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Wirtschaft

Die US-Statistiken waren recht durchwachsen. Der ISM des Dienstleistungsgewerbes sank im Sept. leicht von 55,4 auf 54,9, verharrt aber wie erwartet auf einem hohen Niveau von 55. Der Rückgang der Komponente ‚Preisentwicklung‘ von 72,6 auf 74 (erw. 73,3) wurde durch den Anstieg der Beschäftigungskomponente von 47,8 auf 50,1 (erw. 48,8) kompensiert. Der Rückgang des Haushaltsvertrauens (Univ. Michigan) im Okt. von 48,1 auf 46,3 (erw. 47,6) enttäuschte. In der Eurozone verschlechterte sich das Sentix-Anlegervertrauen im Okt. unerwartet stark von 5,1 auf 2,7 (erw. 4,2). Die Einzelhandelsumsätze stiegen im Aug. um +0,1% ggü. Vm., d.h. weniger stark als erhofft (+0,2%); die Erzeugerpreise zogen unerwartet von +5,8% ggü. Vj. auf +8,2% (erw. +7,6%) an. In China lag der Rückgang der Devisenreserven von USD 3.438 Mrd. auf 3.400 Mrd. leicht über den Erwartungen (Rückgang auf 3.425 Mrd.).

Künstliche Intelligenz

Die Finanzierungen im KI-Bereich steigen sich auf gewaltige Beträge: SpaceX strebt eine Kreditaufnahme von USD 40 Mrd. für GPUs von Nvidia an, OpenAI über USD 50 Mrd. für seine Chips und Anthropic USD 60 Mrd. für die Google-TPUs. Dahinter steht die Verflechtung der einzelnen Interessen: Broadcom ist an der Entwicklung der Chips beteiligt und unterstützt auch deren Finanzierung. Auf diese Weise sichert sich der Konzern seine Absatzmärkte, während die finanzielle Verflechtung der Branche weiter zunimmt.

Märkte

Vor dem turbulenten geopolitischen Wochenende (Huthi-Angriffe und das von Trump angekündigte Moratorium für Energieinfrastrukturprojekte im Ukraine-Konflikt) verlief die Woche eher ruhig. Die 10Y-Renditen stabilisierten sich (USD: -4 bp; EUR-All: +3 bp), einschliesslich in Frankreich (-2 bp), wodurch US-Aktien (+1,2%) stärker zulegten als anderswo (Europa und Schwellenländer: +0%). Gold (+1%) profitierte, trotz der Aufwertung des USD um +0,3% (Dollar-Index) in einer Woche, in der die Ölpreise um +2,6% anzogen. Diese Woche im Fokus: KMU-Vertrauen (NFIB), Erzeuger- und Verbraucherpreisindizes, Industrieproduktion in den USA; Industrieproduktion und Handelsbilanz in der Eurozone; Erzeuger- und Verbraucherpreisindizes sowie Handelsbilanz in China.

Schweizer Markt

Im Fokus diese Woche stehen Verkehrsstatistiken (Flughafen Zürich), Übernachtungsstatistiken und Erzeugerpreisindizes September.

U.a. legen folgende Unternehmen ihre Zahlen vor: Givaudan, Sulzer, Lonza, Bossard und VAT.

Aktien

AIRBUS (peripherer Wert) lieferte im Sept. 72 Flugzeuge aus (+15 ggü. Vm.) und dürfte im Q4 durchschnittlich 108 Maschinen liefern (nach 95 2025), um das angepeilte Ziel von rund 870 im Geschäftsjahr 2026 zu erreichen, für das der CEO „sehr zuversichtlich“ ist.

ALPHABET (Core Holding) schloss mit Constellation einen 20-Jahres-Vertrag über USD 4,3 Mrd. zur Finanzierung der Modernisierung von 11 Kernreaktoren ab, wodurch ab 2028 eine Zusatzleistung von 890 MW zur Verfügung steht. Ziel ist die Gewährleistung der Stromversorgung der eigenen Rechenzentren durch eine Steigerung der Produktion bestehender Kraftwerke.

TEXAS INSTRUMENTS wurde auf unsere Liste der Core Holdings gesetzt. Unsere Überzeugung beruht darauf, dass sich der Industriezyklus erholen, das Segment ‚Rechenzentren‘ weiter kräftig wachsen und durch den steigenden Bedarf an Leistungsmanagement Auftrieb erhalten dürfte. Die zunehmende Auslastung der 300-mm-Fabriken dürfte zu einer besseren Absorption der Fixkosten führen und Steigerungen der Margen und des Free-Cashflows ermöglichen.

UNITEDHEALTH (peripherer Wert): Medicare gab die Sterne-Bewertungen (von 1 bis 5) bekannt, welche die Leistungen der Medicare Advantage-Verträge messen. Diese Bewertungen beeinflussen Entscheidungen der Versicherten (Auswirkungen auf die Einkommen) und führen zur Zahlung einer Qualitätsprämie für Verträge mit 4 Sternen und darüber (was sich potenziell auf die Rentabilität auswirkt). Die Bekanntgabe entsprach den Erwartungen von UnitedHealth, bei denen der Anteil der Verträge mit „4 Sternen und mehr“ von 78% auf 68% sinken dürfte. Damit wird eine Quelle der Unsicherheit beseitigt, die den Sektor der US-Krankenversicherer belastet hatte.

Anleihen

Die 10Y-US-Rendite gab im Wochenverlauf aufgrund der hohen Volatilität der Renditen, die durch die Ankündigung von Trump, er werde den Iran nicht vor den Midterms im November angreifen, verstärkt wurde, 3 bp ab. In Europa schlossen die 10Y-Renditen ebenfalls praktisch unverändert (OAT: -2bp, Bund: +3bp, BTP: -3bp), während der Markt die Entwicklungen rund um den Haushalt und die Wahlen in Frankreich verfolgt und sich auf die vorgezogenen Wahlen in Spanien im November einstellt. Diese Woche steht der VPI in den USA im Zentrum des Interesses.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Woche verspricht spannend zu werden, denn wie üblich geben Banken den Auftakt zur Berichtssaison. Wir werden sehen, wie sich Goldman, JPM und andere diesem Umfeld hoher Zinsen behaupten. Jede Fehlentscheidung ist zu vermeiden, da die Folgen schwerwiegend sein könnten. Die US-Inflationsdaten für Sept. stehen am Dienstag und Mittwoch an. Zudem steigen die Spannungen im Nahen Osten. Wir bleiben auf der Hut.

Währungen

Nach den tödlichen Raketenangriffen auf den Flughafen von Riad wird eine Ausweitung des Konflikts befürchtet. In Europa hat Trumps „Energie-Waffenstillstand“ für Unsicherheit an den Märkten gesorgt. Der $ konsolidiert seine Gewinne auf $/CHF 0,8310 und $/JPY 158,43. Die Verunsicherung über die franz. Staatsverschuldung schickte den € letzte Woche auf Talfahrt. Heute Morgen handelt er bei €/$ 1,1201, UL 1,1075, WL 1.277. Der CHF bleibt fest bei 0,9315 für €/CHF, UL 0,9260, WL 0,9365. Das £ korrigiert auf £/$ 1,3240, UL 1,3160, WL 1,3308. Gold steht bei 4.186$/Uz.

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