Wirtschaft

Der US-Newsflow war in der Berichtswoche recht spärlich. Die wöchentlichen Neuanträge auf Arbeitslosengeld lagen mit 199 Tsd. unter den Prognosen, was zeigt, dass der Arbeitsmarkt widerstandsfähig bleibt. Die Häuserpreise (S&P/Case-Shiller-Index) stiegen im Okt. um 0,32% ggü. Vm. bzw. um 1,3% ggü. Vj. und lagen leicht über den Erwartungen. In der Eurozone blieb das M3-Wachstum im November stabil bei +2,9% ggü. Vj., obwohl ein Rückgang auf 2,7% erwartet wurde. In China stieg der PMI des verarbeitenden Gewerbes im Dezember stärker als erwartet von 49,2 auf 50,1 (erw. 49,2), während der Dienstleistungsindex von 49,5 auf 50,2 (erw. 49,9) anzog: Diese Werte stehen im Einklang mit einer Stabilisierung der Konjunktur auf aktuellem Niveau.

Künstliche Intelligenz

Nach einem Rekordjahr 2025 gehen die Hersteller von KI-Chips für 2026 angesichts des Baus vieler Datenzentren von einer Nachfragebeschleunigung aus. Hauptrisiko ist nicht mehr die Nachfrage, sondern die Realisierung (industrielle Kapazitäten, Verfügbarkeit von Energie, Lieferfristen), denn wenn Grosskunden ihre Nachfrage zurückfahren, könnte dies sehr schnell von Knappheit in Überkapazitäten umschlagen. Der Markt bleibt im Risk-on-Modus und setzt zum Jahresauftakt bevorzugt auf Chiphersteller.

Märkte

Die Performanceanalyse der einzelnen Assets ist wegen der Neujahrsfeierlichkeiten wenig aussagekräftig (wobei die Folgen der Festnahme von Präsident Maduro durch US-Streitkräfte an den Finanzmärkten noch nicht sichtbar sind). Erwähnenswert ist jedoch der Einbruch des Goldpreises um 4,8%: Dies ist jedoch eher als Gewinnmitnahme nach hervorragendem Lauf im Gesamtjahr zu werten, weniger als eine Trendumkehr. Diese Woche im Fokus: ISM des verarb. Gewerbes, Vertrauen der privaten Haushalte (Univ. Michigan) und Arbeitsmarktbericht in den USA; Sentix-Vertrauensindex, Einzelhandelsumsätze, Arbeitslosenquote, Erzeuger- und Verbraucherpreisindizes der EU (Wirtschaft, Industrie und Dienstleistungen) in der Eurozone; PMI des verarb. und Dienstleistungsgewerbes (S&P Global/RatingDog), Erzeuger- und Verbraucherpreisindizes und Devisenreserven in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Einzelhandelsumsätze im November (BFS), Umsätze im Dienstleistungsgewerbe im Oktober (BFS), PMI-Einkaufsmanagerindex für Dezember, Inflation im Dezember und für 2025 (BFS), Arbeitslosenzahlen im Dezember und für 2025 (Seco) und Devisenreserven per Ende Dezember (SNB).

Jungfraubahn wird die Beförderungszahlen für 2025 vorlegen, während die SNB ihr vorläufiges Geschäftsergebnis für 2025 veröffentlichen wird.

Aktien

EXXON (peripherer Wert) wird unseres Erachtens kurzfristig einer der Hauptnutzniesser der US-Militäraktion in Venezuela sein.

ING (peripherer Wert): Laut Lokalpresse (ZR) bekundete ING Interesse am Kauf von Garanti Roumanie (im Besitz von BBVA) für >EUR 400 Mio. Dadurch würde ING hinsichtlich Marktanteilen auf Rang 3 avancieren. Rumänien ist ein attraktiver Markt (Wachstum, fragmentierter Markt, schwache Durchdringung) und ING könnte die Übernahme leicht integrieren.

NVIDIA (Core Holding) soll einen Vertrag mit dem Groq über ca. USD 20 Mrd. geschlossen haben, um sich wichtige Technologien für Inferenz und Talente zu sichern und den Wettbewerbsdruck durch einen Akteur zu reduzieren, der oft als Alternative zu GPUs genannt wird.

SGS (Core Holding) hat den indischen Spezialisten für IT-, Cyber- und Zahlungssicherheit Panacea Infosec (90 Mitarbeiter), übernommen.

VESTAS (peripherer Wert) hat im Q4 2025 Aufträge über 6,1 GW erhalten, was 3% über der Konsensprognose liegt. Das Management bestätigt zudem, dass die Massnahmen zur Verbesserung der Realisierung auf gutem Wege sind.

VOLVO wurde aufgrund der erwarteten Normalisierung der LKW-Bestände in den USA und des Konjunkturaufschwungs in Europa auf die Liste unserer Empfehlungen der europäischen peripheren Werte gesetzt. Die Bewertung der Aktie entspricht unserer Meinung nach KGVs, die nur knapp über dem Mittelwert des Zyklus liegen, wobei die Gewinne auf einem Tiefpunkt oszillieren.



Anleihen

Die 10Y-US-Rendite legte letzte Woche 6bp zu, was den unerwartet niedrigen Neuanträgen auf Arbeitslosengeld (199Tsd., erw. 218 Tsd.) und dem unerwarteten und sequenziellen Rückgang bereits registrierter Arbeitsloser (1.866 Tsd., erw. 1.902 Tsd. und 1.923 Tsd. der Vorwoche) geschuldet ist. In Europa legten 10Y-Bunds und -OAT in einer Woche ohne nennenswerte Konjunkturdaten aufgrund der Feiertage 4 bzw. 5bp zu. Diese Woche richtet der Markt sein Augenmerk auf die Entwicklung der Lage in Venezuela sowie auf die ISM-Indizes, die JOLTS und NFP in den Vereinigten Staaten.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die europäischen Märkte eröffneten heute früh beflügelt durch die Tech-Werte im Plus. Diese Woche stehen viele Konjunkturdaten an: ISM, Core PCE Price Index und Arbeitsmarktstatistiken in den USA; VPI, PPI und Arbeitslosenzahlen in der Eurozone. Die geopolitische Lage könnte für Turbulenzen sorgen.

Währungen

In einem eher trägen Markt wertete der USD als Fluchtwährung nach den geopolitischen Ereignissen (US-Militäraktion in Venezuela) auf. USD/CHF testete am 2. Januar kurz die 0,7900-Marke, erholte sich heute früh jedoch wieder auf 0,7950. Der Greenback legte gegenüber dem Euro zu, so dass EUR/USD von 1,1720 auf 1,1680 nachgab. Edelmetalle sind sehr volatil. Der Goldpreis startete bei 4.331 USD/Uz. ins neue Jahr, kletterte dann bis auf 4.400, sank in der Folge auf 4.310, um zuletzt wieder bis auf 4.420 zu steigen.

Grafik des Tages

Performance

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