Wirtschaft

Die US-Statistiken waren uneinheitlich. Das (ISM)-Vertrauen der Einkaufsmanager im verarb. Gewerbe blieb relativ stabil und verbesserte sich im Feb. sogar von 52,6 auf 52,4 (erw. 51,5), während der Dienstleistungsindex von 53,8 auf 56,1 (erw. 53,5) stieg. Dagegen vernichtete die US-Wirtschaft im Feb. 92.000 Arbeitsplätze; der Konsens war von 55.000 neuen Stellen ausgegangen. Die Einzelhandelsumsätze sind im Jan. um 0,2% ggü. Vm., d.h. weniger stark zurückgegangen als erwartet (-0,3%). In der Eurozone enttäuschte die Inflation im Feb. mit ihrem Anstieg von 1,7% auf 1,9%. Berücksichtigt man die Korrekturen stiegen die Einzelhandelsumsätze im Jan. um 2% ggü. Vj. (erw. 1,7%). In China fielen der PMI des verarb. Gewerbes und der Dienstleistungsindex im Feb. mit Rückgängen von 49,3 auf 49 (erw. 49,2) bzw. von 49,4 auf 49,5 (erw.49,7) enttäuschend aus.

KĂĽnstliche Intelligenz

Das Verteidigungsministerium stufte Anthropic offiziell als „Lieferkettenrisiko” ein, woraufhin D. Amodei rechtliche Schritte androhte, gleichzeitig aber versuchte, die Verhandlungen wieder aufzunehmen. OpenAI verhandelt seinerseits erneut über Sicherheitsgarantien für die Massenüberwachung. Diese Episode verdeutlicht ein strukturelles Problem des Sektors: Mangels eines klaren Rechtsrahmens ziehen private Unternehmen die roten Linien für die militärische Nutzung von KI – eine Rolle, die sie weder allein übernehmen wollen noch sollten.

Märkte

Die Anleger richten ihr Augenmerk auf den Iran, wobei die Nachrichten am Wochenende keine Entwarnung brachten. Geplant ist eine G7-Sitzung zur Mobilisierung der strategischen Ölreserven und Linderung des Preisdrucks. Die letzte Woche verlief im Risk-off-Modus: Ölpreisanstieg (+28%), Aktienmärkte im Sinkflug (USA: -2%; Europa: -5,5%, Schwellenländer: -6,9%) und höherer Dollar-Index (+1,4%). Das Anziehen der 10Y-Renditen ist eher atypisch, vor allem bei der Realrendite. Der Rückgang von Gold um -2,1% ist auf seine hohe Liquidität zurückzuführen. Diese Woche im Fokus: KMU-Vertrauen (NFIB), Verbraucherpreisindex und PCE-Inflation, Aufträge für langl. Güter und Haushaltsvertrauen (Univ. Michigan) in den USA; Sentix-Anlegervertrauensindex und Industrieproduktion in der Eurozone; Handelsbilanzsaldo in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Konsumklima, Konjunkturumfrage Februar (Seco), Ăśbernachtungsstatistiken Januar (BFS) und Passagierstatistiken Februar (Flughafen ZĂĽrich).

Ansonsten legen folgende Unternehmen ihre Zahlen vor: Ascom, Cosmo, Sensirion, Galenica, Huber+Suhner, Flughafen ZĂĽrich, Komax, Lindt&SprĂĽngli, Partners Group, Avolta, Fundamenta, Vetropack, Accelleron, Interroll, Kardex, Polypeptide, Autoneum, Bachem, Geberit, Swiss Life, Medacta und Molecular Partners.

Aktien

INDITEX (Core Holding) meldet am 11.3. Zahlen für Q4. Die Gruppe startet mit einer starken Position in dieses Quartal: Die Herbst-/Winterverkäufe verzeichneten zwischen Anfang Nov. und Mitte Dez. einen Anstieg um 9% bei konstanten Wechselkursen – eine deutliche Verbesserung gegenüber H1. Unser Investment Case bleibt intakt: struktureller Gewinn von Marktanteilen, einzigartiges Beschaffungsmodell, das die Margen schützt, und defensivstes Profil in der Textilbranche.

ROCHE (Core Holding) hat unerwartet gemeldet, dass die Ziele der Phase-III-Studie zur Bewertung von Giredestrant als Erstlinientherapie bei Brustkrebstumoren, die auf das Hormon Östrogen reagieren (ER-positiv), nicht erreicht wurden – ein Rückschlag, der zu Unsicherheit bzgl. des Umsatzpotenzials der Therapie führte, die zu den Wachstumstreibern von Roche zählt. Die Umsätze bleiben auf Zweitlinien- und adjuvante Therapien beschränkt (die Daten wurden bei den Behörden eingereicht) und könnten die Konsenserwartungen (CHF 4,5 Mrd.) erfüllen.

SK HYNIX (peripherer Wert) dürfte in diesem Jahr voraussichtlich USD 13,3 Mrd. in Ausrüstungen investieren: ein erheblicher Teil ist für die Migration auf fortschrittliche Prozessknoten in DRAM vorgesehen. SK Hynix zahlt ASML sogar einen Aufpreis, um die Lieferung seiner EUV-Tools zu beschleunigen – ein klares Signal für den Wettlauf um die Dominanz bei HBM und DRAM der nächsten Generation.



Anleihen

Die 10Y-US-Renditen zogen im Wochenverlauf aufgrund der Rückkehr der Inflationssorgen nach dem Beginn des Iran-Konflikts und der Schliessung der Strasse von Hormus um 20bp an. Der Arbeitsmarkt signalisierte erneut Schwäche, die angesichts der vernichteten 92.000 Stellen statt der erwarteten 55.000 neuen Stellen im Feb. eindeutig ist. In Europa stiegen die Renditen infolge der stark gestiegenen Energiepreise, die den Wochenverlauf prägten: Die 10Y-OAT und -Bund legten jeweils um 29bp und 22bp zu. Diese Woche steht im Zeichen der Entwicklungen im Iran-Konflikt.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Märkte eröffneten nach der Verteuerung der Ölpreise, die zu einer Zunahme der Inflationssorgen geführt hatte, heute im Minus. Wir erwarten die Zahlen von UBS, Inditex, Rheinmetall, Deutsche Bank, Oracle und Adobe, während an der Konjunkturfront VPI, BIP und Aufträge für langl. Güter in den USA, in der Eurozone der Sentix Investor Confidence und die Industrieproduktion anstehen.

Währungen

Im Krieg im Nahen Osten ist kein Ende in Sicht, weshalb der Brent-Preis bis auf 118$ stieg und derzeit bei 108$ steht. Aufgrund der Risikoaversion an den Devisenmärkten sind € und JPY die grossen Verlierer zum Wochenauftakt: €/CHF bei 0,8980, $/JPY bei 158,60. Trotz der stark rückläufigen US-Beschäftigungsdaten ist der $ ggü. den anderen Hauptwährungen als Fluchtwährung kurzfristig gut unterstützt: €/$ 1,1522, UL 1,1469, WL 1,1650; $/ CHF 0,7795, UL 0,7758, WL 0,7915. Gold steht aufgrund des festen $ unter Druck bei 5.090$/Uz., UL 5.050$, WL 5.206$.

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