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Wirtschaft

Die US-Statistiken waren durchwachsen: Die Hauspreise (S&P) stiegen im Juli um 0,2% (erw. +0,1%) bzw. um 2,1% ggü. Vj.; die Verkäufe von Neubauten sanken dagegen um 10,5% ggü. Vm. (erw. -1,4%); das Haushaltsvertrauen verschlechterte sich im Aug. von 90,2 auf 89,4 (erw. 90,2). Die PCE-Inflation stieg im Juli um 0,2% ggü. Vm. und damit stärker als erwartet (+0,1%; +3,7% ggü. Vj.) Die „Core PCE“-Inflation entwickelte sich wie erwartet (+0,2% ggü. Vm. bzw. +3,3% ggü. Vj.; = unverändert). Die Aufträge für langl. Güter waren im Juli unerwartet hoch (+1,1% ggü. Vm., erw. +0,5%). In der Eurozone stiegen die EU-Vertrauensindizes im Aug.: Wirtschaft von 97,1 auf 98,4 (erw. 97,5), Dienstleistungen von +5,1 auf +5,8 (erw. +4,9) und Industrie von -6,1 auf -5,3 (erw. -5,1). In China lag der amtliche PMI des verarb. Gewerbes im Aug. bei 49,8 (+0,6), der Dienstleistungsindex stand unverändert bei 49,0; beide befinden sich weiter der Kontraktionszone.

Künstliche Intelligenz

Die erneut spektakulären Zahlen von NVIDIA (Core Holding) waren aus börsentechnischer Sicht nicht das herausragendste Ereignis. Was uns von dieser Woche in Erinnerung bleiben wird, sind die Veröffentlichungen grosser Namen der Softwarebranche, insb. von SALESFORCE (peripherer Wert), die bestätigen, dass dieses Segment zum jetzigen Zeitpunkt nicht durch KI belastet wird, sondern von ihr profitiert. Seit Anfang Juni legten Software-Aktien im S&P 500-Index daher um 17% zu, das Halbleiter-Segment gab hingegen um 10% nach.

Märkte

Wichtigstes Ereignis der Woche war neben den Wirtschaftsdaten die Rede des Fed-Chefs K. Warsh auf dem Symposium in Jackson Hole. Er bekräftigte, dass der Inflation besondere Aufmerksamkeit geschenkt werde. Die Erwartungen an Zinserhöhungen stiegen, und mit ihnen der Dollar (+0,9%), was den Gold belastete (-0,8%) und eine Verflachung der US-Renditekurve auslöste. Das Ende der Berichtssaison hat Aktien aufgrund des rückläufigen Ölpreises (-5,3%) und des robusten US-Investitionszyklus gestützt (USA +0,5%, Europa +0,2%, Schwellenländer +0,01%) mit Ausnahme der Schweiz (-0,4%). Diese Woche im Fokus: ISM des verarb. und Dienstleistungsgewerbes, Arbeitsmarktbericht und Handelsbilanz in den USA; Verbraucher- und Erzeugerpreisindex, Einzelhandelsumsätze und Arbeitslosenquote in der Eurozone; PMIs des verarb. und Dienstleistungsgewerbes von RatingDog in China.

Schweizer Markt

Diese Woche steht die Beratung über das Bankengesetz auf der Tagesordnung (siehe Lex UBS – Wirtschaftskommission des Ständerats), die Aussenhandelszahlen, die Übernachtungsstatistiken und die Umsätze im Dienstleistungsgewerbe Juli (BFS), die hypothekarischen Referenzzinssätze (BWO) und der PMI-Index August.

Ansonsten werden folgende Unternehmen diese Woche ihre Geschäftszahlen vorlegen: Partners Group, Swiss Life, Vaudoise Assurances und Romande Energie.

Aktien

ENGIE (peripherer Wert) hat zwei Batteriesysteme in Chile mit einer Leistung von 251 MW in Betrieb genommen. Die Investition belief sich auf USD 283 Millionen. Die Unternehmensgruppe verfügt somit über eine Gesamtspeicherkapazität von 663 MW im Land, was der Leistung eines Gaskraftwerks entspricht.

MERCK & CO (Core Holding): Das Scheitern des autogenen Impfstoffs Cevumeran (gemeinsame Entwicklung von BioNTech und Roche) als Monotherapie bei Darmkrebs stellt die Entwicklung von Intismeran nicht in Frage, sondern bestätigt vielmehr zwei Punkte: 1. die Notwendigkeit einer Verabreichung in Kombination mit einer Immuntherapie – im Fall von Intismeran verstärkt der Impfstoff die spezifisch auf Mutationen gerichtete Immunantwort, und durch Keytruda wird die Fähigkeit der Tumoren unterbunden, dem Immunsystem zu entkommen; 2. das Erfolgspotenzial einer solchen Entwicklung dürfte bei „heissen“ Tumoren (wie dem Melanom), die eher eine Immunreaktion auslösen, grösser sein als bei „kalten“ Tumoren (wie dem Darmkrebs).

Anleihen

Die 10Y-US-Rendite schloss die Woche nur um 1bp niedriger, nachdem sie im Wochenverlauf 9bp verloren hatte. Die Rede von K. Warsh in Jackson Hole, aus der hervor ging, dass die Inflationsbekämpfung noch nicht abgeschlossen ist, führte zu einem Anstieg der Erwartungen an Zinserhöhungen. In Europa schloss die 10Y-OAT nach einem Rückgang um 8bp zur Wochenmitte ebenfalls 1bp niedriger, während die 10Y-Bund nach der „hawkishen“ Rhetorik der EZB-Mitglieder 2bp zulegte. Diese Woche richtet der Markt sein Augenmerk auf die NFP in den USA und den Flash-VPI in Europa.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Diese Woche sorgen Inflation und Zentralbanken in den Trading Rooms für Diskussionen. Am Freitag überraschte K. Warsh in Jackson Hole mit restriktiver Rhetorik und schürte erneut Spekulationen über eine Zinserhöhung bereits im September. Die Beschäftigungsdaten am Freitag könnten diese Spekulationen erhärten. Am Dienstag stehen die Inflationsdaten der Eurozone an, die darüber entscheiden, ob die EZB bereits am 10. September die Zinsen anhebt oder nicht.

Währungen

Die „hawkische“ Rhetorik des Fed-Chefs in Jackson Hole hat dem $ Schub verliehen: $/CHF 0,8080, UL 0,80, WL 0,8150, $/JPY 159,60. Nach den Luftangriffen der USA und des Iran ist der Ölpreis auf 89,81$ gestiegen. €/$ steht bei €/$ 1,1595 weiter unter Druck, UL 1,15, WL 1,1650. Der CHF bleibt stabil bei 0,9368, UL 0,9316, WL 0,9450. Die Erwartungen steigender Zinsen lösten einen Rückgang des Goldpreises auf 4.446 $/Uz. aus. Der Devisenmarkt wartet gespannt auf die US-Beschäftigungsdaten.

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