Wirtschaft

Die US-Statistiken waren recht enttäuschend. Der ISM des Dienstleistungssektors sank im März von 56,1 auf 54 (erw. 54,9), während die Inflation aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise von +2,4% ggü. Vj. auf +3,3% ggü. Vj. anzog. Dies bewirkte eine Verschlechterung des Haushaltsvertrauens (Univ. Michigan) von 53,3 auf 47,6 im April – ein historischer Tiefststand. In der Eurozone verschlechterte sich das Anlegervertrauen (Sentix) im April von -3,1 auf -19,2 (erw. -8). Die Einzelhandelsumsätze sanken im Feb. um -0,2% ggü. Vm. (+1,7% ggü. Vj.), die Erzeugerpreise (vor dem Krieg) um -0,7% (-3% ggü. Vj.). In China kehrten die Erzeugerpreise im März erstmals seit 4 Jahren ggü. Vj. wieder in positives Terrain zurück (+0,5% ggü. Vj.), während die Verbraucherpreise um 1% ggü. Vj. stiegen, was auf ein Ende der Deflation der Wirtschaft hoffen lässt.

KĂĽnstliche Intelligenz

Anthropic entschied, sein modernstes Cybersicherheitsmodell, Claude Mythos, das Software-Schwachstellen in bisher ungekanntem Ausmass identifizieren kann, nicht öffentlich zugänglich zu machen. Der Zugang soll über das „Project Glasswing“ möglich und auf ca. 50 kritische Organisationen beschränkt werden. Abgesehen von der Cybersicherheit markiert dies Zug eine gravierende Wender: Angesichts der Trainierungskosten und der drohenden Nachahmung durch Wettbewerber könnten KI-Labore den Zugang zu ihren effizientesten Modellen dauerhaft einschränken.

Märkte

Obwohl die Waffenruhe im NO aufgrund der gescheiterten 1. Verhandlungen am Wochenende teilweise gefährdet ist, ermöglichte sie eine starke Erholung von riskanten Assets. Daher legten Aktien zu (USA: +3,5%; Europa: +3,1%; Schwellenländer: +7,4%), während der USD um 1,6% abwertete, was dem Goldpreis Auftrieb verlieh (+2,4%). Die 10Y-US-Renditen blieben stabil (-2bp), während sie in EUR 5bp stiegen. Diese Woche im Fokus: Vertrauen der KMU (NFIB) und der Immobilienprojektentwickler (NAHB), Erzeugerpreisindex sowie Industrieproduktion in den USA; Industrieproduktion und Handelsbilanzsaldo in der Eurozone; BIP im ersten Quartal, Häuserpreise, Einzelhandelsumsätze, Investitionen und Industrieproduktion in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Passagierstatistiken März (Flughafen Zürich), Erzeuger- und Importpreise März (BFS), Protokoll der letzten geldpolitischen Sitzung (SNB) und Übernachtungsstatistiken März (BFS).

Ansonsten legen folgende Unternehmen diese Woche ihre Zahlen vor: Sulzer, Burkhalter, Givaudan, Sika, Comet, Cicor, Kuros, Helvetia Baloise, Bystronic, VAT, Barry Callebaut, DocMorris und Gurit.

Aktien

ACCOR wurde auf die Liste der Empfehlungen für europ. periphere Werte gesetzt. Das Potenzial des auf dem Plan 2023–27 beruhenden kapitalintensiveren Geschäftsmodells mit höherem Wachstumspotenzial und Margen ist in den aktuellen Multiples nicht eingepreist.

Automobilsektor: Laut GlobalData waren die KFZ-Verkäufe in Westeuropa im März ggü. Vj. 10% höher und entsprachen einem annual. Volumen von 12,2 Mio. Einheiten, wobei alle 5 Hauptmärkte Wachstum verzeichnen.

ENGIE (peripherer Wert) treibt den Ausbau von (BESS)-Lösungen durch den Erwerb von Projekten mit einer Leistung von 278 MW in Spanien und dem Bau von 110 MW Kapazitäten in Frankreich voran. Die vorhandenen oder im Bau befindlichen Kapazitäten steigen auf über 1 GW.

INFINEON wurde auf die Liste der europ. peripheren Werte gesetzt, da wir von der Normalisierung der Nachfrage nach analogen Halbleitern und der zunehmenden Abdeckung des Energiebedarfs von KI-Datenzentren profitieren wollen – ein struktureller Hebel, der Umsatz und Cashflow bis 2028 auf Rekordniveau steigen lassen dürfte.

JABIL: Mit einem Plus von 35% seit Aufnahme in unsere Listen am 5.1.2026 erreichte Jabil unser Kursziel von 300 US-Dollar fĂĽr 2026. Wir nahmen daher die Gewinne bei dieser empfohlenen Aktie mit und strichen sie von unseren Listen.

PARTNERS GROUP (Schweizer Conviction-Wert) gab unerwartet ein positives Update: Die Zuflüsse von 8 Mrd.$ im Q1 entsprechen dem Ziel für 2026 (26–32 Mrd. $ brutto), trotz Marktturbulenzen. Die Evergreen-Zuflüsse betrugen 2,5 Mrd.$ brutto bzw. 0,8 Mrd.$ netto. Die Abflüsse betrugen 5,7 Mrd.$, die Investitionen waren mit 2,8 Mrd.$ niedriger. Die Gruppe überzeugt durch ihre Robustheit in einem schwierigen Umfeld.



Anleihen

Die 10Y-US-Rendite gab aufgrund des erhofften Friedensabkommens mit dem Iran im Wochenverlauf 2bp ab. In Europa legten die 10Y-OAT und die 10Y-Bund infolge wachsender Inflationssorgen um 3bp bzw. 7bp zu. Die schwachen Konjunkturdaten (negative und unerwartet niedrige Industrieproduktion in Deutschland, rückläufige PMIs in Frankreich) dämpften die Erwartungen an eine Leitzinserhöhung der EZB im April jedoch. Die Entwicklung im Iran wird auch in dieser Woche das Geschehen bestimmen.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Aktienmärkte starteten die Woche aufgrund des um 8% höheren Ölpreises und anziehender Renditen im Minus. Abgesehen von der angespannten geopolitischen Lage werden die US-Banken ihre Quartalszahlen vorlegen, während an der Konjunkturfront der US-PPI sowie die Importpreise und die Industrieproduktion auf beiden Seiten des Atlantiks anstehen.

Währungen

Die Gespräche zwischen Iran und den USA in Pakistan endeten ohne Einigung. Nach der Ankündigung einer vollständigen Sperrung der Strasse von Hormus durch US-Streitkräfte stieg der Ölpreis um mehr als 8% und überschritt erneut die 104 $/Barrel-Marke. Die Niederlage von V. Orbán ist eine gute Nachricht für Europa und seine Währung: Der Euro tendiert aufwärts: €/CHF 0,9240, UL 0,9190, WL 0,9335 und €/$ 1,1698, UL1,1580, WL 1,1780. Der JPY steht bei $/JPY 159,65 erneut unter Druck, WL 160,70, UL 157,65. Der Goldpreis steht bei 4.730 $/Unze.

Grafik des Tages

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