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Wirtschaft

Die US-Statistiken waren recht durchwachsen. Das KMU-Vertrauen verschlechterte sich im Aug. unerwartet stark von 99,8 auf 98,7 (erw. 99,3). Die Inflation zog im Aug. um 0,4% an und steht seit einem Jahr wie erwartet stabil bei +3,4%. Die „Core-Inflation“ sank von +2,5% auf +2,4%, war im Monatsver-gleich jedoch leicht höher (+0,3%, erw. +0,2%). Das Verbrauchervertrauen (Univ. Michigan) sank im Sept. aufgrund des Rückgangs der Zukunftskomponente von 51,5 auf 45,8 stärker als erwartet (von 51,7 auf 47,8, erw. 51). In der Eurozone fiel das Sentix-Anlegervertrauen) im Sept. besser aus als erwartet und stieg von +0,9 auf +5,1 (erw. +1,7). Das BIP für Q2 wurde von +0,4% ggü. Vq. auf +0,6%) aufwärts korrigiert. In China blieb der Aussenhandel dynamisch (Exporte: +25% ggü. Vj.; Importe: +28,2%), was einen Anstieg des monatl. Handelsüberschusses um $ 112 Mrd. auf $ 119 Mrd. bewirkte.

Künstliche Intelligenz

Dario Amodei, CEO von Anthropic, fordert eine Verlangsamung der Entwicklung der fortschrittlichsten KI-Systeme, damit die Risikoprävention mithalten kann. Seine Sorge: die KI ist zunehmend fähig, die nächste KI-Generation selbst zu entwickeln, so dass die Möglichkeiten der menschlichen Kontrolle überschritten werden könnten. Er schlägt gemeinsame Regeln und unabhängige Prüfer in den Forschungslabors vor. Das Ziel: Nicht das Training soll gestoppt, sondern sein Tempo besser gesteuert werden.

Märkte

Vor dem Zinsentscheid der Fed hob die EZB ihre Leitzinsen wie erwartet um 0,25% auf 2,5% an. Die Verteuerung der Öl- (+8,7%) und Gaspreise in Europa (+10,5%) löste einen deutlichen Anstieg der 10Y-Renditen aus (USD: +20 bp; EUR: +17 bp, CHF: + 13 bp). Unter dieser Entwicklung litt der Goldpreis unmittelbar (-1,8%), während sich der USD kaum bewegte (Dollar-Index: -0,1%). Daher gaben Aktien in Europa um 1,7% nach, US-Werte um 0,8% und Schwellentitel um 0,3%. Diese Woche im Fokus: Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion, Vertrauen der Immobilienentwickler, Baubeginne, Baugenehmigungen und Fed-Sitzung in den USA; Handelsbilanz und Industrieproduktion in der Eurozone; Häuserpreise, Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion und Investitionen in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Erzeuger- und Importpreise August (BFS), Übernachtungsstatistiken August (BFS), OECD-Länderbericht zur Schweizer Wirtschaftspolitik, Aussenhandel / Uhrenexporte August (BAZG) und Konjunkturprognose für den Herbst (Seco).

Ansonsten legen folgende Unternehmen diese Woche ihre Zahlen vor: Repower, R&S Group, Aevis, Helvetia Baloise und MCH Group.

Aktien

ASTRAZENECA (Core Holding): Scheitern der Studie zur Bewertung von Etcamah (oraler SERD) als Erstlinientherapie bei ER+/HER- Brustkrebs (hormonrezeptorpositiv und HER2-negativ). Angesichts des Scheiterns von Giredestrant (Roche) für diese Indikation war ein Misserfolgs wahrscheinlich. Dies stellt das Potenzial von Etcamah jedoch nicht in Frage, das für Patienten mit einer ESR1-Mutation zugelassen ist und derzeit als adjuvante Therapie (zur Vorbeugung eines Rezidivs) untersucht wird. Im Erfolgsfall könnte sich der Umsatz auf über $ 5 Mrd. belaufen (Konsens: $ 3,5 Mrd.).

DEUTSCHE BÖRSE (Core Holding): Spekulationen über eine Annäherung an die Euronext rücken eine mögliche Konsolidierung im Sektor wieder auf den Schirm, allerdings laufen noch keine offiziellen Gespräche. Trotz potenzieller Synergien bestehen erhebliche regulatorische Hürden. Die Folgen für Prognosen und Bewertung sind begrenzt, da das organische Wachstum der Deutschen Börse der wichtigste Investitionsvektor bleibt.

ENERGIESEKTOR: Die Internationale Energieagentur hat ihre Prognose für die globale Ölnachfrage für 2026 nach unten korrigiert, auf -2,5 Mio. bl/d im Jahresvergleich, nach +0,8 Mio. bl/d 2025. Korrigiert wurde auch die Angebotsprognose: Die IEA rechnet mit einem Rückgang um 5,7 Mio. bl/d im Jahresvergleich aufgrund der Sperrung der Strasse von Hormus.

ORACLE (Core Holding) meldete ein solides 1. Quartal für das GJ2027, mit einem Umsatzplus von 30%. Die Nachfrage im Bereich ‚KI‘ bleibt hoch, und das Auftragsbuch verzeichnet einen Rekord. Doch der Markt beobachtet aufmerksam die Höhe der notwendigen Investitionen, damit dieses Wachstum absorbiert werden kann. Nach zunächst positiver Reaktion gab die Aktie im weiteren Verlauf einen Teil ihrer Gewinne wieder ab.

Anleihen

Die 10Y-US-Rendite legte im Wochenverlauf aufgrund der ständig steigenden Energiepreise um 20bp zu. Der Markt rechnet im Übrigen mit einer Zinserhöhung bei der Fed-Sitzung diese Woche. Ähnliches Bild in Europa: Die Rendite der 10Y-OAT zog um 26bp und die der 10Y-Bund um 17bp an – in einer Woche, die im Zeichen der 2. Leitzinserhöhung der EZB in diesem Jahr stand. Der Markt wird die Pressekonferenz im Anschluss an die FOMC-Sitzung am Mittwoch besonders aufmerksam verfolgen.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Märkte eröffneten heute früh nach den negativen Äusserungen von Branchengiganten zum Thema ‚KI‘ und dem Ölpreis, der nach der Sperrung der Meerenge von Bab el-Mandeb und der saudischen Ost-West-Pipeline deutlich über 100 $ lag, im Minus. Diese Woche steht im Zeichen der Zentralbanksitzungen der Fed am Mittwoch, der BoE am Donnerstag (keine Änderung erwartet und der BoJ am Freitag (+0,25% erwartet).

Währungen

Die Erwartungen an eine Zinserhöhung durch die Fed stiegen nach der Veröffentlichung des VPI auf 86%. Der $ zog an: $/CHF 0,8189, UL 0,8075, WL 0,8229. Die Angriffe auf saudische Ölinfrastrukturen und die Eroberung von Bab al-Mandeb durch die Huthis treiben den Brent-Preis auf 107 $. €/$ gibt auf 1,1550 nach, UL 1,1465, WL 1,1633. Der CHF gibt auf €/CHF 0,9462 nach, UL 0,9390, WL 0,9500. Der Goldpreis sinkt auf 4.318 $/Unze.

Grafik des Tages

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