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Wirtschaft

In der Berichtswoche wurden in den USA nur wenige, aber zufriedenstellende Statistiken veröffentlicht. Das bei 53,8 Punkten stabile Vertrauen der Einkaufsmanager im verarb. Gewerbe liegt zwar leicht unter den Prognosen, oszilliert jedoch auf hohem Niveau. Der Dienstleistungsindex stieg von 51,2 auf 53,6, was die Erwartungen (51,5) deutlich übertraf. Positiv überraschte in der Eurozone der PMI des verarb. Gewerbes mit einem Anstieg von 51,4 auf 52 (erw. 51,5) und die Erholung des Dienstleistungsindex von 49,4 auf 51,6 (erw. 49,8). Da diese Umfragen teilweise vor dem Anstieg der Ölpreise erfolgten, sind sie mit Vorsicht zu geniessen, doch der zugrundeliegende Trend stimmt zuversichtlich. In China blieben die 1- und 5-Jahres-Kreditzinsen bei jeweils 3% und 3,5% unverändert.

KĂĽnstliche Intelligenz

Nach dem erfolgreichen Start des chin. Modells „Kimi K3“ erwog Washington eine Zugangsbeschränkung, doch 25 Unternehmen unter der Führung von Nvidia hielten diese Beschränkungen für verfrüht. In der Debatte stehen sich proprietäre Labore, die den Wert ihrer Modelle und deren Kontrolle schützen wollen, und KI-Infrastrukturanbieter gegenüber, die eine stärkere KI-Nutzung anstreben. Offene Modelle repräsentieren zwar fast 1/3 der verarbeiteten Token, tragen jedoch nur 4% zum Umsatz bei. Dies sollte man im Auge behalten.

Märkte

Vor der Zinsentscheidung der Fed löste der Anstieg der Barrelpreise um +10% einen Aufwärtstrend der 10Y-Renditen aus (USD: +13bp; EUR: +5bp; CHF: +4bp), während sich der Dollar verteuerte und sein Index mit einem Plus von 0,7% schloss. Das hinderte Gold jedoch ausnahmsweise einmal nicht daran, anzuziehen (+1,8%). Die Folgen für die Aktien, deren Kurse stark von den Unternehmensergebnissen für Q2 getaktet wird, sind differenzierter, wobei einige Regionen im Plus (Europa und Schwellenländer: +0,5%) und andere im Minus schlossen (Schweiz: -0,1% und USA: -0,7%). Diese Woche im Fokus: Auftragseingänge für langl. Güter, Häuserpreise, Haushaltsvertrauen, Fed-Sitzung, BIP für Q2 und PCE-Inflation in den USA; EU-Vertrauensindizes, Verbraucherpreisindex und BIP für Q2 in der Eurozone; PMI des verarb. und des Dienstleistungsgewerbes in China.

Schweizer Markt

Diese Woche im Fokus: Wohnimmobilienpreisindex im Q2 (BFS), Konjunkturbarometer Juli (KOF), Ergebnisse der SNB für HJ1, Einzelhandelsumsätze Juni (BFS) und Dienstleistungsumsätze Mai (BFS).

Ansonsten legen folgende Unternehmen diese Woche ihre Zahlen vor: Forbo, Sika, Sulzer, Lem, SIG, Landis+Gyr, Logitech, Ascom, UBS, Autoneum, Bucher, Avolta, Kardex, Bachem, DSM-Firmenich, Inficon, Lastminute, Zehnder, Coltene, Comet, Holcim, Interroll, Clariant, Leclanché, Medacta und Perrot Duval.

Aktien

ALPHABET (US-Core Holding): Die Zahlen für Q2 übertrafen die Erwartungen, das Cloud-Geschäft verzeichnet ein Plus von 82%. Die Aktie litt jedoch unter höheren Investitionen, negativem FCF und vorsichtigerem Ausblick für das Werbegeschäft: Ab dem Q3 wird Search mit engeren Vergleichszahlen konfrontiert sein. Möglicherweise ist dies ein einfacher Basiseffekt, doch der Markt befürchtet eine längere Abschwächung.

ASTRAZENECA (Core Holding) legte seine Zahlen für Q2 vor, die den Prognosen entsprachen: Steigerung von Umsatzes und operativem Ergebnis um 6% bzw. 12% (veröffentlichter Wert). Der GpA (+21% ggü. Vj.) stieg um 6% und überraschte dank eines unerwartet niedrigen Steuersatzes positiv. Die Prognosen für 2026 bestätigen sich: Umsatzwachstum von 5-8% und Steigerung des GpA um 10-12% bei konstanten Wechselkursen. Bei aktuellen Wechselkursen dürften die Wechselkurseffekte für den Umsatz wohl positiv (1% bis 3%) und den GpA neutral ausfallen.

HARTFORD INSURANCE (peripherer US-Wert) meldete dank beschränkter Katastrophenschäden und ausserordentlicher Kapitalerträge ein unerwartet gutes Ergebnis für Q2. Die Qualität ist noch immer durchwachsen, da sich die Vertriebsaktivität verschlechtert hat und Bedenken bzgl. Rückstellungen bestehen. Die Bewertung ist noch immer attraktiv.

STMICROELECTRONICS (peripherer Wert): Das Wachstum zieht an, doch die Margen erholen sich nur langsam. Das Q2 übertraf die Erwartungen; die Prognosen für KI-Rechenzentren wurden nach oben korrigiert. Dem Markt ist bewusst, dass die Verbesserung der Bruttomarge erst ab Ende 2027 vollumfänglich spürbar wird. Die Vertriebsdynamik ist noch immer intakt. Wir empfehlen einen Kauf bei Kursdellen.

Anleihen

Die 10Y-US-Rendite legte im Wochenverlauf aufgrund der Zunahme der Feindseligkeiten im Iran und der 1969 geringsten Anträge auf Arbeitslosengeld 13bp zu. In Europa liess die EZB ihre Leitzinsen unverändert, trotz abweichender Stimmen, die für eine sofortige Anhebung plädierten: der EZB-Rat behält sich ausdrücklich eine mögliche Zinserhöhung im September vor. Diese Woche wird der Markt sein Augenmerk auf die Fed-Sitzung richten, wobei der Konsens von einem Status quo der Zinsen ausgeht.

Börsenklima und Anlegerstimmung

Börse

Die Berichtswoche startet dank der Beruhigung an der Iran-USA-Front und des niedrigeren Ölpreises im Plus. Erwartet wird eine Flut von Quartalszahlen, da fast ein Drittel der Unternehmen im Stoxx600 und im S&P500 ihre Zahlen vorlegen, während an der Konjunkturfront FOMC-Sitzung (keine Änderung erwartet) und Aufträge für „durable goods“, BIP und PCE Price Index anstehen.

Währungen

Nach fast zwei Wochen Auseinandersetzungen haben USA und Iran ihre Angriffe eingestellt, gleichzeitig soll sich Präsident Trump laut einigen Berichten für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche ausgesprochen haben. Der Greenback gab seit Freitag gegenüber dem Schweizer Franken leicht von CHF 0,8185 auf rund CHF 0,8150 nach. Gleichzeitig wird das Währungspaar EUR/USD bei rund 1,1410 gehandelt. Am kommenden Mittwoch dürfte die Fed ihre Leitzinsen trotz anziehender Inflation unverändert lassen.

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