Wirtschaft

Die US-Statistiken waren recht durchwachsen. Der Krieg im Iran belastet das Vertrauen der Einkaufsmanager (im verarbeitenden Gewerbe) in der NY-Region: Der Empire Manufacturing sank im März von +7,1 auf -0,2 (erw. +3,9). Die Industrieproduktion stieg im Feb. stärker als erwartet (+0,2% ggü. Vm., erw. +0,1%). Umgekehrt (vor Berücksichtigung der Negativfolgen des Kriegs beschleunigten sich die Erzeugerpreise im Feb. von +2,9% ggü. Vj. auf +3,4% (erw. +3%) und lösten Besorgnis aus. In der Eurozone brachen die Prognosen für das Wirtschaftswachstum (ZEW-Umfrage) im März infolge des Krieg im Iran von 39,4 auf -8,5 ein. In China war der Newsflow (vor dem Konflikt) im Feb. zufriedenstellend: Einzelhandelsumsätze (+2,8% ggü. Vj.), Investitionen (+1,8% ggü. Vj.) und Industrieproduktion (+6,3% ggü. Vj.) überraschten positiv.

Künstliche Intelligenz

OpenAI stellt mehrere experimentelle Projekte ein, um seine Ressourcen auf Coding und Angebote für Unternehmen zu konzentrieren – das einzige Segment, das genug wiederkehrenden Erträge zur Deckung der enormen Infrastrukturkosten generieren kann. Gleichzeitig setzen sich autonome Agenten als natürlicher Weg für die Integration von KI in den Workflow von Unternehmen durch: Systeme, die selbstlernend mehrere komplexe Aufgaben auf allen digitalen Plattformen einer Organisation ausführen können.

Märkte

Wie erwartet blieben die Fed in den USA und die EZB in der Eurozone bei ihrem Status quo. Die höheren Energiepreise gefährden ihren geldpolitischen Kurs. Die Märkte rechnen kaum noch mit einer Zinssenkung in den USA für 2026: Sie preisen sogar 2-3 Anhebung in Europa ein! Von der Eskalation im Iran wurde letzte Woche keine Assets verschont (ausgenommen Öl (+9,5%): Aktien: -0,3% (Schwellenländer) und -3,8/-4,0% (Europa-Schweiz), Industrieländer-Staatsanleihen: -0,5/-0,7%, Corporates: -0,1%. Gold: -8,8%. Diese Woche im Fokus: PMIs in den USA und Europa, Haushaltsvertrauen in Europa und Gewinne der Industrie in China. Thema ist die Eskalation oder Deeskalation im Iran: Die 10Y-US-Renditen stehen bei 4,4% – die Schmerzgrenze für Trump ist bald erreicht.

Schweizer Markt

Diese Woche veröffentlich die SNB ihr Zahlungsbilanz. Inficon, SIX, Migros und die Vaudoise Versicherungen legen ihre Zahlen vor, während DKSH, SGS, VZ Holding, Swisscom, Sika, Schindler und Oerlikon ihre Hauptversammlungen abhalten.

Aktien

ALIBABA/TENCENT (peripherer Wert) meldeten letzte Woche ihre Zahlen. TENCENT bietet weiter das transparenteste Profil: stetiges zweistelliges Wachstum (+13% ggü. Vj.) und eine Rentabilität, deren Eigenfinanzierung durch die Gaming- und Werbesparten ermöglicht wird. Besonders radikale Wende bei ALIBABA: beeindruckende Beschleunigung im Cloud-/KI-Bereich (+36% ggü. Vj.), gleichzeitig aber eine deutlichen Margenerosion, die wohl noch mehrere Quartale anhalten wird. Insgesamt bestätigen die Zahlen eine Intensivierung des KI-Investitionszyklus in China, was dem chinesischen Tech-Sektor auch weiterhin Schub bietet.

SHELL (peripherer Wert) hat nach den iranischen Raketenangriffen die Stilllegung der Pearl-GTL-Anlage in Katar für unbestimmte Zeit bekannt gegeben. Die Anlage ist von grosser Bedeutung: Sie produziert Flüssigkraftstoffe von umgerechnet 140.000 Bl/Tag; ein längerer Ausfall dürfte die Ergebnisse des Konzerns belasten: Fortsetzung folgt.

VW (peripherer Wert): Laut „Automotive News“ stellt Audi auf der Beijing Motor Show im kommenden Monat ein zweites Elektrofahrzeug vor, das in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Unternehmen SAIC entwickelt wurde: den Crossover E7X.



Anleihen

Die 10Y-US-Rendite stieg letzte Woche nach Inflationssorgen in Verbindung mit dem Krieg im Iran um 10bp. Die Fed liess ihre Zinsen unverändert, wobei J.Powell bestätigte, er bleibe bis zum Abschluss der DOJ-Untersuchung bei der Fed. In Europa liess die EZB ihren Leitzins ebenfalls unverändert, doch schraubten Äusserungen einiger EZB-Mitglieder die Erwartungen an Zinserhöhungen in Jahresverlauf weiter hoch – jetzt wird von mehr als 3 Zinserhöhungen ausgegangen, während die Renditen 10Y-OAT und 10Y-Bunds 8bp bzw. 6bp anzogen. Die Entwicklungen im Iran werden diese Woche wieder im Fokus stehen.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Märkte begannen heute ihre 4. Woche in Folge mit Verlusten, während sich der Konflikt im NO verschärft und der Ölpreis die Prognosen für Zinsschritte der Notenbanken in Frage stellt: Man spricht für 2026 nicht mehr von Zinssenkungen, sondern von Erhöhungen, um die Inflation im Zaum zu halten. Daher dürften die PMIs in den USA und der Eurozone wenig Beachtung finden.

Währungen

Der USD stabilisierte sich trotz der Sorge der Märkte aufgrund einer möglichen Eskalation der Spannungen zwischen den USA/Israel und Iran. €/$ steht heute früh bei 1,1540. Gleiches Szenario für den CHF: €/CHF oszilliert in einer Spanne zwischen 0,9080-0,9117. Bemerkenswert sind der starke Rückgang von Gold um über 8% aufgrund der Inflation sowie die Erwartungen an eine weltweite Leitzinserhöhung. Der Yen gab seinerseits auf $/JPY 159,50 nach.

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