% ggü. Vj.. Die Einzelhandelsumsätze überraschten im Nov. positiv (+0,2% ggü. Vm., erw. +0,1% und +2,3% ggü. Vj.). In China stiegen die Verbraucherpreise leicht um +0,7% auf +0,8% ggü. Vj. Gleiches Bild bei den Erzeugerpreisen (Anstieg von -2,2% ggü. Vj. auf -1,9% ggü. Vj.).

Künstliche Intelligenz

OpenAI präsentierte ein Tool für die breite Öffentlichkeit zur Interpretation medizinischer Daten und eine Plattform für Krankenhäuser. Wichtig ist aber der Test im Krankenhaus: KI kann bei der Datenanalyse und bestimmten Diagnosen helfen, in komplexen Fällen jedoch nicht das klinische Urteil ersetzen, so dass die ärztliche Kontrolle notwendig ist. In Utah wird die Erneuerung von Rezepten durch einen Algorithmus getestet – ein wichtiger Schritt, der die Sicherheit wieder in den Mittelpunkt rückt.

Märkte

Die Angriffe des Justizministeriums (DoJ) auf die Fed dürften die Volatilität an den Märkten (Anleihen, USD, Gold usw.) schüren. Allerdings war Risikobereitschaft das Motto der letzten Woche, so dass Aktien zulegten (USA: 1,5%, Schwellenländer: +1,6%; Europa: +2,3%), während die 10Y-Renditen eher rückläufig waren (USD: -2bp; EUR: -8bp). Der Renditerückgang beflügelte den Goldpreis, der trotz des Anstiegs des Dollar-Index (+0,7%) stark anzog (+4,2%). Diese Woche im Fokus: KMU-Vertrauensindex (NFIB), Vertrauen der Immobilienpromoter (NAHB), Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes, Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion in den USA; Sentix-Vertrauensindex und Industrieproduktion in der Eurozone; Handelsbilanzsaldo in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Konsumklima (Seco), Verkehrsstatistiken Dezember (Flughafen Zürich) und Übernachtungsstatistiken November (BFS).

Ansonsten legen folgende Unternehmen ihre Geschäftszahlen vor: Sika, Lindt&Sprüngli, Partners Group (verwaltetes Vermögensvolumen im Jahr 2025), Bossard, VAT, Geberit, Richemont, Titlisbahnen und Zehnder.

Aktien

ERSTE BANK und SANTANDER (periphere Werte) hat die Übernahme von 49% der Santander Bank Polska durch Erste Bank für ~7 Mrd. € angekündigt. Erste Bank peilt für 2026 eine RoTE von ~19% und ein GpA-Wachstum von >20% an. Santander verzeichnet einen Nettogewinn von EUR 1,9 Mrd., eine CET1 von +95bp und will ~50% des Erlöses für Aktienrückkäufe verwenden. Das war bereits bekannt.

JABIL, ein grosser US-Auftragsfertiger von Elektronikartikeln, wurde auf die Liste der empfohlenen peripheren US-Werte gesetzt. Obwohl Jabil vom Anstieg der Investitionen in Datenzentren und der Transformation der digitalen Infrastrukturen profitiert, ist dieses Wachstum noch nicht vollständig im Kurs eingepreist.

NVIDIA (US-Core Holding) stellte seine nächste „Vera Rubin“-Architektur früher als erwartet vor: Die R100-Chips sollen im H2 auf den Markt kommen, was Nvidia einen Vorsprung auf seine Mitbewerber sichert. Entscheidend ist nicht nur die Leistung, sondern die Integration des Netzwerks in das Herzstück des Designs: Aufgrund des NVLink 6-Switches verdoppelt sich die Datenübertragungsgeschwindigkeit auf bis zu 3.600 GB/s, um das KI-Training riesiger Modelle zu beschleunigen.

ZOETIS wurde aus der Liste unserer US-Core Holdings gestrichen. Das Wachstum der Heimtiersparte dürfte im H1 schwach bleiben, da es kurzfristig durch die erhöhten Werbeaktivitäten des Wettbewerbs und dem bevorstehenden Übergang auf Therapien der neuen Generation für arthrosebedingte Schmerzen in Mitleidenschaft gezogen wird. Angesichts der Erholung der Pharma/Biotech-Sparte dürfte die Aktie in den kommenden Quartalen schlechter abschneiden als die Branche.



Anleihen

Die 10Y-US-Rendite sank letzte Woche um 3bp nach dem sequenziellen Rückgang des ISM des verarbeitenden Gewerbes und den sehr enttäuschenden Arbeitsmarktdaten (unerwartet schwache NFP, JOLTS und ADP), obwohl die Arbeitslosenquote rückläufig war. Dies ist eher einer rückläufigen Erwerbsquote, als einer Verbesserung des Arbeitsmarkts geschuldet. In Europa verloren 10Y-OAT und 10Y-Bund infolge der gesunkenen Inflation 9 bzw. 4bp. In dieser Woche sind alle Blicke auf die US-Inflationsdaten gerichtet.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Infolge der geopolitischen Spannungen eröffneten die Märkte heute Morgen im Minus. In den USA spiegelten die Futures-Märkte die herbe Missbilligung der Marktteilnehmer des Frontalangriffs des DoJ auf J. Powell wider – sie befürchten den Verlust der Unabhängigkeit der Federal Reserve. Ab morgen läuten US-Banken die Berichtssaison ein. An der Konjunkturfront stehen in den USA der VPI, PPI und die Industrieproduktion an.

Währungen

Die Unruhen im Iran lösten einen Anstieg der Öl- und Edelmetallpreise aus: 63,20$/ Brent, 4.581 $/XAU, 84,11$/XAG. Der $ bleibt nach den US-Beschäftigungsdaten kurzfristig gut behauptet: €/$ 1,1680, $/CHF 0,7967, $/JPY 157,78. Mittelfristig beurteilen wir den $ negativ: Intensivierung des militärischen Interventionismus der USA seit Jahresbeginn, geplante Erhöhung des US-Militärbudgets auf $ 1,5 Bio. und zuletzt erneute Drohungen gegen die Unabhängigkeit der Fed. Der CHF ist fest bei €/CHF 0,9305.

Grafik des Tages

Performance

This document has been issued for information purposes and is exclusively supplied by Bordier & Cie SCmA in the framework of an existing contractual relationship with the recipient of this document. The views and opinions contained in it are those of Bordier & Cie SCmA. Its contents may not be reproduced or redistributed by unauthorized persons. The user will be held liable for any unauthorized reproduction or circulation of this document, which may give rise to legal proceedings. All the information contained in it is provided for information only and should in no way be taken as investment, legal or tax advice provided to third parties. Furthermore, it is emphasized that the provisions of our legal information page are fully applicable to this document and namely provisions concerning the restrictions arising from different national laws and regulations. Consequently, Bordier Bank does namely not provide any investment services or advice to “US persons” as defined by the Securities and Exchange Commission rules. Furthermore, the information on our website – including the present document – is by no mean directed to such persons or entities.