Wirtschaft

Die US-Statistiken waren recht durchwachsen. Die guten Nachrichten: Die Aufträge für langlebige Güter stiegen stärker als erwartet um +7,9% ggü. Vm. (erw. +4%). Die PCE-Inflation zog im Mai weniger stark an als erwartet (+0,4% ggü. Vm., erw. +0,5%) und sorgte für Beruhigung. Jedoch wurde das BIP im Q1 aufgrund des schwächeren Konsums (+1,4%, statt der 1.Schätzung: +1,6%) von +2% ggü. Vq. annualisiert auf +1,6% nach unten korrigiert worden. Die Hausverkäufe sanken im April um 6,2% ggü. Vm. (erw. -3,2%). In der Eurozone stabilisierten sich die EU-Vertrauensindizes im Mai: in der Wirtschaft von 93,2 auf 93,5 (erw. 93), in der Industrie von -7,7 auf -8 (erw. -8) und bei Dienstleistungen von +1,4 auf +2,2 (erw. +0,3). In China beschleunigte sich das jährliche Gewinnwachstum der Industrie im April von +15,8% ggü. Vj. auf +24,7% ggü. Vj.

KĂĽnstliche Intelligenz

Auf der GTC in Taipei stellte Nvidia eine neue Generation von Windows-PCs vor, in die mehr KI-Leistung direkt in den Rechner integriert ist. Das Ziel ist die Weiterentwicklung des PC von einem reinen Instrument der Produktivitätssteigerung zu einer Plattform, auf der KI-Assistenten und -Agenten laufen können. Dies bietet Nvidia die Möglichkeit, sein Ökosystem über Rechenzentren hinaus auf PCs, Desktops und Workstations auszuweiten.

Märkte

Die erhoffte Einigung zwischen den USA und Iran erhöhte die Risikobereitschaft nach dem Rückgang der Barrelpreise um über 11% und der Verengung der Staatsanleihenrenditen um rund 10bp in USD und EUR. Aktien legten vor allem in den Schwellenländern (+3,9%) zu, schlossen aber auch in den USA (+1,5%) und in Europa (+0,1%) höher. Der USD sank um 0,3% und ermöglichte einen Anstieg des Goldpreises um +1,8%. Diese Woche im Fokus: ISM des verarb. und Dienstleistungsgewerbes, Arbeitsmarktbericht und Verbraucherkredite in den USA; Verbraucher- und Erzeugerpreisindizes, Arbeitslosenquote, Einzelhandelsumsätze in der Eurozone; PMI des verarb. und Dienstleistungsgewerbes (amtlich und von RatingDog) in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: hypothekarischer Referenzzinssatz (BWO), Einzelhandelsumsätze April (BFS), Dienstleistungsumsätze März (BFS), BIP im Q1 (Seco), Einkaufsmanagerindizes (PMI) Mai, Aussenhandel/Uhrenexporte April (BAZG), Entwicklung der Nominallöhne (BFS), Inflation Mai (BFS), Arbeitslosenzahlen Mai (Seco) und Devisenreserven per Ende Mai (SNB).

Ansonsten meldet Burckhardt diese Woche seine Zahlen fĂĽr 2025/2026.

Aktien

Wir nehmen bei BASF (+14,6%, inkl. Dividende seit dem 3.2.) die Gewinne mit und streichen die Aktie von der Liste der peripheren Werte. BASF ist u.E. unabhängig vom jeweiligen Szenario im Nahen Osten anfällig für eine Unterperformance: Eine anhaltende Blockade der Strasse von Hormus ist ein Risiko für die künftige Nachfrage nach Chemieprodukten. Umgekehrt würde die Öffnung eine baldige Rückkehr der chinesischen Konkurrenz und eine Verschlechterung der „Pricing Power“ bewirken.

Wir nutzten die Korrektur bei Goldwerten und setzen NEWMONT Corp. auf die Liste der peripheren US-Werte. Newmont profitiert von seinem geografisch gut diversifizierten Portfolio mit Assets, die überwiegend der Tier-1-Kategorie angehören oder auf dem Weg dahin sind. Newmont ist der weltweit grösste Goldproduzent, der als einziger im S&P 500 geführt wird. Die FCF-Rendite beläuft sich 2026 auf attraktive 8,8%. Mit einem geschätzten Cashflow von USD 10 Mrd. für 2026 dürften die Rückflüsse an die Aktionäre (Dividenden + Aktienrückkäufe) zu den höchsten in der Branche zählen.

NVIDIA (US-Core Holding) stellte auf der GTC eine erweiterte KI-Roadmap vor, die über den PC-Chip hinausgeht und die künftige Rubin/Vera-Rubin-Plattform, die „AI Factories“ und den Ausbau von Netzwerk, Servern und Software umfasst. Die klare Message: Nvidia will im Zentrum der KI-Infrastruktur – vom Rechenzentrum bis hin zu den Agenten und Endanwendungen – bleiben.

SALESFORCE (peripherer US-Wert) meldet ein erfreuliches Quartal und hebt seinen Ausblick für das GJ2027 auf USD 45,9-46,2 Mrd. an. Zudem bestätigte Salesforce eine Non-GAAP-Marge von 34,3%. Obwohl der Markt KI nach wie vor skeptisch sieht, bleibt die Entwicklung von Agentforce, Data Cloud und Slack vielversprechend. Wir bleiben zuversichtlich, da wir im 2HJ eine Verbesserung erwarten.

Anleihen

Die 10Y-US-Rendite gab aufgrund der Hoffnung auf ein schnelles Ende des Iran-Konflikts diese Woche 12bp ab. Gleiches Bild in Europa: 10Y-Bund und 10Y-OAT schlossen 10bp bzw. 11bp niedriger. Unterstützung boten die rückläufigen Inflationsdaten in der Eurozone, allen voran in Spanien und Frankreich. Der Markt korrigierte die erwarteten Zinserhöhungen der EZB nach unten und rechnet dieses Jahr nur noch mit 2,4 Zinsschritten. Dieser Woche im Fokus des Marktes: ISM in den USA, bevor die Zentralbanken ihren Sitzungsreigen nächste Woche mit der EZB beginnen.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Obwohl die geopolitischen Lage unverändert ist und die Wall Street angetrieben durch die Tech-Werte einen Rekord nach dem anderen aufstellt, konzentrieren sich die Anleger auf die US-Arbeitsmarktdaten am Freitag. Zudem stehen in den USA die ISM, in der Eurozone Arbeitslosenquote, Verbraucherpreisindex (VPI), Erzeugerpreisindex (PPI) und BIP an. Die Renditen zogen heute früh erneut an, was für Volatilität sorgen dürfte.

Währungen

Der Devisenmarkt wartet einen Deal zwischen Iran und USA ab. Die Hauptwährungen verharren in engen Spannen. Gestützt durch die erwartete Zinserhöhung der EZB erholte sich der € auf €/$ 1,1658; ein Testen der WL 1,1737 ist möglich, die UL 1,1575 bleibt gültig. Trotz der massiven Intervention der BoJ im Vormonat wartete der JPY erneut ab: $/JPY 159,45, UL 155,20, WL 160,72. Der CHF bleibt aufgrund der geopolitischen Instabilität fest: €/CHF 0,9125, $/CHF 0,7828. Unsere Spannen: €/CHF 0,9080-0,9178, $/CHF 0,7750-0,7910. Der Goldpreis steht bei 4.506 $/Uz.

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