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Wirtschaft

Die US-Statistiken waren uneinheitlich. Zu den guten Nachrichten zählt der unerwartet starke Anstieg des ISM des verarb. Gewerbes im Juli von 53,3 auf 55,6 (erw. 53,9), der Dienstleistungsindex zog von 54 auf 54,1 (erw. 54,5) an. Allerdings vernichtete die Wirtschaft 23.000 Arbeitsplätze, statt der erwarteten 80.000 neuen Stellen. Zudem wurde die Zahl in den Vormonaten um -103.000 abwärts korrigiert. Enttäuscht hat vor allem der öffentl. Sektor (-53.000), da die Privatwirtschaft weiter einstellt (+30.000). In der Eurozone war der monatliche Rückgang der Erzeugerpreise im Juni (-0,3% ggü. Vm. und +4,6% ggü. Vj.) erwartet worden, doch die Einzelhandelsumsätze (-0,3% ggü. Vm.; +0,7% ggü. Vj.) enttäuschten unerwartet (+0,1% ggü. Vm.; +1% ggü. Vj.). In China sanken die RatingDog-PMIs des verarb. und Dienstleistungsgewerbes von 51,7 auf 50,9 (erw. 52) bzw. von 54,1 auf 50,4 (erw. 53,7).

Künstliche Intelligenz

OpenAI setzte bestimmte Aktivitäten im Zusammenhang mit Astra aus, nachdem interne Bewertungen deutliche Fortschritte bei der agentenbasierten Programmierung und der Cybersicherheit erzielt hatten. Diese Agenten können Programmieraufgaben autonomer und mit geringerer menschlicher Überwachung ausführen, was jedoch die potenziellen Risiken einer missbräuchlichen Nutzung erhöht. Die Entwicklung wird daher unter verschärften Kontrollen fortgesetzt, was die Einführung vorerst verlangsamen könnte.

Märkte

Angesichts der anhaltenden Verhandlungen erwarten die Märkte eine Deeskalation im Nahost-Konflikt. Daher sanken die Barrelpreise um über 7%, die 10Y-Renditen gaben um 7bp in $ und um 8/10bp in EUR nach. Dies verlieh Aktien Auftrieb, die in den USA um +3,7% und in Europa um +1,7% zulegten, während Schwellenländerwerte um 0,5% sanken. Der Rückgang des Dollar-Index um 0,4% ermöglichte eine Erholung der Goldpreise um +7,6%. Diese Woche im Fokus: KMU-Vertrauen (NFIB), Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes, Einzelhandelsumsätze und Haushaltsvertrauen (Univ. Michigan) in den USA; Sentix-Anlegervertrauensindex, Industrieproduktion und Handelsbilanz in der Eurozone; Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Erzeuger- & Importpreise Juli (BFS) und BIP im Q2 (Seco).

Ansonsten legen folgende Unternehmen diese Woche ihre Zahlen vor: Aryzta, Alcon, Bell, Tecan, On Holding, Berner Kantonalbank, IVF Hartmann, St. Galler Kantonalbank, Flughafen Zürich, Schlatter, Komax, Montana Aerospace, Polypeptide, Swissquote, Mobilezone und VZ Holding.

Aktien

ALLIANZ (peripherer Wert) legte für Q2 2026 unerwartet gute Zahlen vor: ein operatives Ergebnis von € 4,87 Mrd. (+6%), das vor allem der Lebensversicherung und dem Asset Management zu verdanken ist, während der Nicht-Leben-Bereich den Erwartungen entsprach. Der Nettogewinn enttäuschte, er lag überwiegend aufgrund von Timing-Effekten um 7-8% unter den Prognosen. Die Fundamentaldaten bleiben robust, die Ziele wurden bestätigt, trotz Abschwächung der Nicht-Leben-Sparte.

Diese Woche in puncto KI-Thematik im Fokus: COREWEAVE (peripherer Wert) und APPLIED MATERIALS (Core Holding). CoreWeave wird am 11.8. seine Zahlen melden: Im Zentrum stehen dabei die zunehmende Leistung der neuen Rechenkapazitäten und die Umwandlung seines Auftragsbestands in Umsatz. Applied Materials wird am 13.8. seine Ergebnisse vorlegen: Falls sich das Szenario nicht grundlegend ändert, dürfte der Konzern weiterhin von den steigenden Investitionen in neue Halbleiterfabriken und KI-bezogene Kapazitäten profitieren.

INFINEON (peripherer Wert) meldete solide Zahlen für Q3: Rekordumsatz von € 4,17 Mrd. (+9% ggü. Vq.) und EBIT-Marge von 19,1%. Die Wachstumsdynamik wird weiter von den KI-Rechenzentren gestützt, wobei das Segment „Power & Sensor Systems“ im Quartal um 14% wuchs, während im Automobilsektor trotz der nach wie vor schwachen Nachfrage nach Hochspannungskomponenten für E-Fahrzeuge Anzeichen einer Erholung erkennbar sind. Für Q4 strebt der Konzern einen Umsatz von € 4,7 Mrd. und eine Marge von 23% an.

Anleihen

Die 10Y-US-Rendite verlor letzte Woche aufgrund der deutlich unter der Konsensschätzung liegenden Zahl neuer Stellen (-23 Tsd., erw. +80 Tsd.) und der Abwärtskorrekturen aufgrund der unerwartet enttäuschenden Entwicklung der Stundenlöhne (+0,1% ggü. Vm., erw. +0,3% ) 9bp. In Europa verloren die 10Y-Bund und die 10Y-OAT 8bp, da die Arbeitslosenzahlen in Frankreich auf den höchsten Stand seit der Pandemie gestiegen und die Industrieproduktion in beiden Ländern lethargisch ist. Diese Woche stehen der VPI in den USA im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Nach einer positiven Woche eröffneten die Märkte quasi unverändert. Die schlechteren US-Beschäftigungsdaten scheinen eine baldige Zinserhöhung in weite Ferne zu rücken. Diese Woche erwarten wir noch einige Quartalszahlen von Super Micro, Cisco und Applied Materials. An der Konjunkturfront stehen VPI, PPI und Einzelhandelsumsätze in den USA, in der Eurozone BIP und Arbeitslosenzahlen an.

Währungen

Das Ende der Vorwoche war von Volatilität geprägt, da die schlechten US-Arbeitsmarktdaten den Aufwärtstrend des $ ausbremsten. $/CHF 0,8085, UL 0,7955, WL 0,8152. Da eine Zinserhöhung durch die Fed im September immer unwahrscheinlicher wird, erholt sich €/$: €/$ 1,1556, UL 1,1470, WL 1,1685. Im Fokus des Devisenmarktes steht diese Woche der US-VPI. Der CHF gibt auf €/CHF 0,9341 nach, UL 0,93, WL 0,94. Gold verteuert sich deutlich auf 4.354 $/Uz.

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