Wirtschaft

Die US-Statistiken fielen wenig überraschend aus. Bemerkenswert war jedoch das enttäuschende Haushaltsvertrauen, das sich im Jan. unerwartet stark von 94,2 auf 84,5 (erw. 91) verschlechterte. Die Daten für die Aufträge für langl. Güter stammen vom Nov. und lagen (ohne Transport) über den Prognosen (+0,5% ggü. Vm., erw. +0,3% ggü. Vm.). Der Anstieg der Erzeugerpreise um +0,5% ggü. Vm. lag über dem erwarteten Wert (+0,2%). In der Eurozone stiegen die EU-Vertrauensindizes im Jan. stärker als die Konsenserwartungen: Wirtschaft von 97,2 auf 99,4 (erw. 97,1), Industrie von -8,5 auf -6,8 (erw. -8,2) und Dienstleistungen von +5,8 auf +7,2 (erw. +6). Das BIP im Q4. überraschte mit seinem Anstieg um +0,3% ggü. Vq. (erw. +0,2%); zudem fiel die Arbeitslosenquote unerwartet niedrig aus (6,2%, erw. 6,3%). In China erholten sich die Gewinne der Industrie von -13,1% ggü. Vj. auf +5,3%!

KĂĽnstliche Intelligenz

Der Software-Sektor schloss erneut im Rückstand. Microsoft, SAP und ServiceNow wurden trotz solider Zahlen abgestraft. Die Anleger äussern Bedenken: zum einen über die anhaltende Diskrepanz zwischen massiven Investitionen und deren Umsetzung in Einnahmen und zum anderen über die Unsicherheit in Bezug auf die Nachhaltigkeit der verbrauchsbasierten Preismodelle in einer Welt, in der KI Aufgaben automatisiert.

Märkte

Die Bekanntgabe der Ernennung von K. Warsh zum künftigen Chef der Fed, der als weniger „taubenhaft“ gilt als andere Kandidaten, löste einen Kurssturz bei Edelmetallen aus, die am Freitag und bei Eröffnung hohe Verluste verzeichneten. Gold schloss die Woche dennoch mit einem Plus von 1,2%, der Dollar-Index verlor 0,6%. Die 10Y-Renditen legten in USD einige bp zu, gaben in EUR aber etwas stärker nach. Schwellenländeraktien (+1,8%) liefen besser als europ. Werte (+0,4%) und US-Titel (+0,3%). Diese Woche im Fokus: ISM des verarb. und des Dienstleistungsgewerbes (Univ. Michigan) und Arbeitsmarktbericht in den USA; Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes, Einzelhandelsumsätze und EZB-Sitzung in der Eurozone; PMI des verarb. und des Dienstleistungsgewerbes (amtlich und von RatingDog) in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Einzelhandelsumsätze Dezember (BFS), Dienstleistungsumsätze November (BFS), Beschäftigungsindikator im 1. Quartal (KOF), PMI Januar, Konjunkturumfrage (KOF), Arbeitslosenzahlen (Seco) und Devisenreserven per Ende Januar (SNB).

Ansonsten legen folgende Unternehmen ihre Zahlen vor: Julius Bär, Medacta, UBS, Novartis, Financière Tradition, SPS, Valiant, EMS-Chemie, LEM, Vontobel und Zürcher Kantonalbank.

Aktien

AIRBUS (peripherer Wert) wird eine gestreckte Version seines Regionalfliegers A220 anbieten, der durch die Integration von Bombardier in Airbus übernommen wurde. Anvisiert wird eine mittlere Kapazität von ca. 180 statt der 110-160 Sitze der jetzigen Version, während die A320-321-Familie auf 160-240 Sitze erweitert werden könnte.

Wir verkauften die Position in DANONE (peripherer Wert) nach weiteren RĂĽckrufen der Babynahrung Aptamil, des Flaggschiffprodukts der Gruppe, das ein Drittel des operativen Ergebnisses erzielt. Wir steigen erneut in die Aktie ein, sobald mehr Klarheit besteht.

Wir setzen METSO (Core Holding) auf die Liste unserer europäischen Core Holdings. Metso ist ein weltweit führender Anbieter von Bergbauausrüstung in 50 Ländern und verfügt über ein After-Sales-Modell mit regelmässigen Einnahmen und eine installierte Basis von 70.000 Anlagen. Die Gruppe profitiert von ihrem direkten Standbein im Kupfer- und Goldsektor und erzielt einen hohen Free-Cashflow.

RIO TINTO (peripherer Wert): Laut Bloomberg wollen Rio und Glencore bei der Regulierungsbehörde eine Fristverlängerung zur Fortsetzung der Verhandlungen über einen Zusammenschluss beantragen, deren Frist am 5.2. um 17.00 Uhr endet. Beide Unternehmen legen ihre Zahlen am 18. und 19.2. vor.

VERIZON (peripherer Wert) meldete sein bestes Geschäftsquartal seit 5 Jahren nach der Transformation unter der Leitung des neuen CEO: Einsparungen von USD 5 Mrd., starke Anhebung des Ziel-GpA 2026 (+4-5% statt der bisherigen -1%) und Aktienrückkäufe über USD 25 Mrd. in den nächsten 3 Jahren. Verizon bleibt unser defensiver Top Pick im Telekommunikationssektor.



Anleihen

Die 10Y-US-Rendite schloss die Berichtswoche 1bp höher – eine Woche, die von der FOMC-Sitzung (wie erwartet Status quo der Zinsen) und der Ernennung von K. Warsh zum Nachfolger von J. Powell an der Spitze der Fed geprägt war. In Europa gaben die 10Y-Bund und OAT um 7bp bzw. 6bp nach, da das vorläufige BIP den Erwartungen entsprach und der französische PPI rückläufig war. Diese Woche wird von der EZB-Sitzung geprägt sein, die ihre Leitzinsen unverändert lassen dürfte, sowie, in den USA von den ISM-Indizes, den NFP und den JOLTS.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Ernennung von K. Warsh zum Fed-Chef wurde von den Märkten zurückhaltend aufgenommen, da er nicht unbedingt ein Verfechter von Zinssenkungen um jeden Preis ist. Nach Asien eröffneten die europäischen Börsen im Minus. Die US-Beschäftigungsdaten stehen am Freitag, in der Eurozone PPI, VPI und EZB-Sitzung (keine Änderung erwartet) an.

Währungen

Der Devisenmarkt ist von hoher Volatilität geprägt: Die Ernennung von K. Warsh zum Fed-Chef löste eine Trendwende für den $ aus, der auf $/CHF 0,7730, €/$ 1,1860, $/JPY 155,02 anzog. Im Fokus der Devisenhändler steht noch immer das geopolitische Risiko im Nahen Osten. Wir rechnen mit folgenden Spannen: €/$ 1,1760-1,1920, €/CHF 0,9120-0,9240, $/CHF 0,7640-0,7870. Edelmetalle erlitten gewaltige Kursverluste: XAU/USD 4.646$/Uz., UL 4.400 $, WL 5.170 $, XAG/USD 79$/Uz.

Grafik des Tages

Performance

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