Wirtschaft

Die US-Daten stimmten eher zuversichtlich. Im Q1 enttäuschte das BIP-Wachstum (+2% ggü. Vq. annualisiert, erw. +2,3%) zwar, doch beruhigte seine Struktur. Die starke Investitionsdynamik wird durch die gestiegenen Aufträge für Ausrüstungsgüter (o. Verteidigung und Luftfahrt) im März bestätigt (+3,3% ggü. Vm., erw. +0,5%). Der ISM des verarb. Gewerbes verharrte im Apr. bei 52,7 (erw. 53,2), d.h. im Expansionsbereich. In der Eurozone enttäuschten die EU-Vertrauensindizes im Apr. dagegen mit Rückgängen: Wirtschaft von 96,2 auf 93 (erw. 95,1), Industrie von -7 auf -7,7 (erw. -7), Dienstleistungen von 4,1 auf 0,9 (erw. 3). Das BIP-Wachstum war im Q1 mit 0,1% ggü. Vq. unerwartet schwach (+0,2%). Im April zog die Inflation wie erwartet von +2,6% ggü. Vj. auf +3% an. In China schloss der PMI des verarb. Gewerbes den Apr.l erneut bei 50,3, während er im Dienstleistungssektor von 50,1 auf 49,4 (erw. 50) sank.

KĂĽnstliche Intelligenz

Eine aktuelle Studie beziffert den Markt für photonisch-integrierte Schaltkreise bis 2033 auf ca. USD 150 Mrd., aufgrund der für KI-Cluster nötigen optischen Verbindungen. Zudem beschleunigen sich die strategischen Bewegungen: Marvell übernahm im April Polariton Technologies, um seine Leistung auf 3,2T zu steigern. Lumentum ging auf der OFC 2026 eine Partnerschaft mit NVIDIA für die nächste Generation optischer KI-Netze ein. Der Übergang von Kupfer/Optik wird zu einer Schlüssel-Frage für KI-Datenzentren.

Märkte

Die grossen Notenbanken Fed, BCE, BoE, BoJ liessen ihre Zinsen unverändert. Die Märkte haben ihre Rhetorik als weniger restriktiv interpretiert als erwartet: Ungeachtet dessen stiegen die 10Y-Renditen in USD um 7bp, in Euro um nur 2bp. Aktien liefen im Wochenverlauf uneinheitlich (USA: +0,9%; Europa: +0,2%, Schwellenländer: -0,5%). Die Abwertung des Dollar-Index um 0,4% kam dem Goldpreis nicht zugute (-1,8%), der unter dem Anstieg der Renditen und des Rohölpreises (+2,6%) litt. Diese Woche im Fokus: ISM des Dienstleistungsgewerbes, Handelsbilanz, Haushaltsvertrauen (Univ. Michigan) und Arbeitsmarktbericht in den USA; EU-Vertrauensindizes (Wirtschaft, Industrie, Dienstleistungen), BIP im Q1, Erzeugerpreisindex, Einzelhandelsumsätze und Anlegervertrauen (Sentix) in der Eurozone sowie Devisenreserven in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Beschäftigungsindikator für Q2 (KOF), PMI-Einkaufsmanagerindizes April (BFS), Konjunkturumfrage (KOF), Arbeitslosenzahlen April (Seco), Devisenreserven per Ende April (SNB) und Konsumklima April (Seco).

Ansonsten legen folgende Unternehmen diese Woche ihre Zahlen vor: Geberit, Alcon, Logitech, Lastminute, Swiss, Avolta, AMS Osram, Montana Aerospace, Swiss Re, Valiant, Swisscom, Landis+Gyr, Lonza und Clariant.

Aktien

AMAZON wurde erneut auf die Liste der US-Core Holdings gesetzt, um von der erneuten Beschleunigung bei AWS und der Erholung des FCF ab 2027 zu profitieren, der derzeit durch den Investitionszyklus Grenzen beschränkt ist. In der Mag 7-Gruppe ist Amazon für 2026 wohl am besten positioniert.

ASTRAZENECA (Core Holding): Der FDA-Beratungsausschuss FDA hat gegen die Zulassung des Brustkrebsmedikaments Camizestrant (Anti-SERD) bei hormonrezeptorpositivem Krebs mit ESR1-Mutation gestimmt. Die Gründe: 1. Bedenken wegen der Strukturierung der Studie, die auf der Verwendung eines innovativen Biomarkers beruht (noch keine Referenz), 2. bisheriges Fehlen von Daten zur Gesamtüberlebensrate (noch nicht ausgereift). Kaum Auswirkungen auf den Aktienkurs, da das vom Konsens erwartete Umsatzpotenzial niedrig ist.

ATLAS COPCO (Core Holding) schloss die Übernahme des auf Vakuum- und Dichtheitsprüfungen spezialisierten US-Unternehmens LACO ab, das im Jahr 2025 einen Umsatz von 25 Millionen US-Dollar erzielt hat. Der Konzern tätigt jährlich etwa 20 Übernahmen dieser Art.

ENERGIESEKTOR: Nach dem Austritt der VAR zählt die OPEC+ nur noch 7 Mitglieder: Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman. Die neue Gruppe wird ihre Produktion im Juni um 188.000 pro Tag steigern.

ENGIE (peripherer Wert) und Belgien haben bekannt gegeben, dass sie in exklusiven Verhandlungen ĂĽber die Ăśbernahme des belgischen Kernkraftwerksparks von ENGIE durch den Staat stehen. Dieser Schritt wĂĽrde Klarheit im Investment Case fĂĽr ENGIE schaffen.

Anleihen

Die 10Y-US-Rendite zog in der Fed-Sitzungswoche und Zins-Status quo 7bp an, wobei sich 3 Fed-Mitglieder für eine Erhöhung aussprachen. Auftrieb erhält die Wirtschaft derzeit durch die unerwartet niedrigen Arbeitslosmeldungen und einen recht resilienten ISM des verarb. Gewerbes. In Europa stiegen die 10Y-OAT und 10Y-Bund um 6bp bzw. 2bp, während die EZB ihre Zinsen unverändert liess, gleichzeitig aber den Weg für eine Anhebung im Juni ebnete und betonte, dass die bis dahin vorliegenden Daten entscheidend seien. Im Fokus diese Woche: ISM des Dienstleistungsgewerbes und JOLTS in den USA.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Inflationsrisiken durch die geopolitische Lage und die Ölpreise beeinflussten die Märkte kaum. Die Resilienz der US-Wirtschaft und soliden Quartalszahlen der Unternehmen locken Investoren an. Alle Augen werden auf den US-Arbeitsmarktbericht und auf die PMIs in der Eurozone gerichtet sein, während die Zahlen weiterer Unternehmen anstehen.

Währungen

Der Zins-Status quo der Notenbanken und die geopolitische Sackgasse im Iran-USA-Konflikt sorgten letzte Woche für niedrige Volatilität am Devisenmarkt. Doch blieb die faktische Intervention der BoJ ($ 34,5 Mrd.) unberücksichtigt: $/JPY sank von 160 auf 155,49. Das Paar handelt bei $/JPY 156,88. Der € steigt heute früh auf €/$ 1,1727, UL 1,1596, WL 1,1820. Der CHF festigt sich trotz Warnungen der SNB auf €/CHF 0,9168 und $/CHF 0,7820. Unsere Spannen: €/CHF 0,9100-0,9240, $/CHF 0,7750-0,7930. Das £ erholt sich auf £/$ 1,3570, UL 1,3450, WL 1,3650. Gold sank leicht auf 4.586 $/Uz.

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